Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/526/
Waiblingen. 
491 
i 
„4 
' ' 
Altertümer. Als Ringwälle der Urzeit sind anzusehen Bürg »nd Remseck, 
wvhl auch Hochberg und Hochdorf. Eine uralte Straße zieht als „Hochstraße" von 
Cannstatt auf der gegenwärtigen Landstraße nach Waiblingen, Steinreinach, und von 
da hinauf nach Buoch; eine zweite über Winnenden gegen den Ebnisee. Auch Waib 
lingen selbst, auf burgartiger Bodenanschwellung über den breiten Wasserarmen der 
Rems gelegen, mag eine vorgeschichtliche Siedelung sein. Dazu hatte die Festigkeit des 
Ortes, die Fruchtbarkeit rings in der nächsten Umgebung und der zu allerlei Ge 
werben so brauchbare Remsfluß eingeladen. 
Römisches. Obengenannte und ähnliche Straßen wurden jedenfalls von den 
Römern benützt. So läuft vom Hohenstaufen her die „hohe Straße" oder Pfahlstraße 
an Groß- und Klein-Heppach vorbei nach Hohenacker, 
Hochdorf und Marbach. Eine sehr wichtige Römer- 
straße ging von Cannstatt säst schnurgerade über Waib 
lingen und Winnenden nach Murrhardt (Kastell) an 
den Grenzwall. Dann endlich die Straße im Rems 
thal selbst, auf dem rechten Flußufer bis Gmünd, weiter 
nach Aalen und ins Ries. Die Niederlassungen waren 
in diesem von der Natur so reich gesegneten, zudem 
zwischen Cannstatt und dem Rheinlimes liegenden Be 
zirke gewiß zahlreich. Bis jetzt fand man solche bei 
Waiblingen und Beinstein, mit Töpferöfen und Bild 
werken, bei Hegnach, Korb, Schwaikheim; bei Waiblingen 
einen Vier-Götteraltar, mit Juno, Merkur, Herkules 
und Minerva, und bei Grunbach an der „alten Römer 
straße" das Hochrelief eines Merkur. Ferner wurde 
schon im 16. Jahrhundert auf dem „Waiblinger Felde" 
gegen Fellbach hin folgender, gewöhnlich unter Cann 
statt aufgeführter Jnschriftstein entdeckt, auszüglich 
lautend: Zu Ehren des Kaiserlichen Hauses hat dem 
Jupiter, dem Genius des Ortes und den Göttern und 
Göttinnen Emeritius Sextus, Soldat der 22. Legion, diesen Altar für sich und die 
Seinigen gesetzt unter dem Konsulate des Maximus und des Aelianus am 13. ^annar 
(des Jahres 223 n. Chr.) (M). 
Reihengräber fand man bis jetzt bei Waiblingen, mit reichen Beigaben, 
bei Endersbach und Oeffingen. 
Waiblingen, der weit ausgedehnte und wichtige Römerort, der 450 vom Hunnen 
könig Attila zerstört worden sein soll, war eine jener vielen karolingischen Pfalzen, 
wie auch das nahe Winterbach. Im Jahr 885 stellt Kaiser Karl der Licke in 
Waiblingen, seinem kaiserlichen Hofgut Weibeiinga Urkunden aus; nach Ostern 
887 hält er daselbst einen Hoftag. König Arnulf, im Begriff nach Italien zu gehen, 
feiert 893 allda Weihnachten. Der erste Salier, Kaiser Konrad II., ff 1039, heißt 
Cunradus, quem dicunt de Weibilingen. Hievon der Namen der Ghibellinen. unter 
welcher Fahne der Kampf zwischen Kaiser und Papst noch bis zu Dantes Zeit sort- 
Waiblingen. 
Türmchen aus der Stadtkirche.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.