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Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1877)

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1877)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1466506725020
Titel:
Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
Frühere Titel:
Sitzungs-Protokoll / Verein für Baukunde in Stuttgart (1870-1884)
Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1885/86-1892)
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Band

Persistenter Identifier:
1466506725020_1877
Titel:
Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart
Untertitel:
: vom ... Halbjahr ...
Jahrgang/Band:
1877
Verleger/Verlag:
W. Kohlhammer'sche Buchdruckerei
Erscheinungsort:
Stuttgart
Umfang:
getr. Zählung
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
1Ba 280-1877
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Ausgabe

Titel:
Sitzungs-Protokolle vom zweiten Halbjahr 1877.
Strukturtyp:
Ausgabe

Artikel

Titel:
Neunzehnte ordentliche Versammlung am 8. Dezember 1877
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
  • Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1877)
  • Einband
  • Sitzungs-Protokolle vom ersten Halbjahr 1877
  • Sitzungs-Protokolle vom zweiten Halbjahr 1877.
  • Fünfzehnte ordentliche Versammlung am 13. Oktober 1877
  • Sechzehnte Versammlung, zugleich außerordentliche Generalversammlung am 27. Oktober 1877
  • Siebzehnte ordentliche Versammlung am 10. November 1877
  • Achtzehnte ordentliche Versammlung am 24. November 1877
  • Neunzehnte ordentliche Versammlung am 8. Dezember 1877
  • Zwanzigste ordentliche Versammlung am 22. Dezember 1877
  • Beilage 1. Verzeichniß der Mitglieder nach dem Stand vom 1. Januar 1878
  • Beilage 2. Verzeichniß der in der Bibliothek des Vereins für Baukunde befindlichen Bücher, Kupferwerke etc. nach dem Stande vom Monat Januar 1878
  • [Handschriftlicher Brief v. Oberbaurath Schlierholz - 30. Jan. 1878]
  • Beilage 3 zur 17. Versammlung mit 2 Zeichnungsbeilagen. Mittheilungen des städtischen Bauraths, Herr Kaiser über seine im Spätjahr 1876 nach Brüssel gemachte Reise zum Besuch der internationalen Ausstellung für Gesundheitspflege und Rettungswesen, sowie über die von ihm gemachten Wahrnehmungen in Betreff der Anlage und Reinigung der Straßen, über Kanalisation etc. dieser Stadt, und über die auf das Ingenieurfach bezüglichen Ausstellungsgegenstände
  • Zeichnungsbeilage 1 zu Beilage 3. Bruessel - Wien
  • Zeichnunsbeilage II zu Beilage 3. Bruessel
  • Farbinformation
  • Einband

