digibus Logo
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württembergischen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1928, Bd. 23. Heft 1/12)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württembergischen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1928, Bd. 23. Heft 1/12)

Collection Object

Persistent identifier:
1466506725020
Title:
Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
Place of publication:
Stuttgart
Former titles:
Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1870-1884)
Versammlungs-Berichte / Württembergischer Verein für Baukunde in Stuttgart (1885/86-1892)
Shelfmark:
verschiedene Signaturen
Structure type:
Periodical
Collection:
Periodicals
License:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Collection Object

Persistent identifier:
1466506725020_1893_1897
Title:
Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart
Volume:
1893-97
Publisher:
F. Weise's Hofbuchhandlung in Stuttgart
Place of publication:
Stuttgart
Extent:
getr. Zählung
Language:
german
Structure type:
Volume
Physical location:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Shelfmark:
2Zb 8710-1893/97
License:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de
Collection:
Periodicals

Collection Object

Title:
Heft 2
Structure type:
Issue

Collection Object

Title:
Anzeigen-Beilage
Structure type:
supplement

Contents

Table of contents

  • Bauplatz und Werkstatt : Monats-Zeitschr. d. Staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe / hrsg. vom Württembergischen Landesgewerbeamt
  • Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württembergischen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1928, Bd. 23. Heft 1/12)
  • Cover
  • Title page
  • Contents
  • "Der kanalisierte Neckar bei Untertürkheim" nach einer Originalzeichnung von Gertrud Stemmler, Stuttgart. Kunstbeilage
  • Heft Nr. 1
  • Heft Nr. 2
  • Heft Nr. 3
  • Heft Nr. 4
  • Heft Nr. 5
  • Heft Nr. 6
  • Heft Nr. 7
  • Heft Nr. 8
  • Heft Nr. 9
  • Heft Nr. 10
  • Heft Nr. 11
  • Heft Nr. 12
  • Colour checker
  • Cover

