Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberamt Balingen. 
Ko (fingen (husingen, um U50). Filial von Meßstetten. 
Kleine ev. Kirche, 1668 aus einer gotischen Kapelle vergrößert. Der alte Gottes 
acker geht um die noch ein gotisches Fenster zeigende Kirche, unterhalb welcher zwei alte 
Linden malerisch an einem Quellbrnnnen stehen. 
Der Ort war hohenbergisch, Ivird 1347 an die Thierberg, 1418 an Württem 
berg verkauft. 
c £auft'u. 
Im Ort zum Teil alte Holzhäuser, so eines mit hübsch geschnitztem Trauben 
stock, 1685. Die dem heil. Gallus geweihte, in den Jahren 1873—75 in gutem, 
gotischeiu Stil von Bauinspektor Herzog neuerbaute ev. Kirche ist eine Zierde des 
Thals und besitzt uoch einen hübschen spätgotischen Krankenkelch und eine kleine, sehr 
alte Glocke mit der Umschrift in Majuskeln: Oirillns episeopns in Alexandria positus 
fugat tonitrua. 
Der Ort tritt erstmals in die Geschichte im Jahr 793 durch den Besitz, den 
das Kloster Sankt Gallen allda von der gestürzten Gottfriedischen Herzogsfamilie 
erworben hat; das Kloster ist auch noch ums Jahr 1200 hier beträchtlich begütert. 
— Später zollerisch, kommt Laufen 1403 an Württemberg. Früher Filial von 
Burgfelden, dann Dürrwangen, bekam es 1844 einen eigenen Pfarrverweser. Geboren 
ist hier Burkhard Tunzmann, Professor in Prag und Leipzig, st 1431. Die auf der 
Markung liegende Schalksburg (1211 8calci8berc) mit Ortsadel 1211, 1242, 
bildete einen Bestandteil des ältesten zollerischen Familienbesitzes und gab seit Friedrich 
d. I., 7 um 1302, einem eigenen auf die Burg mit Zugehörungen, besonders Balingen, 
abgeteilten Zweig des Geschlechts den Namen, welcher 1408 mit Graf Friedrich gen. 
Mülli (v. Mühlheim) erlosch. Auch zollerische Burgmannen saßen dort und nannten 
sich davon (Wappen: Burg mit Thor und zwei Türmen; Helmzier: Turm, woraus 
ein Mohrenrumpf wachsend). 1403 württ., 1458 den Rechberg zu Pfand gegeben, 
in der Werdenberg'schen Fehde 1464 zerstört, wieder aufgebaut, aber vor 1624 ab 
gegangen. — Gegenüber der Schalksburg der „Gräbelesberg". 
Lcrutl'ingen (Lutilinga 793). 
Die kath. Kirche stammt aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts (der im 
Westen stehende Turm 1725 erbaut), bietet innen einen ansprechenden mit kreuz 
förmig geteilter Stuckdecke, mit reich geschnitzter Rococo-Kanzel geschmückten Raum. 
Im kreuzgewölbten Chor das wappenreiche Grabmal des Wolf Friedrich Schenk von 
Stauffenberg, st 1676, und seiner Gemahlin Anna Barbara, geb. von Werdtnauw, 
st 1681. Das Stauffenbergische Schloß dreistöckig mit Walmdach und von einer 
Mauer mit runden Ecktürmen eingefaßt. 
Die Häuser haben zum Teil noch das Balkenwerk und eines davon entschieden 
künstlerischen Wert, das große neuerdings in der alten Bemalung wiederhergestellte 
Gasthaus zur Krone, mit Zahnschnittfriesen und verzierten Fenstern, über dem 
Eingang: Zünmermeister Oswald 1697. 
Der Ort wird 793 durch St. Gallischen Besitz genannt, hat Ortsadel 1092 ff., 
gehörte dann den Thierberg.
	        

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