Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/544/
Winnenden. 
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Friedrich Karl 1674 ff. verschönert, gab der von Letzterem ausgehenden, durch seinen 
Sohn Karl Alexander 1733 zur Regierung gelangten, einzigen noch blühenden Linie 
des Württembergischen Hauses den Namen der Winnenthaler, wurde 1795 f. erneuert, 
von König Friedrich zuerst als Jagdschloß, dann als Kaserne für reitende Artillerie 
benützt, 1816 Wohnung des Hofkameralverwalters und Hofkammerförsters, 1833 durch 
Dr. Albert Zeller, f hier 24. Dezember 1877, zu einer Staats-Jrrenheilaustalt einge 
richtet, 1879 ff. beträchtlich erweitert. — Ein freier Herr von Winnenden, dessen Stamm 
burg wohl das nahe Bürg gewesen, erscheint 1181—96. Dann kam Bürg (oaotrum 
Winiden 1210) und Herrschaft an die Herren von Reifen (die Geliebte des Minne 
sängers*) wohnte hier), 1277 ff. an die von Weinsberg, 1325 an Württemberg. Lehens 
träger der Herrschaft Winnenden waren die Schenken von Winnenden auf der Feste 
Bürg 1280 bis 1488. Wappen: im Schild ein Querbalken, auf dem Helm Büffelhörner. 
Ein weiteres Geschlecht sind die Böschen von Winnenden 1279—1400. Wappen: im 
Schild ein Querbalken, begleitet von Rosen 1. 2.; im 16. Jahrhundert erscheint das zum 
niedern Adel gehörende Geschlecht der Ran von Winnenden, im 17. nach der Wetterau 
verzogen. Berthold von Reifen stiftete 1288 die Deutschordenskoinmcnde dahier; 1482 
wurde das große Ordenshaus uff dem steinernen Stock samt Kapelle an Reinhard 
von Gärtringen, von diesem 1488 an Württemberg verkauft, worauf der Orden außer 
halb der Stadt ein neues Haus erbaute, das nachmalige Schloß Winnenthal; 1665 
ging die ganze Komthurei durch Kauf an Herzog Eberhard III. über. 1693 ver 
brannten die Franzosen in der Stadt 240 Häuser. In Winnenden sind geboren 
mehrere Mitglieder der Baumeisterfamilie Groß, s. S. 510, ferner Heinr. Eduard 
Kausler, Sohn eines Advokaten, 20. August 1801, verdienter Historiker und Sprach 
forscher, ff als Vizedirektor des Königl. Staatsarchivs in Stuttgart, 1873. 
An dem Grabmal der Anna Susann« von Breyningen, geb. von Nerven, aus 
dem Ende des 16. Jahrhunderts folgendes Zeichen: ]A ■ 
Der Hochaltar, einer der lebcnvollsten und kecksten der letzten gotischen Zeit 
wurde 1860 durch C. Beisbarth d. Alt. würdig wieder hergestellt; er erfüllt den 
ganzen in gehaltenen Formen aufstrebenden frühgotischen Chor. 
Ich wolde nicht erwinden, 
Ich rite uz mit Winden (Windhunden) 
Hiure in kuelen Winden 
Gegen der Stat ze Winden. 
*) Er singt:
        

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