Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/162/
Ufkirche bei Cannstatt. 
Oberamt Cannstatt. 
Der Oberamtsbezirk, der Ausdehnung nach der kleinste unseres Landes, steht in 
geschichtlicher Bedeutung in erster Reihe; einmal durch die alte Kelten- und Römer 
stadt am Neckar, das alte Cannstatt, und daun erhebt sich nur eine Stunde südöstlich 
der Stadt, aus dem rebenumrankten Hügelzuge rechts des Flusses, der Rothe-Berg, 
auf dem in ganz alter Zeit wohl ein Ringwall gewesen ist, im 11. Jahrhundert aber 
die Stammburg des vielleicht aus dunklen alemanischen Gaugrafen aufgestiegenen 
Geschlechtes erbaut wurde, das setzt die Königskrone trägt über das ganze Land und 
dessen Hauptstadt Stuttgart mit Cannstatt nunmehr so gut wie zusammenhängt. Es 
geht also eine mehr als zweitausendjährige Machtcntfaltung von dieser Gegend aus. 
Wie günstig ist aber auch die Lage von Cannstatt. Der leichte Neckarübergang, da 
tvo die Remsthalebene, jene uralte Völkergasse von Osten her, in das Neckarthal sich 
öffnet, die Milde des Himmels, die lauwarmen Quellen und die lachende Frucht 
barkeit des Geländes mögen den Menschen schon in frühester Zeit zur Ansiedlung 
gelockt haben. Es sollen sich schon zu Mammuthszeiten bei Cannstatt menschliche 
Lebensspuren bemerkbar machen.
        

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