Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Hirjau. 
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Kehren wir nun nach Hirsau zurück. Vvn der Peterskirche sind, abgesehen 
von dem nordwestlichen Turme, jetzt nur noch die Umfassungsmauern in der Höhe 
von wenigen Schuhen erhalten; indessen geben alte Beschreibungen und Abbildungen, 
sowie wiederholte Ausgrabungen des Verfassers (zuletzt im Herbst 1891) im Vereine 
mit dem Erhaltenen doch ein ziem 
lich getreues Bild von dem Ganzen. 
St. Peter war eine flachgedeckte, kreuz 
förmige, dreischifstge Säulenbasilika 
mit zwei Apsiden an der Ostseite des 
Querschiffes und mit dreischiffigem, 
gerade geschlossenem Chor, einem west 
lichen Vorhof, einem Vierungsturm 
und zwei westlich vor dem Vorhof 
aufsteigenden, durch eine Thorhalle 
verbundenen Türmen. Die dreischifstge 
Choranlage, d. h. ein Hauptchor, der 
von Nebenchören begleitet ist, wurde 
durch die Cluniazenser in Frankreich 
ausgebildet (ältestes erhaltenes Bei 
spiel in St. Bönigne in Dijon), tritt 
in St. Peter in H i r s a u znm ersten 
male in Deutschland auf und findet 
rasch in den Hirsaucr Reformklöstern 
und bald auch darüber hinaus Ver 
breitung. Auch die Vorliebe für den 
geradlinigen Chorschluß ist den Clu- 
niazensern eigentümlich. Ebenso die 
Anlage eines Vorhofes. Abt Wil 
helm legte in St. Peter in H i r s a u 
einen offenen Vorhof an, wahrschein 
lich um seine Kirche der Petersbasilika 
in R o m ähnlich zu gestalten und da 
durch den von ihm und den Clunia- 
zensern stets betonten Zusammenhang 
mit Rom auch äußerlich zu bekunden; 
wurde doch auch bei dem .1089 be 
gonnenen Neubau der Hauptkirche 
Clunys die Länge der Hauptkirche 
der Christenheit zum Vorbilde genom 
men. Ob die Anlage eines offenen Vorhofes in anderen Hirsauer Klöstern nach 
geahmt wurde, wissen wir nicht; wir finden an ihnen bedeckte Vorhallen; vielleicht 
hatte Schaffhausen a. Rh. einen solchen Vorhvf. In Hirsau selbst wurde der 
Borhof gegen Mitte des 12. Jahrhunderts in eine bedeckte dreischiffige Vorhalle 
verwandelt, wohl ans Rücksichten auf das nördliche Klima. Wichtig ist auch die 
Hirsau. Gedenkplatte des Bischofs Aurelius.
	        

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