Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/443/
Meramk Maulbronn. 
Als älteste Mittelpunkte dieses fast ganz in den Stromberg fallenden Bezirks 
(s. o. bei Brackenheim) sind wohl anzusprechen die großartige Ringwallburg aus dem 
Burgberg bei Lienzingen, hoch und keck 
ins flache Land hinausragenv, mit pracht 
voller Anssicht gegen das Rheinthal, und 
die schon ins südöstlich anstoßende Ober 
amt Vaihingen a. E. fallende Eselsburg 
bei Ensingen. 
Grabhügel bei Dürrmenz, Gündel 
bach, hier ein sehr großer, Illingen, Lien 
zingen, Otisheim. Eine nralte Straße, 
Rennweg, zog von Sternenfels über den 
Rücken nach Gündelbach, als Abzweigung 
des Rennwegs vom Michelsberg nach 
Sternenfels. Römische Niederlassungen 
waren bei Diefenbach, Gündelbach, Il 
lingen, Knittlingen, Groß-Villars, Lomers 
heim, Mühlacker, Corres. In der Nähe 
von Maulbronn fand man einen Vier- 
Götteraltar. Eine große Römerstraße 
zog oberhalb Maulbronn vorbei von 
Cannstatt her gegen Speier am Rhein. 
Reihengräber fanden sich bis jetzt 
bei Dürrmenz, Otisheim, Sternenfels. 
Wohlerhaltene und lange Schanzenlinien 
mit Redouten aus der Zeit der Fran- 
zoseukriege, um 1690, aufgeworfen vom 
Prinzen Ludwig von Baden, ziehen sich 
nordsüdlich durch den Bezirk und noch 
weit gegen Süden. 
Maulbronn (Mulinbrunen ^57). (K) 
Ehemaliges Cistcrzienserkloster, jetzt zugleich Württembergische Oberamtsstadt; es 
liegt im abgeschiedenen schmalen nach Westen, nach dem Rheinthal offenen Salzachthal, 
dessen nordwärts schauende Hänge mit Laubwäldern, die steileren südlichen mit Wein 
gärten bedeckt sind, noch ganz von tiefem wildvcrwachsenem Graben und hoher epheu- 
berankter Mauer, an der stattliche Türme stehen, umfriedigt. Schöne Spazierwege 
führen durch die schattigen, von Bächen durchrieselten Wälder und um die großen,
        

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