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Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1888)

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1888)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1466506725020
Titel:
Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
Erscheinungsort:
Stuttgart
Frühere Titel:
Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1870-1884)
Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1885/86-1892)
Signatur:
verschiedene Signaturen
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Band

Persistenter Identifier:
1466506725020_1888
Titel:
Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart
Untertitel:
: aus dem Vereinsjahr ...
Jahrgang/Band:
1888
Verleger/Verlag:
W. Kohlhammersche Buchdruckerei
Erscheinungsort:
Stuttgart
Umfang:
42 Seiten
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
1Ba 280-1888
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Ausgabe

Titel:
Versammlungs-Berichte für 1888. (Ganzer Jahrgang.)
Strukturtyp:
Ausgabe

supplement

Titel:
Beilage II. Mitteilungen über den Bau der städtischen Dohlen in Stuttgart von Stadtbaurat Kaiser (s. Bericht über die ordentl. Versammlung vom 7. April 1888)
Herausgeber:
Kaiser, Christian
Strukturtyp:
supplement

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
  • Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1888)
  • Einband
  • Versammlungs-Berichte für 1888. (Ganzer Jahrgang.)
  • Inhalt
  • Vereinsbeamte für die beiden Jahre 1887 und 88. Vereinsbeamte für die beiden Jahre 1889 und 90.
  • Erste ordentliche Versammlung, am 4. Februar 1888
  • Zweite ordentliche Versammlung, am 18. Februar 1888
  • Dritte ordentliche Versammlung am 3. März 1888
  • Vierte ordentliche Versammlung, am 7. April 1888
  • Erste gesellige Vereinigung, am 21. April 1888
  • Fünfte ordentliche Versammlung, am 5. Mai 1888
  • Zweite gesellige Vereinigung, am 17. Mai 1888
  • Sechste ordentliche Versammlung, den 2. Juni 1888
  • Dritte gesellige Vereinigung, am 8. Juni 1888
  • Familienausflug nach Urach am 10. Juni 1888
  • Siebente ordentliche Versammlung, am 13. Oktober 1888
  • Vierte gesellige Vereinigung, am 3. November 1888
  • Achte ordentliche Versammlung, am 17. November 1888
  • Fünfte gesellige Vereinigung, am 8. Dezember 1888
  • Neunte ordentliche Versammlung, am 29. Dezember 1888
  • Hauptversammlung, am 19. Januar 1889
  • Beilage I. Heilbronn und seine Bauten. Vortrag von Stadtbaumeister Wenzel am 18. Februar 1888
  • Beilage II. Mitteilungen über den Bau der städtischen Dohlen in Stuttgart von Stadtbaurat Kaiser (s. Bericht über die ordentl. Versammlung vom 7. April 1888)
  • Beilage III. Schreiben des Mitglieds Zivilingenieur C. Kröber in Stuttgart Siehe Bericht über die ordentliche Versammlung vom 5. Mai 1888
  • Beilage IV. Aeußerung des Vereins über die Denkschrift und Eingabe der württembergischen Regierungsbaumeister. Referent Baudirektor v. Schlierholz (s. Bericht über die Versammlung vom 5. Mai 1888).
  • Beilage V. Über den Bau eines Thermalwasserreservoirs in Wildbad und das neue Katharinenstift (Armenbad) daselbst. Vortrag von Oberbaurat von Bok am 5. Mai 1888.
  • Beilage VI. Zusammenstellung der Aufgaben für die physikalisch-technische Reichsanstalt.
  • Beilage VII. Das Konstruktionsprinzip einer neuartigen Brückenfähre mit Anwendung auf die Eisenbahnverbindung Dover-Calais. Vortrag von Regierungsbaumeister B. Lebret am 29. Dezember 1888 (s. hiezu die zwei ersten Figuren auf Blatt 2).
  • Verzeichnis der Mitglieder nach dem Stande vom 15. Mai 1889
  • Entwurf für einen Brunnen in Heilbronn. Ansicht und Grundriss
  • Wildbad: Badgebäude im Jahr 1839. Badgebäude im Jahr 1846. Wildbad Thermalwasserreservoir - erbaut 1865. Grundrisse
  • Brücken-Fähre [Dover-Calais] - Querschnitte
  • Farbinformation
  • Einband