Volltext

9 
sofortige Anwendung nur der größeren Kosten wegen unter 
blieb. 
Hieran schließt sich eine lebhafte Debatte, an der sich be 
sonders die Herren Rheinh ardt, Güntter, v. Schlierholz, 
v. Hänel und Laißle betheiligen. 
Rheinhardt empfiehlt die gewählte Konstruktion aus 
Pflöcklingen nicht, da selbst bei Verwendung von Eichenholz 
der Belag nur eine Dauer von 15 Jahren habe; die Unter 
suchung der Pflöcklinge sei umständlich und finde in der Regel 
erst dann statt, wenn die Fahrbahn an einer Stelle einbreche, 
was nicht selten mit Unfällen verbunden sei. Wenn man ein 
mal Chaussirung anwende, so sollte man doch lieber auch gleich 
zu Zoreseisen greifen, bei welchen eine niangelhafte Beauf 
sichtigung wenig schade. Bei Brücken von so untergeordnetem 
Verkehr wie die Kirchentellinsfurther und die eben im Bau 
begriffene Lustenauer Neckarbrücke, sei übrigens eine Fahrbahn 
von Holz ihrer Billigkeit halber vorzuziehen. Das Holz sei 
von vielen Technikern mit Unrecht als ungeeignet bezeichnet: 
was häufig nur von der unrichtigen Wahl des Materials her 
rühre. 
Es sei z. B. ein großer Unterschied zwischen dem Fichten 
holz, das auf buntem Sandsteinboden wachse und dem auf 
nassem Molasseboden wachsenden (wie im Oberschwaben). Gutes 
Forchenholz aus dem Enzthal habe die doppelte Dauer von 
dem aus den: Weingarter Forst. Von einer Menge von Bei 
spielen führe er nur an, daß bei frequenten Brücken wie in 
Höfen der Pflöcklingsbelag eine Dauer von über 12 Jahren 
habe. Für gewöhnliche tannene Dielen könne man 6--7 Jahre 
rechnen, für forchenes, splintfreies auf magerem Sandboden 
gewachsenes Holz 10 Jahre. Bekannt sei, daß auf einer der 
frequentesten Straßenbrücken Deutschlands über den Rhein in 
Köln sich ein Buchenholzbelag an> besten bewährt und eine 
durchschnittliche Dauer von 4 Jahren gezeigt habe. In Mühl 
hausen. Mannheim und andern Orten theile man die Abneigung 
gegen Holzbelag, der jederzeit leicht zu untersuchen sei, nicht. 
Redner hat bei der von ihm erbauten Neckarbrücke in 
Lustnau den unteren Bohlenbelag von kyanisirtem Forchenholz 
herstellen lassen und verspreche sich hievon eine wesentlich 
längere Dauer der Konstruktion. Die oberen Dielen, theils 
aus altem aber noch ganz gesundem Eichenholz, theils aus 
Forchenholz seien auf ihrer unteren Seite getheert, damit 
die in der Regel von den Berührungsstellen ausgehende Fäul- 
uiß verzögert oder beseitigt werde. In die Kostcntabelle des 
Vortrags von Herrn Professor Laißle würden bei Annahme 
einer längeren Dauer des Bohlenbelags sich die betreffenden 
Zahlen weit günstiger gestalten. Laißle hat in Rußland nur 
einjährige Dauer der oberen Bohlenlage beobachtet und spricht 
sich mit Güntter auch aus dem Grund gegen Bohlenbelag 
aus, weil die Unterhaltung von Gemeindebrücken nicht sehr 
sorgfältig sei und deshalb die Gefahr vorliege, daß die Ge 
meinde später zur Verminderung der Unterhaltungskosten auf 
den Bohlenbelag eine Chaussirung aufbringe, wodurch die Be 
lastung bedenklich gesteigert werde. 
v. Schlierholz spricht sich zunächst, wenn nicht wie hier 
aus Gründen der Oekonomie eine Holzfahrbahn „oder Pflöck- 
lingsunterlage" mit Chaussirung angezeigt sei, gegen Holzved- 
wendung bei eisernen Brücken aus. Zoreseisen können in 
solchen Abständen gelegt werden, daß dazwischen gelegte Roll 
schichten von Backsteinen entweder zum Wasserabzug dienen, 
oder überbetonirt werden können, was Letzteres besonders für 
Eisenbahnüberfahrtsbrücken zu empfehlen sei. — Im übrigen 
bemerkt er, daß bei Dielenbelag nicht selten in den Zwischen 
flächen der Schwamm entstehe und die obere Dielung durch 
hereingeschleppten Schotter am meisten beschädigt werde. Immer 
hin habe aber reiner Bohlenbelag den Vorzug vor Pflöcklingen 
mit Chaussirung, daß die einzelnen Hölzer leichter zu unter- ! 
