Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Monrepoe. 
345 
von jeder Überladung freien Aufbau; Äußeres und Inneres, Gehalt und Erscheinung 
decken sich vollkommen. Das Ganze ruht aus Gewölben; an Stelle der im Plan 
vorgesehenen, weit hinausgeschobenen Treppenanlagen ist zur Ausgleichung des Höhen 
unterschieds eine mäßig breite, vom See abgerückte, der Hauptfront angeschmiegte 
Terrasse getreten, unter welcher gewölbte Gänge sich hinziehen. Diese Anordnung 
erinnert ebenso an die Solitude, wie der im Mittel vorspringende ovale Saal, welchem 
jedoch hier auf der Landseite eine oblonge Eintrittshalle beigegeben ist; an letztere 
schließen sich mit Viertelskreisen die (auf den Seitensassaden noch mit Risaliten ver 
sehenen) Flügel; zur Ausbiegung des Saals ans der Sceseite bildet also eine ein 
gezogene Linie auf der Lmtdseite in geistreicher Weise das Widerspiel. Acht paarweise 
gekuppelte korinthische Säulen umrahmen die drei rundbogigen Lichtöffnungen des 
Vorhauses, über welchen sich noch ein Attikstock erhebt, während die schlicht behandelten, 
mit Mansardendach versehenen Flügel unter dem balustrierten Kranzgesims noch ein 
Monrepos. Thürlünette im Saal. 
Beide Abb. au- den Architektonischen Studien de- Architekt,n-Verein-, Stuttgart, Konr. Wittwrr.i 
Halbgeschoß enthalten. Aus der Seeseitc tritt über den Arkaden des Unterbaues und 
der mit Geländer umfaßten Terrasse der andcrthalbgeschossige, säulengeschmückte Saal 
bau mit der Kuppel beherrschend hervor; über den schlicht umrahmten Fenstem der 
Rücklagen stehen Büsten in medaillonförmigcn Vertiefungen. An den Seitenfassaden 
bergen vier Nischen die Stcinfiguren der vier Jahreszeiten von Pierre Lejeune 
(der den Frühling vertretende Faun mit Flöte ist einer bekannten Antike, dem sog. 
Anapanomcnos nachgebildet); gegenüber, an den Ecken der Terrasse, stehen entsprechende 
Kindergruppen. Den Fuß der Freitreppe, zu welcher eine doppelte Auffahrt geleitet, 
flankieren zwei steinerne Löwen, nach Jsopischen Vorbildern ausgeführt von den 
Stnttgarter Hosstukkatoren „Friedrich" und „Mack 1804". (Namen und Jahreszahl 
eingemeißelt.) In der architektonisch reich ausgestatteten Eintrittshalle zwischen Säulen 
stellungen die Figuren zweier Opferpriesterinnen von Scheffauer, um 1797. In 
dem hoch in die Kuppel hineinragenden ovalen Saal ist Gliederung und Verzierung 
tvohl vom Gesims abwärts Thourets Werk. Über zwei Thüren Bogenfelder in Jsopi's 
Art. Den Hauptschmuck bildet Gnibals Deckengemälde: Adonis verläßt Venus, um 
auf die Jagd zu eilen; vergl. den Kupferstich von L. Necker 1781. Aus der mittleren
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.