Volltext

Beilage II. 
Mitteilungen üöer den Wau der städtischen Dohlen in Stuttgart 
von Stadtbaurat Kaiser (s. Bericht über die ordentl. Versammlung vom 7. April 1888). 
Die städtischen Dohlen in den Straßen hiesiger Stadt wurden 
bis zum Ende der sechziger Jahre mit rechteckigem Querschnitt aus 
Bruchsteinmauerwerk, teils mit, teils ohne Mörtel, und die Sohle 
aus glatten Steinplatten hergestellt. Um die bekannten Ucbelstände 
dieser Konstruktion thunlichst zu beseitigen, wurde von der genannten 
Zeit ab bei den meisten Dohlen nicht nur die Sohle aus Beton 
mit muldenförmigem Querschnitt, sondern auch die senkrecht stehen 
den Seiteuwände ans demselben Material ausgeführt, und also nur 
noch die Deckel aus Hausteinen gefertigt. 
Ein weiterer Fortschritt erfolgte dadurch, daß im Jahr 1871 
einige Betonkanäle mit eiförmigem Querschnitt, welche 72 om Weite 
und 110 cm Höhe hatten, erstellt wurden. Der Querschnitt be 
stand aus 2 Teilen, nämlich dem untern mit der Sohle und den 
Seitenwänden und dem oberen halbkreisförmigen Gewölbe; sie 
wurden von der Firma Dyckerhoff in Karlsruhe geliefert und 
kostete der Meter samt Verlegen 26 M. 57 Pf., ein kleinerer Quer 
schnitt mit 60 cm Weite und 90 cm Höhe kam auf 21 J&. 14 Pf. 
pro lfd. Meter zu stehen. 
In demselben Jahr wurde auch ein Betonkanal mit 72 cm 
Weite und 110 cm Höhe in der Weise ausgeführt, daß die gut 
bearbeitete Betonmasse auf die Verschalung von Bogenrüstnngen ge 
bracht und daselbst genügend gestampft wurde; das Mischungsver 
hältnis war 1 Teil Portlandzement. 2 Teile Flußsand und 4 Teile 
gewaschener Flußkies. Der laufende Bieter, von einem hiesigen 
Unternehmer erstellt, kam, einschließlich der Grabarbeit und des 
Glattstrichs, auf 33 <M>. 21 Pf. zu stehen, und es hat diese Kon 
struktion immerhin den Vorteil, daß die vielen Fugen zwischen den 
einzelnen Stücken in Wegfall kommen und die Betonmasse einen 
festen zusammenhängenden Körper bildet. 
Da man zu jener Zeit noch wenig Erfahrungen über die 
Dauer und das Verhalten der Vetonkanäle überhaupt hatte, und 
da auch die einheimischen Arbeiter mit der Bearbeitung des Betons 
nicht recht umzugehen wußten, machte die Einführung der eiför 
migen Betonkanäle keine raschen Fortschritte, so daß bis in die 
Mitte der 70ger Jahre in einzelnen Fällen auch noch gemauerte 
Dohlen, jedoch immer mit Betonsohlcn erstellt wurden. 
Im Jahre 1874 wurde der erste Röhrenkanal mit 45 cm 
Durchmesser ausgeführt, von dem Zementgeschäft Kimmel und 
Lehr in Stuttgart, und berechnete sich der Aufwand pro laufenden 
Meter incl. Verlegen, aber ohne Grabarbeit auf 13 J& 80 Pf. 
Von dem in Kannlisationsanlagen gut bewanderten Ingenieur 
Gordon in Frankfurt wurde im Jahr 1874 ein genereller Plan 
nebst Erläuterungsbericht über die Anlage von Spülkanälen in 
Stuttgart im Auftrag der Stadtverwaltung gefertigt, und es hat 
derselbe in Betreff der Baumaterialien auf Seite 50 des Berichtes 
die Anwendung von richtig geformten und gut gebrannten Back 
steinen empfohlen. Eine aus 11 Mitgliedern des Vereins für 
Baukunde bestehende Kommission, welche im Jahr 1876 mit einer 
Begutachtung der Gordonschen Arbeit betraut war, konnte sich 
über die Anwendung der Materialien nicht einigen (siehe S. 21). 
Im Jahre 1876 wurden die ersten eiförmigen Backsteinkanäle 
erbaut und zur Sohle — aus Gründen größerer Solidität rc. — 
