Volltext : Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Neckarkreis.

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der  Ebene  aufsteigende,  weithin  schauende  Asberg  ein  Sitz  prunkliebender  Fürsten  gewesen. ­
  Noch  ältere  Funde  zeigten  sich  zufällig  an  den  beiden,  wegen  ihrer  Lage  und
fruchtbaren  Umgebung  gewiß  uralt  besiedelten  Plätzen  Cannstatt  und  Heilbronn.
Eine  hervorragende  Rolle  spielte  der  ganze  Neckarkreis  zur  Zeit  der  Römerherrschaft
  (50—250  n.  Chr.)  als  einer  der  wichtigsten  Grenzstriche  des  Weltreiches.
Das  Neckarthal  mit  seinen  tiefen,  scharfen,  schwer  zu  überschreitenden  Uferwänden  und
gleichlaufend  damit  5—6  Stunden  weiter  im  Osten,  der  römische  Grenzwall  (1ime8
transrhenanus)  bildeten  zwei  starke  Sclmtzlinien  und  dazwischen  ein  großes  Verteidigungsfeld, ­
  das  mit  zahlreichen,  von  einer  zur  andern  Linie  führenden  Heerstraßen
durchschnitten,  zugleich  durch  seine  Fruchtbarkeit  der  Verpflegung  der  Truppen  diente
und  in  Römerzeiten  mit  Pachthöfen  besetzt  war;  noch  dichter  lagen  in  dem  Teil  des
Ncckarkreises  links  des  Flusses
die  römischen  Niederlassungen
bei  einander.  Man  fand  im
ganzen  Kreis  bis  jetzt  etwa  250,
das  ist  nicht  viel  unter  der  Hälfte
aller  bis  jetzt  in  Württemberg
aufgefundenen.  —  Wachhäuser,
Kastelle,  Vor-  und  Rückschanzen
schirmten  den  Grenzwall,  der
vom  Hohenstaufen  über  Lorch
bis  an  den  Main  bei  Miltcnberg
  nordnordwestlich,  fast  immer
schnurgerade,  hinzog,  so  ziemlich
an  der  Ostgrenze  des  Neckarkreises, ­
  und  welchem  auf  dem
linken  Neckarufer  wieder  größere
und  kleinere  Kastelle  entsprachen,
die  meist  gegenüber  den  Mündungen ­
  der  von  Osten,  vom
Grenzwall  her  ziehenden  Seitenthäler ­
  lagen.  So  entsprechen
folgende  feste  Römerplätze  am  Grenzwall  solchen  am  linken  Neckarufer:
Welzheim  am  Grenzwall  —  Cannstatt,  Murrhardt  —  Benningen  bei  Marbach,
jjctrbt  —  Walheim,  Öhringen  —  Bückingen  bei  Heilbronn,  Jagsthausen  —  Wimpfen.
Zahlreiche  Überreste  römischen  Bildungslebens  gab  schon  zurück  und  birgt  noch  der
Boden  dieses  Kreises.
Von  Süden  her,  von  Vindonissa  in  der  Schweiz,  am  Zusammenfluß  von  Aare,
Reuß  und  Limat,  lief  sodann  jene  hochwichtige  römische  Heerstraße  auf  dem
linken  Neckarufer  über  Rottweil  und  Rottenburg  (vom  Oberamt  Böblingen  an  im
Neckarkreis)  über  Sindelstngen  nach  Cannstatt,  hier  aus  das  rechte  Flußufer  und  nun
ostwärts  das  Remsthal  hinauf  und  in  großem  Bogen  um  das  Ries  herum  nach  der
großen  Römerstadt  Abusina  (Eining)  an  der  Donau,  unterhalb  welcher  Stadt  auch
der  Dvnaulimes,  jene  von  Lorch  im  Remsthal  über  Gunzenhansen  einen  noch  größeren
            
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