Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Vierlinge». Bildechingen. Bürstingen. Eutingen. 
149 
von der Gemeinde erbaut worden, „weil wir zu etlichen Zeiten zu der Pfarrkirchen 
uit Wohl kommen mögen Weeg- steeg- und Wassersnoth halb". 
Freiherrlich von Raßler'sche Meiereigebäude, 1624 und 1625. Das von 
Ow'sche Wasserschloß, im jetzigen Schloßgarten, wurde 1800, ein Quaderturm erst 
1843 abgebrochen. 
WierrLingen. 
Kath. Kirche zum heil. Martin, spätgotisch, mit vieleckigem, netzgewölbtem Chor 
aus Konsolen mit den Brustbildern der Apostel, auf den zwei Schlußsteinen Rosetten. 
Der im Westen stehende, oben von schönen Maßwerkfenstern durchbrochene hohe Turm 
bildet unten eine netzgetvölbte Vorhalle; an seiner Südwestecke: Do man zalt 1478 
Jar wart diser Durn gebuwen. Von ihm aus genießt man eine großartige Rund- 
sicht über das Gäu, den Schönbuch, Schwarzwald mit dem Feldberg und über die 
Alb, vom Oberhohenberg bis hinab zum Hohenstaufen. Die Kirche ist ausgezeichnet 
durch vier aus Erz gegossene Grabplatten der freiherrlich von Ow'schen Familie, 
yus den Jahren 1562, 1569, 1584, 1585. 
Einst frühgotische Gottesackerkapelle. — Vierlingen hatte früher Thore; 1424 
wird das Lindenthor ain Ende der Hauptstraße genannt. 
Eine halbe Stunde südlich vom Ort liegt beherrschend das von Ow'sche Schloß 
Neu haus, meist noch aus dem 16. Jahrhundert stammend; am Eingang durch die 
mit Ecktürmen besetzte Ringmauer die Wappen der Herren von Ow und von Neuhaus 
und die Jahreszahl 1594. Im Hof ein steinerner Zngbrunnen, 1695. 
Wikdechirrgett. 
Spätgotische, weithin sichtbare kath. Kirche zur schmerzhaften Mutter, mit edlem 
Maßwerk in den Fenstern des rippeukreuzgewölbten, vieleckigen Chors, Schlußsteine 
Lamm Gottes und Christuskopf, die Rippen ruhen auf Diensten oder Fratzenkonsolen. 
Der unten herauf sehr alte Turm ist ganz in die Südwestecke des Langhauses ein 
gebaut, hier von einer starken Rundsäulc unterfangen und öffnet sich gegen die 
Kirche in zwei hohen spitzen Arkadenbögen. Außen an der Kirche unter einem Bal 
dachin steinerne Madonna; in den Altar sind vornan drei Tafeln mit spätgotischen 
Hochreliefs Christi und der Apostel eingelassen, auf dem Altar Pieta aus Marmor, 
im Renaissancestil. Der Ort wird erstmals genannt 767. 
Wörstingou. 
Kath. Kirche, neu, im Rundbogenstil; an ihr das Grabmal des Diepolt von 
Ehingen zu Berstingcn, st 1586, und seiner zwei Frauen, von Jhlingen und von Ow. 
Schloß der Freiherr» von Raßler. — Ortsadel vom 13.-15. Jahrhundert. 
Kutingen (Udingen im 8. Jahrhundert, 767). 
Ansehnliche kath. Kirche zum heil. Stephan, 1494. Der vieleckige Chor hat ein 
schönes Netzgewölbe mit sich überschneidenden Rippen, auf den Schlußsteinen Madonna, 
Stephanus, Katharina, und ein reiches, noch altbemaltes steinernes Tabernakel: anno 
domini 1494, das sich vom Boden ausbaut und in einem hohen Baldachin von
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.