Sohlstücke aus gebrannter und glasierter Steinzeugmasse verwendet, 
was auch bei allen seither erstellten Kanäle» noch der Fall ist. 
Der bedeutendste war der Kanal in der Schillerstraße vom 
Königsthor bis zur Alleenstraße 210 ni lang, 1,3 m weit und 
und 1,95 m hoch. 
Bis zum Jahr 1876 wurden die meisten Kanäle aus Beton 
mit Steinzeugsohlstücken ausgeführt und zwar teils in eigener Regie, 
teils im Wege des Accords. 
Obgleich bei diesen Kanälen, namentlich in Betreff ihrer Festig 
keit keinerlei nachteilige Erfahrungen gemacht wurden, so haben sich 
doch im Laufe der Zeit einige Mißstände gezeigt, die nicht wohl zu 
beseitigen waren. 
Namentlich bei den Accordsarbeiten war es trotz aller Strenge 
der Bauleitung nicht immer möglich, es dahin zu bringen, daß das 
vorgeschriebene Mischungsverhältnis der Materialien, sowie die vor 
schriftsmäßige Bearbeitung der Betonmasse und ebenso wenig die 
verlangte Wandstärke genau eingehalten wurden; die Kistchen, in 
welchen der Zement (als teuerstes Material) gemessen wurde, waren 
niemals gänzlich vollgefüllt, während die für das Messen des Kieses 
bestimmten Kistchen stets stark überfüllt waren; ferner war es 
namentlich bei den Kanälen von kleinerem Querschnitt sehr schwierig, 
einen vollkommen ebenen Glattstrich an der Innenseite 8er Kanal 
wände fertig zu stelle», weil die Arbeiter stets in gebückter oder 
liegender Lage arbeiten mußten, was ihnen bald in einer Weise 
zuwider war, daß sie suchten, sobald als möglich aus den Kanälen 
herauszukommen, und nur mit Mühe wieder in dieselben zurückzu 
bringen waren. 
Als ein weiterer Uebelstand muß noch hervorgehoben werden, 
daß bei Betonkanälen das Abwasser aus den Wohnhäusern erst dann 
in den Kanal eingeleitet werden kann, wenn der Beton so weit er 
härtet ist, daß er durch den Wasserzufluß nicht mehr beschädigt 
wird, was immer einige Tage ansteht, während welcher dann das 
Wasser von den Hausbesitzern zurückbehalten werden sollte, was aber 
auch nicht wohl durchführbar ist. Endlich ist noch zu sagen, daß 
nach Fertigstellung eines Betonkanals wieder einige Tage zugewartet 
werden muß, bis die Betonmasse so weit erhärtet ist, daß die nus 
gegrabene Erdmasse wieder in die Baugrube eingeworfen und fest 
gestampft werden kann, was namentlich in engen Straßen für den 
Fährverkehr sehr störend ist. 
Diese Uebelstände fallen bei den Backsteinkanälen weg; bei 
denselben bestimmt sich die Wandstärke nach der Größe des Kanal 
profils, in Backsteinringen ausgedrückt, d. h. ob derselbe mit einem 
oder mit anderhalb oder mit zwei Ringen :c. ausgeführt werden 
soll, und die Bauleitung hat die Gewißheit, daß die vorgeschriebene 
Wandstärke eingehalten wird, auch erhärtet der Zementmörtel in 
den Fugen zwischen den Backsteinen rascher als die Betonmassen 
bei den Betonkanälen, so daß ein Backsteinkanal bälder benützt 
werden kann. 
Mit der Herstellung der Backsteinkanäle konnte vor dem Jahre 
1876 nicht wohl begonnen werden, nxil die wenigen leistungsfähigen 
Ziegeleien in Stuttgart und der nächsten Umgebung in den voran 
gegangenen Jahren mit den Lieferungen für die vielen damals her 
zustellenden Hochbauten zu sehr in Anspruch genommen waren und 
weil auch einige Ziegeleien erst gegen die Mitte der 70ger Jahre 
ihre Ware so weit vervollkommnet hatten, daß sie zu Kanalbauten 
verwendet werden konnte.
	        

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