Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/160/
Zaberfeld. 
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schild auf einem Schlußstein. (M.) Eine kräftig beschlagene Thüre führt vom Turm 
in die alte, auch rippenkreuzgewölbte Sakristei. 
Das sehr stattliche, mit Renaissaneegiebeln aufragende Pfarrhaus (K.) war 
früher ein Sternenfels'sches Schloß und wurde in den Jahren 1587 
bis 1619 ganz aus Stein erbaut. Ein reiches, mit zwei toskanischen 
Säulen besetztes Portal führt in das Innere; man zeigt hier noch an 
der Decke eines Gemaches ein großes Gemälde mythologischen Inhalts 
(Juppiter mit Juno), in einem anderen eine Thüre mit trefflich ge 
schnitztem Aussatz und der Inschrift im Friese: Schlußstein im 
_ ™ „ . Turm der Kirche 
O Mensch Gedenk, Betracht dein Endt, zu Zaberfeld. 
Hoffnung des Lebens Auf Christum Wendt. 1591. 
Auf der Höhe des Strombergs steht endlich au einem felsigen Abhang, auf der 
Markungsgrenze von Zaberfeld und Häfnerhaslach, ein hoher Stein, der sog. Ritter 
sprung, mit der Inschrift: 
Anno 1581 beschach ain ritterlicher Sprung von Bernhart von Sternenfels. 
Ostseite der Kirche zu Zaberfeld. 
Sakristeithüre zu Zaberfeld. 
Auf der andern Seite sieht man das Württemb. Wappen und die Jahreszahl 1584. 
Dieser Bernhart von Sternenfels soll, von seinen Feinden verfolgt, diesen kecken 
Sprung mit seinem Pferde gewagt haben und glücklich entkommen sein. 
Rückblick. Als die älteste, noch im frühromauischen Stil gehaltene Gruppe 
erscheinen die aus mächtigen gebuckelten Quadersteinen gefügten, von viereckigen Berg 
frieden überragten Adelsburgen, deren ganz vortreffliche und genaue Ausführung schon 
auf eine hohe Stufe hinweist. Der spätromanische Stil erscheint in schlichter Art an 
der Johanuiskirche bei Brackenheim. Mit dem Beginn des 13. Jahrhunderts sehen 
wir sodann den Einfluß des prächtigen Maulbronner Übergangsstiles an der 
Burg Neipperg, und den Kirchen zu Schwaigern, Michaelsberg und Frauen 
zimmern. In späterer Zeit (um 1300) ist wieder Maulbronner Einfluß klar ersicht 
lich an mehreren aus dieser Zeit noch erhaltenen Kirchtürmen, die in ihrem untersten, 
den Chor vertretenden Geschosse auf schlanken Konsolen ein starkes Rippenkreuzge 
wölbe tragen, mit edlem natürlichem Blattwerk (Ahornblättern re.) auf dem Schluß 
stein, und noch in dieser Vereinfachung der Formen Kunde geben von der außerordent-
        

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