Volltext : Deutsche Konkurrenzen (1908, Bd. 23, Nr. 265/276)

Geschäftshaus des Vorschuss- und Kreditvereins e. 6. m. u. H. zu Friedberg.

Aus dem Ausschreiben.

Der Vorschuss-' und Kreditverein e. G. m. u. H. in Friedberg beabsichtigt auf seiner Liegenschaft,
Ecke der Haagstrasse und Ferbergasse, ein neues Geschäftshaus zu errichten, das allen Ansprüchen für
den Betrieb eines mittleren Bankgeschäftes genügt. Zu diesem Zweck werden die beiden bestehenden
Häuser niedergelegt, so dass, wie aus dem Lageplan hervorgeht, ein Bauplatz von ca. 800 qm entsteht,
auf dem das neue Gebäude zu errichten ist. Die einzelnen Gebäudeteile dürfen nicht über die von der
Behörde festgesetzten Fluchtlinien herausgerückt werden, dagegen steht einer Zurückstellung hinter dieselben
nichts im Wege.
Die Geschäftsräume sollen im Erdgeschoss des Gebäudes ‚liegen, nur das Archiv kann unter
Umständen im Kellergeschoss gelegen, muss aber dann leicht und bequem zu erreichen sein.‘ Sie sollen
gutes Licht erhalten, leichte Durchlüftung gestatten und Uebersichtlichkeit und bequeme Zugänglichkeit
gewährleisten.
Zu den Geschäftsräumen gehören:

ein Warteraum für das Publikum vor den Schaltern mit einer Fläche von ca. 35 qm
ein Kasseraum 7 RE 35
eine Panzerkammer:. 0 En 15
ein Raum für die Buchhaltung . . Wen 50.5

ein kleiner Raum für Geldrollen und Verpacken der Wertpakete und für

die Telephonanlage » » 8—10

ON nn NS

ein Beratungszimmer ES U N nn 25
ein Archiv (das unter Umständen ein Stockwerk tiefer liegen kann) . He 25
ein kleines Sprechzimmer (das unter Umständen gleichfalls zu den unter 5
genannten Zwecken dienen kann) Wen HE 1201
9. zwei Klosetts mit gemeinschaftlichem Vorraum . Sem 6—8 ,
10. eine Garderobe und Waschraum nn 6-—8

Sämtliche Mafse verstehen sich auf die lichten Räume, also ohne Mauerstärken. N

Die Geschäftsräume sollen der besseren Beleuchtung halber, wenn tunlich, entweder an die verbreiterte
 Haagstrasse oder nach der Gartenseite gelegt werden, während das Beratungszimmer und unter
Umständen auch das Archiv an der Ferbergasse liegen können. Die Nebenräume (Klosetts und Garderobe
für das Personal) können nach Belieben angeordnet werden, jedoch ist hierbei auf direkte Beleuchtung
und gute Ventilation, sowie geeigneten Zugang Rücksicht zu nehmen.
Der Haupteingang zu den Geschäftsräumen soll von den beiden Strassen leicht zu erreichen und
in die Augen fallend sein und soll, um Zug zu vermeiden, in einen Vorraum (Vorplatz) münden.
Daran müsste sich der Warteraum (Nr. ı) für das Publikum anschliessen. Der Kasseraum grenzt
mit seinen Schaltern an den vorstehenden Raum. Die Schalterlänge, die gebrochen sein kann, muss
mindestens 6 m betragen, da die Absicht besteht, diese Länge abzuteilen, um einen getrennten Schalterraum
 (für Einwechslung der Kupons) zeitweilig einzurichten,
In dem Kasseraum befinden sich in der Regel 2 Beamte, von welchen der eine der Kassierer ist,
Der Raum für den letzteren ist durch ein niederes Gitter abzuteilen. Es ist auch Rücksicht darauf zu
nehmen, dass der Kassierer, der neben sich einen Kassenschrank mit der Tageskasse stehen hat, von
seinem abgetrennten Raum aus direkt sein Abteil der Panzerkammer betreten kann.
Die Panzerkammer wird mittelst eines starken eisernen Gitters in 2 ungleiche Abteilungen getrennt.
Die kleinere Abteilung dient zur Aufbewahrung der Barmittel und Depositen, die grössere Abteilung soll
ca. 100 Safes und die wichtigen Geschäftsbücher aufnehmen Die Wandstärke beträgt, abgesehen von
dem 10 mm starken Stahlpanzer, 65 cm und sollen die Wände in Zementklinkermauerwerk ausgeführt
werden; Boden und Decken sind durch 25 cm hohe eiserne Träger, die in einem Abstand von 15cm
liegen, in Betongewölben hergestellt; diese Träger sind durch feuersicheren Putz zu schützen, während
sie nach oben (nach dem Fussboden des I. Stockes) mit eisenarmierter feuersicherer Decke abgedeckt
werden, — Die Panzerkammer erhält 2 Eingänge: den vorerwähnten nach dem Raum des Kassierers und

 
            
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