Full text

Wouplo OMi⸗ estalt 
TBEILONGGRN PEBRBBRTTEPMIBERGISCAHEMN 
stutigart, November 1928 23. Jahrgang / Nummer 11 
Der Gips als Baustoff 
Vortrag, gehalten im Auftrage des Württ. Landesgewerbeamts am 20. Juni 1928 im Landes- 
gewerbemuseum Stuttgart von Ingenieur Louis Martin, Leiter der Bauberatungsstelle der 
Deutschen Gipsindustrie E. V., Arnstadt 
Der Mangel an Wohnungen drängt immer mehr dazu, schnel— 
ler und billiger zu bauen, und man versucht daher, mit allen Mit— 
teln die Bauzeiten abzukürzen und möglichst solche Baustoffe zu 
derwenden, deren Gewichte und Maße bei gleicher Standfestigkeit 
und Haltbaͤrkeit geringer sind gegenuͤber dem normal verwandten 
Ziegelmauerwerk. Der Baustoff soll billig sein und sich doch bei 
der Formgebung leicht den Konstruktionselementen des Baues 
anpassen. 
Der altbewährte und in großen Mengen vorhandene Bau- und 
Mörtelbindestoff Gips kann diese Forderungen alle erfüllen, und 
wenn heute die Verwendung nicht in dem Maße fortgeschritten ist, 
wie man es wegen der guten Eigenschaften annehmen sollte, so 
rührt dies daher, daß die Verarbeitungsweise der verschiedenen 
Bipssorten sehr bielen Bauleuten ein Buch mit sieben Siegeln 
war. Jeder wußte genau über die Eigenschaften und die Verwen— 
dungsweise des Zements und des Kalkes Bescheid, leider war es 
mit dem Gips nicht dasselbe. Ein mißlungener Versuch genügte, 
um sich abzukehren und die Schuld am Mißlingen wurde stets im 
Material, aber nie in der unrichtigen Verarbeitunas- und An— 
wendungsweise gesucht! 
Trotzdem reicht die Verwendung von Gips zu Bauzwecken sehr 
weit zuͤrück. Die besten Zeugen sind immer noch die Pyramiden 
oon Gizeh, dieselben sind von Grund auf mit einem Mörtel, der 
aus 8435 Gips bestand, gemauert. Die Griechen übernahmen diese 
Technik auch. Bei den Ausgrabungen von Pompeji fand man 
neben einem gut erhaltenen Ofen zum Gipsbrennen eine voll— 
kommen eingerichtete Bildhauerwerkstatt. Sizilien mit seinen 
reichen und reinen Gipslagern machte ebenfalls in seiner Blüte— 
zeit ausgiebigsten Gebrauch von diesem leicht herzustellenden und 
ieicht zu verärbeitenden Baustoff. Noch heute kann man an den 
Säulen und Friesen der Riesentempel von Akragas die Spuren 
des Gipsstucküberzuges erkennen. Spanien und Italien, beides 
un Gipsvorkommen reiche Länder, haben ebenfalls große Mengen 
GBips zum Bau und zur Ausschmückung ihrer Prachtbauten ver⸗ 
vendet, und es liegt nahe, die Vermutung auszusprechen, daß die 
Entwicklung des Maurischen Stiles mit seinen reichen Arabesken 
und Verzierungen seinen Grund mit in der Anwendung des leich— 
en plastischen Stuckgipses hat, und diese Vermutung dürfte auch 
ür die Entwicklung des Rokoko und des Barocks zutreffen. In 
Deutschland war die Verwendung des Gipses hauptsächlich im 
Mittelalter sehr groß, und es ist wohl anzunehmen, daß italienische 
Künstler sehr viel dazu beitrugen, die Anwendung des Gipses zu 
steigern. Wir haben heute noch prächtige Zeugen der Haltbarkeit 
des Gipsmörtels in den alten Klosterbauten, Festungsmauern, 
Burgen und Schlössern in der Umgebung der Gipsablagerungen 
Norddeutschlands, vor allem in der Umgebung Nordhausens und 
Lüneburgs, aber auch der Dom in Hildesheim enthält den noch 
heute bewunderten Estrichboden aus Harzer Gips. 
Sehr gesteigert wurde der Verbrauch des Gipses, als man dazu 
uüͤberging, aus dem Stuckgips sofort Baumaterialien herzustellen, 
und hier war es mit der nie ermüdende Eifer des Ludwigsburgers 
Otto Mack, welcher für die Ausbreitung und Verwendung der 
Gipsdielen kein Mittel unversucht ließ und auch schöne Erfolge 
erzielte. Heute werden in den deutschen Gipsdielenwerken über 
eine Million Quadratmeter Dielen hergestellt und im Bauwesen 
verarbeitet. 
Der Gipsstein ist eine Ablagerung aus dem Weltmeer. In der 
Permzeit wurden durch Barrenbildung große Teile des Meeres 
seitweilig von der Verbindung mit diesem abgeschnitten, das zu 
zieser Zeit herrschende Wüstenklima trocknete das Wasser des ent⸗ 
tandenen Binnenmeeres ein und brachte die einzelnen, im Mee— 
eswasser gelösten Salze usw. zum Niederschlag. So sind die großen 
— 
»en. Die hohe Temperatur und der Drucdkbrachte den Gipsstein 
iber in einer Form zum Absetzen, in welcher derselbe nicht zur 
Fabrikation gebrannter Gipse geeignet ist. Es bildete sich zunächst 
der, wasserfreie Gipsstein, der Anhydrit, und erst im Laufe der geo— 
ogischen Zeiten bildete sich der obere Teil der Ablagerungen durch 
Wasseraufnahme in Gips um. Dieses geschah unter einer Volu— 
nenvergrößerung von etwa 30 2, dadurch entstanden die großen 
ürhebungen, die Fältelungen und die Höhlen in den Gipsablage— 
ungen. Diese umgewandelte Schicht von 40 -60 m Mächtigkeit 
vird im Harz und in Mitteldeutschland für die Fabrikation ab— 
zebaut. Die württembergischen Gipsablagerungen sind während 
jer Keuperperiode entstanden, zu dieser Zeit war die Temperatur 
rnicht mehr so hoch, und wurde der Gips daher meist in der Form 
zes wasserhaltigen Gipssteins niedergeschlagen; es brauchte da— 
jer auch keine Umbildung einzutreten, um das Material für die 
Fabrikation geeignet zu machen. Der Keupergips liegt meist in 
vagerechten Schichten, bildet also keine durch Volumenvergröße— 
ung hervorgerufene Erhebungen oder Fältelungen. Die einzelnen 
Zchichten sind bedeutend schwächer als beim Zechsteingips, daher 
iuch leichter zu brennen und zu verarbeiten. Allerdings ist auch 
nicht die Reinheit der Zechsteingipse zu erzielen, höchstens beim 
zenauen Sortieren der Stücke. Die südbadischen und die Schwei— 
er Vorkommen liegen im Muschelkalk und bilden große linsenför— 
nige Ablagerungen in diesen. 
Der Rohgipsstein ist schwefelsaurer Kalk von der Form 
Ga SO- 4 2B⸗-0. 
Derselbe enthält: Calciumoxyd (CaO) 32,58 * 
Schwefelsaure (8SOs) 46,49 * 
—V— 2093 5. 
Durch das Erwärmen des Gipssteins tritt eine Entwässerung 
rein und hat man hier mehrere beachtenswerte Punkte: 
Bei 1070 werden plötzlich A der im Rohgips enthaltenen Wasser⸗ 
menge ausgetrieben und es bildet sich der Stuckgips — 
CassoO- - 2 H⸗0 das Halbhydrat des Gipses. Dieser Zu— 
sn bleibt bei der weiteren Steigerung der Temperatur 
is zu 
o, dann beginnt sich löslicher Anhydrit zu bilden — CasO., 
der letzte Rest Wasser, das Restviertel, entweicht auch, aber 
das so entstandene Material nimmt begierig Wasser aus der 
Luft oder der Umgebung wieder auf und bildet sich wieder 
in Halbhydrat um Erst bei einer Steigerung über 
3000 hinaus bildet sich ein schnell mit Wasser erhärtender, aber 
geringe Endfestigkeit zeigender Gips. Bei einer weiteren 
Steigerung über 
450 0 bildet sich ein Produkt, welches langsam abbindet und eben⸗ 
falls nicht die Festigkeit des abgebundenen Stuckgipses zeigt. 
Erst bei Temperaturen über 
7500 beginnt sich Estrichgips zu bilden, ein Material mit aus— 
gesprochen hydraulischen Eigenschaften. Wird die Temperatur⸗ 
steigerung über 
10000 fortgesetzt, so wird Schwefel frei, durch Abspaltung, und 
das freiwerdende Calciumoxyd verbindet sich mit dem frei— 
verdenden Wasser zu Kalkhhdrat. Dieses Kalkhydrat wirkt 
äußerst günstig auf die Erhärtung des Estrichgipses. 
—
	        

Downloads

Downloads

The entire work or the displayed page can be downloaded here in various formats.

Full record

METS METS (entire work) PDF (compressed) PDF (full size)
TOC
Mirador

This page

PDF Image Preview Image Small Image Medium Mirador

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Links

DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the displayed page:

Full record

RIS

This page

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Search results

Search results

Kind
1 / 2,807
Konkurrenz-Entwürfe für ein Rathaus in Stuttgart
Back to search results Back to search results

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.