Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Neuweiler. Ostelsheim. Simmozheim. 
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nachher geschah. Anfangs wurde wohl nur die einfachste Art, die Erze zu gewinnen, 
das Schürfen versucht, bald aber begann auch der Grubenbau, wofür ein Bericht 
des damaligen Gencralinspektors der Bergwerke, Otto Mann, vom Jahr 1623 zeugt, 
worin er neben den uralten Grubenhalden auch die Scheidenhaldeu anführt, von denen 
sich „um die ganze Stadt Bulach herum in einem weiten Feld über die Maßen 
große Haufen" befinden, alle voll blau, grün und gelblicht angeflogener Farben, 
worunter man auch zu Zeiten Erzstüflein finde rc. Als Zeugnis für den aus 
gedehnten alten Grubenbau aber führt er an „die vielen Halten, Bingen, Stollen 
und Mundlöcher, welche man, zur Zeit des Herzogs Friedrich I. von Württemberg, 
in einem Bezirk von 2 Stunden fand". Nach seinem und einem früheren Bericht 
von 1606 waren damals vornehmlich 2 Bergwerke im Betrieb, der Ziegelbachstollen, 
südlich von Neu-Bulach gegen Ziegelbach hin, welchen „die uralten Gewerke vom 
Ziegelbach an gegen Mitternacht auf 458 Lachter tief in das Gebirge trieben", und 
ein anderer Stollen, nördlich von Liebelsberg, gegen Teinach hin, wo, nach Manns 
Bericht, die älteste Schmelzhütte stand, deren Spuren man auf der Stelle des da 
maligen Wirtshauses fand, als Herzog Johann Friedrich wegen des Sauerbrunnens 
13' tief graben ließ, indem „der Grund aus lauter gepochten Schlacken bestand, 
unter denen noch Kohlengestube und Erzstüflein zu sehen toaren". Die große Aus 
dehnung wenigstens des Ziegelbachstollens rührt meist aus den Zeiten nach 1364, 
wo Bulach in kurpfälzischen Besitz kam, her, indem berichtet wird, daß der Pfalz 
graf, nachheriger deutscher König Ruprecht, „den kostbaren Bau angeordnet habe, 
durch welchen fast das ganze Städtchen Bulach untergraben wurde" uud in welchem 
man noch zu den Zeiten des Herzogs Friedrich „viele Gerüste" fand. (Oberamts- 
beschreibuug.) 
Weuweitev. 
Am Anfang des Teinachthals, mit ev. Kirche, mit altem Turm aus Buckelsteinen. 
Der Ort gehörte zum Amt Vogtsberg, alt Fautsberg. — Über der Rehmühle an der 
kleinen Enz sieht man noch die Trümmer der Burg Fautsberg, von welcher sich im 
13. und 14. Jahrhundert ein Dienstmannengeschlecht nannte. 
ÄlteLslieinr (alt Ostolfsheim). 
Ziemlich veränderte, gotische ev. Kirche; in den Fenstern schöne Fischblasen 
muster, romanischer Ostturm, über der Thüre, die von ihm in die Sakristei führt, 
das Schweißtuch, von zwei Engeln gehalten, dabei das Württembergische Wappen und 
die Jahreszahl 1488, zwei Schildchen mit Meisterzeichen. 
Ortsadel im 12. Jahrhundert. Der Ort kam über Calw, Vaihingen, Tübingen 
an Württemberg. 
SinrmozHerrn (Ligimundesheim im 9. Jahrhundert). 
Ev. Kirche zur heil. Dreifaltigkeit, 1748, mit gotischem Taufstein und einer 
Grabplatte von 1472. In der Sakristei Schlußstein der früheren Kirche, mit 
Bischofsfigur, 1497. Große Glocke: in sant Clementz Er . s. Lux . s. Marx . 
s. Johannes und in s. Matheus Er gos mich Bastian Sydler zu Eßlingen . als
	        

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