Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Einleitung. 
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die Wandmalerei glänzende Streiflichter fallen; als Mittelpunkte erscheinen Reichenau, 
Reutlingen, Ulm. 
Was endlich die Bausteine betrifft, so bricht im ganzen Württembergischen 
Schwarzwald der prächtige, kauni verwitternde, mildrote, im Alter oft bis ins Tief 
goldrot gehende Buntsandstein, im Rheinthal Bvgesensandstein, lveiter anten Oden 
waldsandstein genannt: aus ihm sind die Dome von Basel, Freiburg, Straßburg, 
Speier, Worms, Mainz, Oppenheim u. s. lv. und das Schloß zu Heidelberg gebaut 
worden. Der frühromanische Stil ist so recht ein Buntsandsteinstil, mit seinen cin- 
stückigen Säulenschäften und weichen, mächtigen Würfelknäufen, so in Hirsau schon ums 
Jahr 1060, in Alpirsbach um 1100, auch an den Ritterburgen des Schwarzwaldes 
mit ihrem oft wundervollen Quadergeniäuer. Vom Neckarthale, wo meist Muschel 
kalk ansteht, ist der Keupersandstein nirgends weit entfernt, mit schönen Werkstein- 
Brüchen, wie wir an den Bauten zu Rotttveil, Rottenburg, Tübingen, Bebenhausen 
n. s. w. sehen. Die schwäbische Alb hat keine Werksteine, nur den, gleich dem Muschel 
kalk in niederen Bänken, glattschalig brechenden, zähen Weißjurakalk. Deshalb auch 
der meist traurig zernagte Zustand der früheren Burgen des nördlichen Albtraufes. 
Dagegen wächst heute noch in den Albthälern der Süßwasserkalktuff, oft ganze Thal 
gründe ausfüllend, als trefflicher Baustein; feucht aus dem Bruch kommend, ist er 
weich und sägbar, mit der Zeit wird er trocken und stahlhart. Die große Kirche in 
Urach und schon das uralte Kirchlein in Burgfelden sind davon errichtet. — Der 
Holzbau fand aus den großen Wäldern des Schwarzwaldes, des Schönbuchs und 
der Alb reichliche Nahrung und hinterließ noch ziemliche Reste. Im tiefen Schwarz- 
tvald erfreut noch manches warmwohnliche, zierliche Schindelhaus, im Schönbuch noch 
manches mit Schnitzwerk versehene Holzbalkenhaus; nach der ehemaligen Reichsstadt 
Rottweil drang von der einst damit verbündeten Nordschweiz her die Vorliebe für 
hölzerne, mitunter auch steinerne Erker.
	        

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