Volltext : Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Oüeramt  Nürtingen.

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Ihr  milden  Lüste,  Boten  Italiens,
Und  du  mit  deinen  Pappeln,  geliebter  Strom!
Ihr  wogenden  Gebirg'!  o  all'  ihr
Sonnigen  Gipfel!  fo  seid  ihr's  wieder.

So  sang  einst  in  Nürtingen  der  Dichter,  der
wohl  am  tiefsten  eingedrungen  ist  in  den  halb----
  klassischen  Geist  der  schwäbischen  Landschaft,

Friedrich  Hölderlin  (1770—1843).  Welch
ein  Zauber  liegt  über  diesen  Hügeln  und

Flächen  am  Neckar  und  über  der  blauenden  Alb,  die  als  großer  und  weithin  verlaufender ­
  Hintergrund  das  lachende  Land  im  Osten  und  Süden  begrenzt.  In  dieser
Gegend,  wo  fruchtbares  Ackerfeld  abwechselt  mit  Wäldern  und  einzelnen  Weinhalden,
steigt  dicht  am  rechten  Neckarufer  eine  Bodenanschwellung  empor,  wie  geschaffen  zu
einer  keltischen  oder  germanischen  Burg;  hier  steht  jetzt,  zum  Teil  noch  ummauert
und  noch  altertümlich,  die  Stadt  Nürtingen.  Ein  Abend  auf  den  Anhöhen  umher,
wenn  die  Felsen  und  Burgen  der  Alb  im  letzten  Rot,  oft  hinterlagert  von  Gewitterwolken, ­

  ahnungs-  und  crinnerungsvoll  aufglühen,  prägt  sich  unauslöschlich  in  das

Gemüt,  spinnt  sich  weiter  in  Bildern  und  Träumen.
Altertümer.  Als  vorgeschichtlicher  Brückenkopf  und  Straßenstern  erscheint
Nürtingen  am  rechten  Neckaruscr,  ja  wenn  man  so  will,  als  Brückenkopf  für  die  zwei
Stunden  südlich  aus  der  schwäbischen  Alb  vordringende,  weithin  beherrschende  Felsenburg ­
  Hohen-Neuffen,  welche  umzogen  ist  von  der  großartigsten  Ringwallanlage
unseres  Landes,  dem  Heidengrabcn,  südlich  vom  Hohen-Neuffen;  von  diesem  Berge
läuft  sodann  nordwärts  jener  uralte  Straßenstrang  das  Neuffener  Thal  herunter
auf  Nürtingen,  hier  über  den  Neckar  und  schnurstracks  über  die  Filder,  Bernhausen,
Plieningen,  Degerloch,  als  Herdweg  durch  das  Stuttgarter  Thal,  und  weiter  über
Stammheim,  an  den  Fürstengräbern  vorbei,  zum  Hohen-Asperg  (s.  Neckarkreis
312  ff.),  auch  einem  vorgeschichtlichen  Fürstensitz.
Eine  andere  uralte  Straße  kommt  von  Kirchheim  her  nach  Nürtingen,  setzt
hier  über  den  Neckar  und  zieht  als  eine  viele  Stunden  lang  durch  kein  Thal
unterbrochene  Hochstraße  immer  westwärts  über  die  höchsten  Höhen  des  Schönbuchs
bis  herab  zu  dem  einst  von  einem  Ringwall  überragten  Kelten-  und  Römerplatz
Herrenberg.  Südlich  von  Nürtingen  ist  der  freistehende  Ersberg,  gleichfalls  von
            
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