Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,2
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1897/98/
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Kirche zu Freudenstadt. 
Meramk Freudenstadt. 
^er Bezirk, einer der größten des Landes, ist meist bedeckt mit zusammenhängen 
den Nadelholzwäldern, durch welche seit unvordenklicher Zeit über den niedrigsten 
Paß bei Loßburg an den Kinzigquellen, das Kinzigthal hinab dem Rhein zu eine 
Straße lief; eine andere lief gleichfalls dem Rheinthale zu am jetzigen Freudenstadt 
vorbei und das Murgthal hinab; von Freudenstadt zog auch über den Kniebis west- 
wärts ein alter Weg, im Winter aber gefährlich, oft ganz vom Schnee verschüttet. 
Hochstraßen, halb Feld, halb Weide, gehen heute noch südnördlich ans den breiten Höhen 
streifen, mitten durch die 24 Höfe, die heute noch an alemannische Einödhöfe erinnern, 
in freier erhabener, von Stürmen durchbrauster Gegend. Die Thäler, meist dem Rhein 
thale zustrebend, wühlen sich sofort sehr tief und felsig ein und sind durchrauscht von 
dunkelklaren Bächen, die über große Gerölle ihre Fluten brausend wälzen und sich 
füllen aus den weiten Hochmooren auf den breiten, nur noch mit Legforchen be 
standenen, von großen Felsblöcken überschobenen, das halbe Jahr über in Eis und 
Schnee starrenden Bergrücken. — Erzbau, Flößerei, Pech- und Kohlenbrennerei mögen 
seit Jahrtausenden hier die spärlichen Einwohner, zum Teil Trümmer längst aus 
besseren Fluren vertriebener Volksstämme, ernährt und gestählt haben. Man sieht 
noch altverlassene Bergwerksstollen und wenige Ringwälle.
        

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