— 3 — Nach einer allgemeinen Besprechung der Grundsätze, wonach bei der Beurteilung der Entwürfe zu verfahren sei, besonders bei Ermittelung der Bau- summen, mit Rücksicht auf die Kölner Preise, wurde zu einer gemeinschaft- lichen Besprechung der einzelnen Entwürfe übergegangen, wobei eine Sichtung in der Weise vorgenommen wurde, dass alle die Entwürfe ausgeschieden wurden, welche wegen augenscheinlicher Fehler in der Grundriss - Anordnung oder wegen unkünstlerischer Gestaltung des Aeusseren, oder endlich wegen zu hoher Baukosten bei der Bewerbung um einen der Preise nicht in Betracht kommen konnten. Es waren dies 26 Entwürfe. Somit blieben noch im Bewerbe 31 Entwürfe, die nunmehr einer weiteren und eingehenderen Prüfung unterzogen wurden, Dieselbe hatte zur Folge, dass weitere 19 Entwürfe ausgeschieden wurden. Die somit zur engeren Wahl kommenden Pläne wurden nun von den Preisrichtern auf die eingehendste Weise kritisiert und sind die Gesichtspunkte in dem, dem Protokolle beigefügten Anhange zum Ausdruck gekommen, Bei der im Bauprogramm auf das bestimmteste ausgesprochenen Be- dingung, dass die Bausumme von 500000 Mark unter keiner Bedingung über- schritten werden dürfe, musste nunmehr diese in erster Linie bei der weiteren Beratung in ihr Recht treten, und mussten infolgedessen mehrere der besseren Entwürfe zum Bedauern der Preisrichter aus dem Bewerbe ausscheiden, nach- dem durch genauere Nachrechnung sich herausstelle, dass die Baukosten sich bei diesen Entwürfen um mehr als 5° der im Erläuterungsberichte ange- gebenen Summe noch erhöhen würden. Es kam dann als weiterer entschei- dender Gesichtspunkt die Stilfrage zur Geltung. Wenn auch den Verfassern die Wahl in dieser Hinsicht freigestellt war, so musste doch angenommen werden, dass für das geplante Gebäude eine solche Stilform gewählt werde, die sich nicht nur für den Zweck besonders eigne, sondern auch der Lage des Gebäudes, von der von zwei Türmen flankierten mittelalterlichen Stadtmauer, welche für immer zu erhalten ist, Rechnung trage. Die Preisrichter waren einstimmig der Ansicht, dass mit Rücksicht auf die Nähe dieser alten Bauteile der Stadtumwallung eine strenge italienische Renaissance, als in dem gegebenen Rahmen nicht hineinpassend, ausgeschlossen werden müsse. Nach längerer Beratung kam das Preisrichter- Kollegium nun zu dem betrübenden Schlusse, dass unter Berücksichtigung auch dieser Gesichtspunkte von den noch in Wahl stehenden zwölf Arbeiten zehn ausgeschieden werden mussten, und zwar: „Für deutsche Kunst“, „Kunstgewerbe“, ‚Wilhelm Vernickel“, „„S. Gereon‘, L.Kunstgewerbe‘‘], „St. Gereon“, ‚„Flink‘“, „Peter Vischer“, „Fertig“ (rot), „Fragezeichen“. Es blieben somit nur zwei Arbeiten, welche den gestellten Bedingungen entsprachen und denen Preise zuerkannt werden konnten: No. ı5 mit Motto ‚Kölsch Häzz, Kölsch Huhs‘, No. 30 mit Motto „Am Rhein‘, Zwischen diesen beiden Entwürfen kam es nun zur Abstimmung, da bei der annähernden Gleichwertigkeit der Arbeiten eine andere Einigung der Preisrichter über die Verteilung der beiden ersten Preise nicht erzielt wurde, Das Resultat der Abstimmung war, dass der Arbeit mit dem Motto „Am Rhezn‘ der erste Preis mit 2500 M., dem Entwurf „Kölsch Häzz, Kölsch Huhs“ der zweite Preis mit 1500 M. zuerkannt wurde. Nach dem Programm ‚musste nun auch der dritte Preiszur Verteilung kommen, indes konnte das Preisrichter-Kollegium, ohne Ausserächtlassung der Bedingungen des Programms, diesen Betrag als Preis‘ nicht zuerkennen, und beschloss deshalb, noch einen Entwurf aus den zuletzt ausgeschiedenen zehn Entwürten auszuwählen, der relativ der beste und den Bedingungen und sonstigen künstlerischen Anforderungen am meisten entsprechende sei. Durch Abstimmung wurde beschlossen, dem Verfasser des Entwurfes ‚, Wz/helm Ver- nickel“ den: Betrag des dritten: Preises mit 1000 M., zuzuerkennen, wenn er dafür seinen Entwurf in das Eigentum der Stadt Köln übergehen lasse, Es wurde nun zur Eröffnung der Umschläge geschritten, und ergab sich als Verfasser der Arbeit „Am Rhein“ Herr Architekt Z. Hagberg-Berlin, der Arbeit „Kölsch Häzz, Kölsch Huhs‘ Herr Architekt /ranz Brantzky-Köln und der Arbeit ,, Wzlhelm Vernickel“ die Herren Architekten Thyriot & Berger- 1*