suchen seien; nur inüsse man dem Wasser möglichst leichten 
Abzug durch die Dielen verschaffen. 
Rh ein Hardt empfiehlt zur Verhütung der Schotterein 
schleppung eine Pflasterung auf 8 in. Länge an beiden Brücken 
enden; er bezweifelt ferner die absolute Wasserdichtigkeit der 
Backsteingewölbe, welche von Laißle und v. Hänel lebhaft 
vertheidigt wird. Letzterer erwähnt insbesondere die günstigen 
Erfahrungen, die hierüber au den Brücken der Orleansbahn 
gemacht worden seien. 
Der Vorsitzende dankt hierauf Herrn Professor Laißle 
für seinen interessanten Vortrag, zu dem er erst vor 3 Tagen 
aufgefordert worden sei, was sein Verdienst noch vermehre und 
fordert zu zahlreicher Befolgung des guten Beispiels nament 
lich auch die Herrn Architekten auf. 
Das Programm enthält noch „Mittheilungen aus der 
Praxis." 
Der Vorsitzende hebt den großen Nutzen hervor, der 
daraus erwachse, wenn die Vereins-Mitglieder ihre bei den 
einzelnen Bauten gemachten Erfahrungen, sollten sie auch nur 
in ganz kurzen Notizen bestehen, der Versammlung mittheilen 
und beginnt diesen Zweig der Vereinsthätigkeit mit seinen 
Erfahrungen über die Molassesandsteine der Schweiz, die in 
Oberschwaben sehr viel Verwendung finden. Darnach liefern 
von den uns zunächst gelegenen Rorschacher Steinbrüchen nur 
diejenigen von Staad ein gleichmäßig gutes Material, es ist 
jedoch vor ihrer Anwendung an Stellen, wo sie mit dem 
Erdboden oder mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, sowie 
bei Wasserbauten und für Objekte auf welche ein rascher 
Witterungswechsel einwirkt zu warnen, trotzdeni ihre Druck 
festigkeit bis zu 700 Kgr., gegen 300 bei den Maulbronner 
und 550 pro m ein. bei den Buntsandsteinen, beträgt. Ueber- 
dies ist eine glatte Bearbeitung dauergewährender als eine 
rauhe, gestockte oder gespitzte rc. Außenfläche, indem ohne 
Zweifel die Textur durch die Bearbeitung aufgelockert wird 
und solche Flächen insbesondere in Tunneln in Folge raschen 
Temperaturwechsels, Luftzugs rc. bald abfanden. 
Schließlich werden die eingesandten Baumaterialien be 
sprochen, zunächst ein Muster der neuen Dachbedeckungsweise 
aus Dachpfannen von verzinktem Eisenblech von I. Hilgers 
in Rheinbrohl, eingesendet von Münster in Friedrichshafen, 
fertig gedeckt Preis 4,9 M. pro Dm., First und Kehlen 
3,5 M. pro 1. in., sowie ein Neuster der Schieferplatten von 
der Schieferfabrik Engp bei Pfäffers, die sich als Boden- 
tisch- und Pissoirplatten, auch als Dachschiefer empfehlen sollen. 
Preis pro dm. je nach Größe 3—12 Ji 
Der Vorsitzende macht auf die bisherigen schlechten Er 
fahrungen mit anderen Schweizer Dachschiefern aufmerksam, 
die allerdings so billig seien, daß sie nicht selten auf dem 
Umweg über Caub und Frachtscheinen von dort als Cauber 
Schiefer verkauft werden, will jedoch gegen diese neue Gesell 
schaft kein Vorurtheil erwecken, da die beigegebene Brochüre 
die bisherigen Fehler unumwunden anerkenne und eine sorg 
fältige Auswahl verspreche. 
Schluß der Versammlung gegen 11 Uhr. 
Der Schriftführer: 
Baumeister Lang. 
Zwanzigste ordentliche Wersammknng 
am 22. Dezember 1877. 
Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz. 
Schriftführer: Bauinspektor Knoll. 
Anwesend: 20 Mitglieder und 2 Gäste. 
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und stellt die Herren 
Architekt Ganzenhauser und Architekt Lauser als Gäste vor. 
Sodann wird das Protokoll über die vorige Sitzung ver 
lesen und genehmigt. 
Der Vorsitzende macht die Mittheilung, daß der badische 
Techniker-Verein nunmehr sich bereit erklärt habe, sich mit 
seinen sämmtlichen Mitgliedern bei der neu zu gründenden 
Zeitschrift für Baukunde zu betheiligcn, während der Casseler 
Verein nur mit 30 Mitgliedern beitreten wolle; worauf der 
2
	        

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