Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/134/
Brackenheim, nach Merian. I84S. 
ObrramL Brackenheim. 
Der Bezirk, einer der lieblichsten nnd mildesten, enthält einen seltenen Reichtum 
an Burgen, und in den Städten und schmucken Dörfern an wohlerhaltencn Kirchen, 
hat auch eigene tüchtige Meister, wie Hans Spryß von Zaberfeld, Hans Wunderer 
von Pfaffenhofen, hervorgebracht. 
Altertümer. 
Als ältester, wohl vorrömischer Platz erscheint in dem von den langen wcichge- 
formten Waldrücken des Strombergs nnd des Heuchelbergs von Osten nach Westen 
durchzogenen Bezirk der auf dem östlichsten Borsprung des Strombergs liegende Michaels- 
bcrg. Weitere noch erhaltene Ringwälle sind im Heuchelberg und zwar bei Schwai 
gern die „Alte Burg", bei Stetten die Rotenbrunnenburg, und zwischen Kleingartach 
und der badischen Stadt Eppingen, schon auf badischem Gebiet, der großartige Ringwall 
des Ottilienberges, in die Ebene des Kraichgaues vortretend. Der Michaelsberg war 
Ringwall und Opserstätte zugleich, im Jahr 793 urkundlich als Runigenburg. Von 
hier aus läuft ein uralter Hochweg, der Rennweg, auf dem Kamm des Strvmberges 
von Osten nach Westen bis Sternenfels, vier Stunden lang auf der Höhe. Grab 
hügel finden sich bei Brackenheim, Kleingartach, Leonbrvnn, Niederhofen. 
Die Römer durchzogen das anmutige Zabergän mit einem Netz von Straßen 
und Niederlafsungen. Ihr Hauptplatz war Meimsheim, in dessen Kirche noch zwei 
römische Denksteine eingemauert sind (s. dort), und wo höchst wahrscheinlich ein römi 
sches Kastell sich befand, dann Güglingen, Reste an mehreren Stellen; weitere römische 
Wohnplätze wurden bis jetzt ermittelt bei Brackenheim, Botenheim, Cleebronn, Frauen 
zimmern, Hausen bei Massenbach, Hausen a. d. Zaber, Klingenberg, Nordheim, 
Schwaigern.
        

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