Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberamt Balingen. 
Kopf und ein Mann mit dem Andreaskreuz. An der südlichen Chorwand steht in 
schöner, hocherhabener Arbeit ein Ritterbild mit Wappen, darin Ring und Kleeblatt, 
und der Umschrift: anno dm. MCCCCXIII (1413) uff sant Marien tag starb 
hainrich von ringelstain gen. affenschmaltz . edlkneclit . dem got gnedig sy. 
ist dies der seit 1390 in Urkunden öfters genannte Heinrich von Killer, genannt 
Affenschmalz. Die Kanzel, 1682, ist reich geschnitzt, auch der Holzeinbau des Lang 
hauses, 1652. Gutes Schmiedeisengitter um den Altar. An der Südwand noch 
Spuren eines gotischen Kreuzigunggemäldes. Lebensgroßer Luther, gemalt von G. 
Thom. Hopffer 1674. An der Nordseite der Kirche ein gotisches Portal, mit dem 
Reiterbild des heil. Martin. Der nordöstlich stehende Turm, durch die gewölbte Sa 
kristei, jetzt Archiv und einst das Untergeschoß eines großen viereckigen Turmes, vom 
Chor getrennt, wurde 1670—72 erbaut, geht nach oben ins Achteck und trägt ein 
kupfernes Kuppeldach mit Laterne. Die Kirche erinnert an die frühgotischen Säulen- 
basilikeu, wie sie ähnlich um den nahen Bodensee her auftreten. 
Die Kapellenkirche, spätgotisch, 1480, im Jahr 1833 wieder eingerichtet, recht 
eckig, flach gedeckt, mit maßwerklosen Spitzbogenfenstern. 
Das Stadtpfarrhaus 1772, das Helferhaus 1774. Das Rathaus 1577, mit 
sehr zierlichem, altem, schmiedeisernem Glockentürmchen, ähnliche auf dem Waghaus 
und dem Roten Haus. Schöner steinerner Marktbrunnen im Renaissancestil mit dem 
Standbild des Herzogs Ulrich, auf der Brust die Jahreszahl 1545. 
Ehestetten, S U Stunden unterhalb, südöstlich der Stadt an reichen Quellen 
im Schmiechathale lieblich gelegen. Hier steht noch als Scheuer das romanische 
Kirchlein zu St. Stephan, der östliche Teil wurde später verändert und zeigt treff 
liche frühgotische Maßwerkfenster. Im Innern Spuren alter Malereien. Der Hof 
Ehestetten, ©steten, war früher ein ganzer Ort, der 1094 von den Herrn von Winzeln 
an das Kloster St. Georgen kam, bald hernach an die Herrschaft Werrenwag und 
mit dieser an Hohenberg. 
Knöingen (Lindiugen 793). 
Evang. Kirche, mit spätgotischem, jetzt nicht mehr gewölbtem Chor, mit schönem 
Triumphbogen. Im Schiff und Chor ausgedehnte spätgotische Wandmalereien, leidlich 
aufgedeckt. Schöner Westturm, neuromanisch, 1866 erbaut von Bauinspektor Herzog. 
Hier ist geboren am 28. Juni 1745 als Sohn des Pfarrers der Maler August 
Friedrich Oelenheinz, 1789 Mitglied der Akademie in Wien, ff 1804 auf der Rück 
reise von Paris zu Pfalzburg im Elsaß. Er war ein sehr gesuchter Porträtmaler, 
malte u. a. die Tochter Ludwigs XVI., Lavater, Schubart, letzteres Bild im 
Museum der bildenden Künste in Stuttgart. Nördlich der Kirche die alte Klause, 
jetzt Bauernhaus. Der Ort erscheint mit Ebingen 793 durch Besitz des Klosters 
Lt. Gallen, später schalksburgisch, 1403 württembergisch. 
Gngstl'crtt (Engeslat \273). 
?tuf dem altbefestigten Kirchhügel liegt malerisch die gotische ev. Kirche mit 
stattlichem Westturm und schönem, kreuzgewölbtem Chor, letzterer mit derJahreszabl 1471.
	        

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