Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Herrenberg. 
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wird Herrenberg Stadt geworden sein und Mauern erhalten haben. Schon im 
Jahr 1382 kommt die Stadt an Württemberg. 
Non der Südwestecke des Schönbuchs zieht sich ein schmaler, etwa eine halbe 
Stunde langer Bergrücken in das fruchtbare Flachland des Gäu's hinaus, und endigt 
mit dem schroffumrandeten, fast ffeistehenden Schloßberg. Auf ihm stand das 
Schloß Herrenberg und im Eirund umher am Abhang die Stadt, mit der großen 
Stiftskirche am oberen Ende des Eirundes, beim Aufstieg zur Burg, von der zum 
Teil heute noch die hohen Schenkelmauern bis zur Umfassungsmauer der Stadt her- 
Herrcuberg. Hackthor. 
niedergehen. Außer der mit hohen Türmen besetzten, 1622 bedeutend ausgebesserten 
Hauptmauer lief um die Stadt nebst Wall und Graben noch eine zweite weniger 
hohe Mauer, woran Halbrondelle mit Zinnen und Schießscharten standen. Bon 
letzteren sind auch noch einige erhalten. Außerdem gewährte der früher an der West 
seite der Stadt gelegene See bedeutenden Schutz. Die Thore sind gefallen bis ans 
das hinter der Kirche stehende Hackthor, Auch die Mauertürme stehen nicht mehr. 
Die weithin herrschende Burg liegt ganz in Trümmern, es sind nur noch die 
starken, von Epheu umsponnenen äußersten Umfassungsmauern vorhanden. Das 
Schloß hatte zwei Türme, am Ostende und an der Nordwestecke, und einige hohe 
Steingebände, die nebst den Ringmauern einen Hof umschlossen. Östlich stand aus 
dem Bergrücken eine zweite, jetzt ganz verschwundene Burg. — An Württemberg 
werden am 10. Februar 1382 verkauft beide Bürge zu Herrenberg.
	        

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