Volltext: Deutsche Konkurrenzen (1898/1899, Bd. 9, H. 97/108)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Spar- und Leihkasse für Rendsburg. (Fortsetzung von S. 3.) 
Aus dem Urteile des Preisgerichts. 
Bis zu dem Programmmäfsig festgesetzten Termine waren 31 Entwürfe ein- 
gegangen. 
Bei der Durchsicht stellte sich heraus, dass ı2 Entwürfe in den gegebenen 
Lösungen so wenig befriedigten, zum Teil auch solche Programmverstösse aufwiesen, 
dass sie nicht weiter in Frage kommen konnten. 
Nach der zweiten Sichtung wurden weitere 8 Entwürfe ausgeschieden. 
Von den übrig bleibenden ı1ı Entwürfen, nämlich: ‚„‚Nordstern‘“, „„Quodlibet‘“, 
„5%“, s,Goldelse‘‘, ‚,Bona Jides““, „Zeit ist Geld‘‘, ‚„„Halbmond‘', ‚So ward wol 
gahn“, „All right‘, „,Städtebilder‘“, „An de Waterkant‘“ wurden nach nochmaliger 
Sichtung die Entwürfe „Quodlibet“, „5%“, ‚„„Bona Jides‘“, „An de Waterkant‘, 
als die relativ besten anerkannt. Ueber dieselben ist folgendes zu bemerken: 
»Quodlibet“, Der Hauptvorzug des Entwurfes liegt in einer in allen Teilen 
zweckentsprechenden Grundrisslösung, welche die Verkehrsverhältnisse in günstigster 
Weise berücksichtigt. Ebenso befriedigt die Anordnung der Wohnräume. Als ein 
Mangel muss bezeichnet werden, dass die von dem „Stegen“ aus sichtbaren Fronten 
in zu dürftigen Architekturformen gehalten sind und dass die Front nach dem 
Jungfernstieg nicht als Hauptfront gekennzeichnet ist. 
„An de Waterkant‘“, Auch dieser Entwurf zeigt viele Vorzüge in der 
Grundrisslösung, doch sind die Verkehrsverhältnisse nicht mit demselben Geschick 
wie in dem vorigen Entwurfe beachtet. Die Stockwerkshöhe des Erdgeschosses ist 
zu niedrig gehalten. Die Gruppierung der einzelnen Bauteile lässt eine günstige 
Gesamtwirkung erwarten, wenn auch eine einfachere Architektur des Mittelbaues und 
eine Einschränkung der über Dach geführten Aufbauten erwünscht gewesen wäre. 
Ein Vorzug liegt in der Betonung der nach dem Jungfernstieg zu gelegenen Seite als 
Hauptfront, sowie in der Art der Bebauung des Grundstückes, wodurch die Möglich- 
keit, einen geräumigen Garten anzulegen, gewahrt worden ist. 
„5%“. Wenn auch der Entwurf besonders in den Ansichten viele Vorzüge 
besitzt, so steht doch die Lösung der Grundrisse derjenigen der Entwürfe „Quodlibet“ 
und „An de Waterkant‘““ nach, Auch die Ausnutzung der Baustelle ist eine weniger 
günstige als die des letztgenannten Entwurfes. 
„Bona fides‘‘, Der Entwurf ist, besonders mit Rücksicht auf die konsequent 
  
durchgeführte Symmetrie, mit viel Geschick behandelt. Dennoch befriedigt die 
Architektur nicht ganz; auch würde im Falle einer Erweiterung des Kassenlokals, 
welche nur durch Herausschiebung des Erdgeschosses des Hauptbaues erfolgen. kann, 
der Charakter des Gebäudes schwerlich zu wahren sein. 
Nach einstimmigem Urteile des Preisrichter - Kollegiums kann keinem dieser 
Entwürfe der erste Preis zuerkannt werden, weil keiner derselben eine in jeder Be- 
ziehung befriedigende Lösung ergeben hat. Es ist deshalb eine Verteilung der 
Gesamtsumme von 2000 M. in der Weise beschlossen worden, dass vier Preise von 
bezw. 790, 600, 400 und 300 M. vergeben werden. 
Dem Entwurfe „Quodlıbet‘“ ist nach Einigung des Preisrichter - Kollegiums 
der Preis von 790 M., dem Entwurfe „An de Waterkant‘“ der Preis vnn 600 M.,, 
dem Entwurfe „5%“ der Preis von 400 M. und dem Entwurfe „,Bona Jides“ der 
Preis von 300 M. zuzuerteilen, 
Als Verfasser des Entwurfes „,Oxodlibet‘‘ wird Herr Architekt Alb. Winkler 
in Altona, als Verfasser des Entwurfes „4n de Waterkant‘“ die Herren Architekten 
Klingenberg und Weber in Oldenburg und Bremen, als Verfasser des Entwurfes „5%“ 
Herr Baumeister F. Möller in Berlin und als Verfasser des Entwurfes ‚,Bona Jidest“ 
Herr Architekt Paul Dressler in Dresden ermittelt. 
Bauausführung. 
% Die Bauausführung geschieht nach dem mit dem 1, Preis ausgezeichneten 
Entwurf unter einigen Abänderungen desselben. Herrn Architekt 4/6. Winkler in 
Altona ist die Bauleitung übertragen worden. Der gotische Backsteinbau ist verlassen 
worden, an dessen Stelle ist ein deutscher Renaissancebau getreten, Alle Architektur- 
teile sollen jetzt aus Sandstein hergestellt werden, Die Kosten stellen sich jetzt auf 
118000 M. 
  
  
  
  
  
  
  
 
	        

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