Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

1 a Neckarkreis. Stuttgart Stadt. 
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Albrecht Georgs an einer Konsole an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes von 
zwei Engeln gehalten. , _ , ~,.c 
Von Werken der Bildhauerei sind an der Kirche zu nennen, an der Sud 
seite des Chors, in spitzbogiger Thürfüllung, eine feine stark erhabene Arbeit, ums Jahr 
1320, Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, noch ganz im frühgotischen 
Sttl, mit lächelnden Köpfen und lang herabfließender, enggefältelter Gewandung. 
Dann an der Längswand des südlichen Seitenschiffes, bis an das Dachgesimse 
reichend, das berühmte Apostelthor, 1494 und 1495, dreimal mit dem Wappenschild 
des Albrecht Georg, und einem Bildhauerzeichen. Ueber großer Doppelpforte stehen 
in zwei Reihen über einander Christus und die zwölf Apostel, runde Gestalten unter 
sehr reichen Schutzdächern; im gedrückten Bogenseld der Doppelpforte flach erhaben 
die Geißelung Christi, Kreuzschleppung und die klagenden Frauen; darüber in dem 
spitzen Eselsrückenfeld die Auferstehung; am Sarkophag des Auferstehenden der Sparren 
schild und 1495. Weiter erscheint dieser Schild groß an der Konsole der unteren Apostel- 
reihe, welche den zweiten Apostel von rechtsher trägt, und endlich unten am Ende 
einer Zacke des Schutzdaches, unter welchem der Heiland steht, das ist in der Mitte 
der oberen Apostelreihe. Aus der Verteilung dieser drei Meisterschilde geht hervor, 
Bildhauerzeichen 
am Apostelthor, an der Kanzel. 
daß dem Albrecht Georg ein Hauptanteil an der Arbeit am Apostelthor zukommt. Als 
sein Mithelfer erscheint mehrmals jener mit dem oben genannten eingeritzten Zeichen. 
Dasselbe samt der Jahreszahl 1494 am Schutzdach unter dem Apostel Petrus, der 
in der obern Reihe als dritter von links her steht. — An der Westseite des Haupt 
turmes an den Strebepfeilern die Gestalten der vier Evangelisten, Matthäus mit der 
Jahreszahl 1495. Innen in der Kirche in der letzten Seitenkapelle links steinerner 
Altar mit Christus als Weltrichter, iiber kleine Figuren den Mantel breitend,«Lunten 
die Brustbilder der klugen und thörichten Jungfrauen, sodann in der dritten Zeiten 
kapelle: Maria im Strahlenkränze, gestiftet von Kanonikus Heinrich Heller, f 1502. 
Zwei schön und reich durchgeführte Werke. Herrliche Kanzel mit den halb erhabenen 
sitzenden vier Evangelisten und einem Bildhauer-Zeichen. Zerstreute Figuren des ab 
gebrochenen Lettners, der den Chor vom Hauptschiff trennte. Dann die Bildwerke auf den 
vielen Schlußsteinen und Tragsteinen; gewiß zum Teil auch Werke des Albrecht Georg. 
Von den zahlreichen Grabmälern nennen wir das frühgotische Grabmal 
Ulrich des Stifters und seiner zweiten Gemahlin Agnes, Herzogin vwL Liegnitz, mit 
den lebensgroßen liegenden Gestalten der Gestorbenen, ein edelstrenges Werk des 
alten Stils. Bon spätgotischen Grabmälern das des Stistspropstes Dr. L. Vergenhans, 
7 1512, des Dr. Georg Hartsesser, Dekan des Stifts 1490—1510. Eherne Grab 
platte der Markgrüsiu zu Baden und Hohberg, Markgräsin von Brandenburg, f 1515,
	        

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