Full text: Deutsche Konkurrenzen (1902, Bd. 14, H. 157/168)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aus dem Ausschreiben. 
Von den z. Zt. aufstehenden Provinzial- Verwaltungsgebäuden bleibt nur das 
auf der Nordostecke stehende alte Landeshaus erhalten; jedoch wird der Anbau der 
Südfront beseitigt. 
Die Ausnutzung des Platzes zur Bebauung ist beschränkt durch die Bestimmung, 
dass der mit a b c d bezeichnete Teil des Provinzial-Grundstüc nördlich der 
Domschule unbebaut bleiben muss. Dafür darf in der Breite d g nach e f hin ein 
Verbindungsbau vorgesehen werden, welcher die der Provinz gehörende, aber z. Zt. 
von fremdem Besitz umschlossene Margarethenkapelle mit dem künftigen Museumsbau 
in Verbindung bringt. 
Es darf angenommen werden, dass der vor dem Klubhaus belegene, vom 
Bauplatz durch die zur Rentenbank führende Gasse getrennte Vorgarten niemals 
bebaut wird. 
Nach den Bestimmungen der Baupolize ung darf das Grundstück zwar bis 
zu drei Vierteln seiner Fläche bebaut werden. Mit Rücksicht auf die verfügbaren 
Mittel soll die Bebauung sich jedoch zunächst nur auf etwa zwei Drittel der Fläche 
erstrecken, wobei das alte Landeshaus mit einzurechnen ist. Die Grundrissanordnung 
ist daher so zu wählen, dass eine Erweiterung des Museums ohne Schwierigkeiten 
möglich ist. 
Bezüglich der Verteilung der Räume wird Folgendes bemerkt: 
a) Das alte Landeshaus ist im wesentlichen für die Verwaltungs- und die 
Vereinsräume bestimmt und wird durch entsprechende Umbauten für diese 
Zwecke passend einzurichten sein. Der jetzige Landtagssaal nebst den 
Logen soll als Vortragssaal in seiner Form und Grösse erhalten bleiben. 
Der Museumsneubau wird zwar aus architektonischen Rücksichten voraus- 
sichtlich als selbständiger Bau neben dem alten Landeshause errichtet 
werden. Der Hauptflur des letzteren soll jedoch mit dem Neubau sowohl 
im Erdgeschoss, wie im Obergeschoss in bequeme Verbindung gebracht 
werden. Es ist daher auch gestattet, beim Museums - Neubau, zugleich im 
Interesse der Kosten- und Raumersparnis, von einem besonderen Eingang 
mit Vortreppen und Vorhalle Abstand zu nehmen und dafür den jetzigen 
Zugang zum Landeshause, unter entsprechender Ausbildung des Ver- 
bindungsflurs etc., als einzigen Zugang zum Museum beizubehalten. 
Der Museums-Neubau soll aus einem Untergeschoss und zwei Haupt- 
geschossen bestehen. 
Das Untergeschoss, eventl. von ungleicher Höhe, wird, neben den 
Räumen für die Centralheizung und einer Hauswartswohnung, einen Teil 
der Sammlungen des Altertumsvereins aufzunehmen haben. Für den 
grösseren Teil dieser Sammlungen ist das Erdgeschoss bestimmt. Auch 
kann hier eventl. die Skulpturensammlung des Kunstvereins untergebracht 
werden, 
Das Obergeschoss ist für die Gemäldesammlungen dieses Vereins 
bestimmt und wird teils Säle mit Oberlicht, teils Kabinette mit Seiten- 
licht erhalten. 
Im Museums-Neubau sind an hervorragender Stelle einzufügen: 
1. Die von der Pariser Weltausstellung herrührende, von der Provinz 
erworbene geschnitzte Holztreppe mit zugehöriger Holzdecke. 
Die ebendaselbst ausgestellt gewesenen drei Glasmosaikgemälde. 
(Folgen hier nähere Angaben über Abmessung der Treppe und der 
Mosaiken.) 
Die Margarethenkapelle soll wiederhergestellt und als Sammlungsraum für 
grössere kirchliche Gegenstände oder Architekturstücke eingerichtet werden. 
Dieselbe ist daher durch einen Zwischenbau mit den Museums-Sammlungs- 
täumen in bequeme Verbindung zu bringen. 
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.