Hofbaukunst und Historie

Im 17. Jahrhundert begann in Europa der Aufstieg der absolutistischen Herrschaftssysteme, in denen die Macht sich mehr als je zuvor auf einzelne Herrscher und Herrscherinnen konzentrierte. Fürstliche Höfe wurden zu Zentren von Politik und Gesellschaft, Gelehrsamkeit und Kultur, Repräsentation zu einer Frage der Staatsraison. Dem Hofleben mit seinen Festen und Inszenierungen dienten neue, prachtvoll ausgestattete Residenzen als Bühne. Anlagen wie das Schloss von Versailles, Regierungssitz des „Sonnenkönigs“ Ludwigs XIV., entfalteten eine enorme Strahlkraft. Nicht zuletzt über die zahlreichen Druckwerke, die man ihnen widmete, wurden sie zu Vorbildern für Bauprojekte in ganz Europa.

Auch in den Wissenschaften zeigte sich das Machtstreben der Herrscherinnen und Herrscher, die Forschungsinitiativen in unterschiedlichsten Wissensbereichen unterstützten und finanzierten. Dem Studium der Geschichte kam dabei als Symbol traditioneller Gelehrsamkeit und Instrument fürstlicher Legitimation besondere Bedeutung zu.

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