Volltext : Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Eßlingen  nach  Merlan.  1643

Oberamt  Eßlingen

Der  nicht  große  Bezirk  gehört  zu  den  sehenswürdigsten  des  ganzen  Landes
sowohl  wegen  seiner  Kunst-,  als  wegen  seiner  Naturschönheiten.  Auf  der  rechten
Seite  des  Neckars,  nordwärts,  das  Gebiet  der  „Eßlinger  Höfe",  ein  von  tiefen  langen
Thälern  durchrissenes  Hügelland,  durchrieselt  von  vollen  Bächen  und  fast  ganz  bedeckt ­
  mit  Obstwäldern,  aus  denen  die  Giebel  der  weit  zerstrenten  Höfe  malerisch  aufsteigen, ­
  im  Hintergrund  der  langgestreckte  Waldrückeu  des  Schurwaldes;  auf  der
linken  Seite  des  Flusses,  der  durch  den  Bezirk  einen  sehr
scharfen  Bogen  von  Südwesten  nach  Nordwesten  mit  dem
Scheitel  in  Plochingen  macht,  die  Ackerlands-Hochebene
der  Filder,  mit  großen  geschlossenen  Ortschaften.  Von
überall  aber  schweift  der  Blick  über  das  wein-  und  wiesengrüne ­
  Neckarthal  hinweg  an  die  nahegerückte  schwäbische
Alb,  die  mit  ihren  Felsen,  Burgen  und  Buchenwäldern
als  eine  mächtige  Mauer  den  Gesichtskreis  hach  und
Eckturm  d°-Rümrrk°st°ll-bei  Köngen.'uarkig.  und  doch  wieder  in  schimmernder  Bläue,  begrenzt.
Ganz  an  den  rechten  Bord  des  Neckarflusses  vorgedrängt
liegt  dann  die  alte  türmereiche  Reichsstadt  Eßlingen:  auf  der  Filder-Hochebene,
gegen  die  linke  Ncckarseite  vorgeschoben,  bauten  die  Römer  bei  Köngen,  an  einem
Platz,  von  dem  aus  der  ganze  Albrand  zu  überschauen  ist,  eine  Stadt  mit  Kastell,
und  nicht  eine  Stunde  dahinter  im  engen  Thale  der  Kersch  erstand  nach  dem  Anfang
des  zwölften  Jahrhunderts  bei  Dcnkendorf  das  Kloster  zum  heiligen  Grab,  mit
der  großen,  geheimnisvollen,  in  Felsen  gesprengten  llnterkirchc.  Von  diesen  drei  Stätten
ist  die  Geschichte  und  die  Kunstentwicklung  des  Bezirkes  ausgegangen.

Altertümer.
Die  schon  im  Oberamt  Cannstatt  erwähnte  uralte  Hochstraße,  die  von  Fellbach
her,  am  Kernen  vorbei  aufs  Eßlinger  Jägerhaus  und  als  Kaiserstraße,  au  der  eisernen
Hand  vorbei  immer  ostwärts  bis  zum  Hohenstaufen  zieht.  In  ihrer  Nähe  liegt,
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.