Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberamt Rottenburg. 
Säulenkapitale und Gesimse; Münzen, geschnittene Steine, Statuetten von Bronze, 
und andere Gegenstände von Gold, Silber und Bronze. 
Um die Römerstadt selbst reihte sich ein Kranz von Villen und anderen Ge 
bäuden, dereit Grundreste noch häufig in der Umgebung der jetzigen Stadt aufgefunden 
werden: so auf dem linken Ufer gegen Nordosten und Norden über die Sülchenkapelle, 
die Theodorichskapelle und die Zangenhalde, — auf dem rechten Ufer über die Hügel 
am Ziegelstadel bis hinauf zur „Altstadt", woselbst ein römisches Kastell sich befand. 
„Der Umfang der Römerstadt," sagt Jaumann, „war viel größer als der der jetzigen; 
es dürften jedoch außerhalb des jetzigen Umfangs der Stadt aus dem rechten Ufer 
mehr militärische Gebäude zwischen den dort ausgebreiteten Verschanzungen und 
Lagern, am linken Ufer außerhalb der jetzigen Stadt mehr öffentliche Gebäude, auch 
Tempel und Landhäuser auf den Anhöhen umher, und bis gegen „Sülchen" hinab 
gestanden haben." — So zeigte sich nicht weit von der Theodorichskapelle abwärts 
gegen das „Lindele" am „Totenweg" ein größeres Gebäude mit Halbzirkeln, mehrere 
hundert Fuß in der Ausdehnung; nicht fern von Sülchen am „grasigen Weg" auf 
dem „alten Markt" fand man den Unterbau eines im Halbkreis geführten Theaters 
oder Forums von 380 Fuß Gesamtlänge. Ferner hinter dem Erath'schen Garten 
Züge und Grundmauern in größeren und kleineren Kreisen, wovon sich einer beim 
Eröffnen als Töpferofen, noch mit gebrannten Geschirren erfüllt, ergab; auf dem 
östlichen Abhang der Zangcuhalde, gegen Wurmlingen, Säulentrümmer und Gesims 
stücke von gewaltiger Größe; die Säulen hatten mehr als 4 Fuß Durchmesser, was 
immerhin auf eine Gesamtsäulenhöhe von 40 Fuß schließen läßt. Am „Lindele" bei | 
der Sandgrube fand man steinerne Särge. Ferner hatte die Römerstadt mehrere 
Wasserleitungen, die bedeutendste, auf große Strecken noch erhaltene lief auf dem 
linken Flußufer, sie war bis zum sogenannten „Rommelstall" bei der Thalmühle in 
ein bei Obernau in das Neckarthal mündendes enges Seitenthal geführt, um das 
bessere Wasser aus dem Lettenkohlensandstein zu bekommen; lief, die Krümmungen 
mit gerechnet, gegen drei Stunden lang meist unterirdisch und mündete in ein großes 
Bassin, das sich innerhalb der jetzigen Stadt befand. Ihr Fall beträgt 334 Fuß. 
Sie besteht aus einem, aus langen Gußcementplatten zusammengefügten. 1 Fuß 
breiten, 1 1 / 2 Fuß hohen Kanal, der auf einen: 6 Fuß breiten netzartigen Gußmauer 
werk (opus reticulatum) ausruhte. an beiden Seiten gemauert und oben mit Keil 
steinen überwölbt war. — Außerdem bestanden auf beiden Seiten des Neckars noch 
einige minder bedeutende Wasserleitungen. Von Befestigungen waren die beträcht 
lichsten, auf dem rechten llfer die „Altstadt", durch die senkrechten Felsenwände des 
Neckarthals und eine Nebenschlucht derselben auf zwei Seiten natürlich fest, außerdem 
lief rings um die 15 Württembergische Morgen umfassende Hochfläche eine 6 Fuß 
dicke Mauer und, wo es nötig war, ein Graben; im Innern fließt eine Quelle und 
fanden sich Grundreste römischer Gebäude. Die Altstadt wurde von General v. Kallee 
und Professor Dr. v. Herzog planmäßig ausgegraben. 
Zwischen Altstadt und Ehingen zeigen sich auf der „Kesselhalde" Reste aus 
gedehnter Verschanzungen, dabei Grnndreste römischer Gebäude und eine altgefaßte 
Quelle. Auf dem linken User ebenso Reste bedeutender Befestigungen, besonders im 
„Rempser", ohne Zweifel ein befestigtes Lager.
	        

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