Full text: Deutsche Konkurrenzen (1901, Bd. 13, H. 145/156)

  
  
  
  
  
  
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ihrer Gesamtanordnung nach geschickt gelegte Direktorwohnung im Schulhause leidet 
an einigen in die Augen springenden Fehlern, wie namentlich der dunklen Diele 
und der durch die Grundrissform der überliegenden Aula bedingten unschönen Form 
der beiden Hauptfrontzimmer, Wenig befriedigt auch die zu gleichwertige Aus- 
bildung der beiden Haupt-Treppenhäuser des Schulgebäudes, deren südwestliches, 
gegenüber den gewählten grossräumigen Abmessungen eines vornehmen KEinganges 
entbehrt. 
Die Architektur zeigt zwar mehrfach schöne Einzelheiten, auch sind die ge- 
samten Massen des Aufbaues zwischen Schulhaus- und Rathausgebäude den Ver- 
hältnissen entsprechend abgestimmt; die Fronten wirken indessen durch die zu starke 
Anhäufung von nicht überall harmonisch zusammenstimmenden Motiven unruhig 
ein Eindruck, der durch die stark gebrochenen Linien der Gebäudefronten noch 
verstärkt wird. 
Entwurf No. 13. Motto: ‚Zur die Zukunft.‘ 
Das Projekt zeichnet sich aus durch eine geschickte Ausnutzung des Bau- 
terrains, 
Die Höfe haben sämtlich ausreichende Dimensionen, infolgedessen ist die Be- 
leuchtung allenthalben ausreichend, namentlich auch die der Korridore. 
Der Grundriss des Rathauses ist in 2 Varianten dargestellt, von denen 
diejenige den Vorzug verdienen dürfte, bei welcher der Haupteingang auf der Achse 
der zweigeschossigen Vorhalle und des dahinter liegenden Hofes liegt. 
Festsaal und Sitzungssaal nebst Vorhalle eignen sich durch ihren Zusammen- 
hang zu festlichen Veranstaltungen, 
Als weniger gelungen muss der Grundriss der Töchterschule bezeichnet werden, 
bei welcher der Haupteingang durch einen ungewöhnlich langen, allerdings breiten 
Korridor zu der in der äussersten Ecke liegenden Haupttreppe führt. Nach den 
Fassadenzeichnungen sind allerdings noch Zugänge von der Gasteiner- und Uhland- 
strasse vorgesehen, doch sind dieselben in den Grundrissen weniger erkenntlich 
durchgeführt. 
Nicht befriedigend ist der Fassadenaufbau. Der Baumasse fehlt die monumentale 
Ruhe, ein Uebermafs von Motiven ist verwendet, 
Entwurf No. 15. Motto: „So zst’s.“ 
Der Grundriss des Rathauses zeigt eine klare und übersichtliche Anordnung, 
sehr zu loben sind die grossen zusammenhängenden Höfe; Lichthöfe sind vermieden. 
Die Disposition der grossen Säle, ihr Zusammenhang mit den Haupttreppen ist schön, 
wünschenswert wäre es, wenn der Hauptsaal und der Stadtverordneten-Saal in bessere 
Verbindung miteinander gebracht würden. 
Der lange Korridor nach der Berliner Strasse ist nicht einwandsfrei. 
Die Kassenräume im Erdgeschoss liegen günstig, der Vorraum vor der Haupt- 
kasse ist nicht genügend beleuchtet. 
Die Bureauräume sind indessen hell. 
Der Grundriss der Schule ist klar, die Eingänge liegen gut. Die Lage der 
Aula und der Direktor-Wohnung ist praktisch, die Treppen und Zugänge zur Aula 
sind zweckmäfsig angelegt. 
Die Architektur zeigt vortreffliche Verhältnisse und reizvolle Einzelheiten. 
Leider stimmt die Architektur des Rathauses mit derjenigen der Schule nicht ganz 
zusammen, welcher Eindruck durch die verschiedenen Materialien vergrössert wird. 
Die Anordnung nur eines Turmes und eines Haupteinganges an Stelle zweier 
scheint vorteilhafter zu sein. 
 
	        

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