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ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1977, Jg. 8, H. 32, Jg. 9, H. 33-36)

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

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Rechte vorbehalten - freier Zugang
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Bibliografische Daten

fullscreen: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1977, Jg. 8, H. 32, Jg. 9, H. 33-36)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1554189511460
Titel:
Deutsche Konkurrenzen
Erscheinungsort:
Leipzig
Erscheinungsverlauf:
18XX
Signatur:
verschiedene Signaturen
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Band

Persistenter Identifier:
1554189511460_1906
Titel:
Deutsche Konkurrenzen
Autor:
Neumeister, Albert
Jahrgang/Band:
1906, Bd. 20, H. 229/240
Erscheinungsort:
Leipzig
Erscheinungsjahr:
1906
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
XIX/493.4-20,1906
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de
Sammlung:
Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
Heft 1
Strukturtyp:
Ausgabe

Illustration

Titel:
Tafeln
Strukturtyp:
Illustration

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
  • ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1977, Jg. 8, H. 32, Jg. 9, H. 33-36)
  • Heft 32: Ist die emanzipatorische Stadtentwicklung gescheitert?
  • Heft 33: Selbsthilfe im Wohnungsbau
  • Heft 34: Strategien für Kreuzberg
  • Heft 35: Städtische Bewegungen in Frankreich, Italien, Spanien und der BRD
  • Inhaltsverzeichnis
  • Schwerpunkt: Kommunale Politik und städtische Bewegungen
  • Dossier: Neue Arbeitsplätze - neue Perspektiven?
  • Serie: Ästhetik-Diskussion
  • Nochmals zu ... [Aneignung und Akkulturation. Fortsetzung ARCH+ 34]
  • Auf dem Lande wohnen
  • Filme
  • Zur Selbsthilfe-Diskussion
  • Heft 36: Your Home is my Kasse

Volltext

Mahlzeiten zubereitet und verzehrt wur- 
den, wo man schlief oder wo man Gäste 
empfing; mittlerweile hat sie sich zuneh- 
mend in Räume für separierte Funktionen 
aufgespalten. 
Als erstes wurde der. Bereich des Schla- 
fens aus dem Gemeinschaftsraum ausge- 
lagert. Das Eßzimmer und der Wohnraum 
sind Erscheinungen neueren Datums. 
Das Eßzimmer, der Wohnraum: die 
kalte Pracht 
Das „Eßzimmer” und der „‚Wohnraum” 
sind keine Räume, in denen man ißt oder 
sich für gewöhnlich aufhält, es sind Re- 
präsentationsräume, wo mitunter Besu- 
cher empfangen werden: Fremde oder bei 
bestimmten Gelegenheiten die Verwandt- 
schaft. „A//eine essen wir dort nie . . . für 
mich bedeutet das Eßzimmer, daß ich 
einen anständigen Raum zur Verfügung 
habe... es kommt hier selten vor, daß 
die Leute ihr Eßzimmer benutzen.” 
Bekanntermaßen ist das Einnehmen 
der Mahlzeiten in der Küche kein spezifi 
sches Phänomen der Bauern. Diese Ver- 
haltensweise ist auch bei den Städtern 
üblich. Was die Bauern und sogar die an- 
deren Landbewohner von den Städtern 
unterscheidet, ist die Tatsache, daß die 
Küche für sie der Ort ist, in dem sie leben, 
wie es die Plazierung des. Fernsehapparats 
und anderer Geräte beweist: „Die Küche 
ist unser Raum, in dem wir leben, wir ha- 
ben den Fernseher in der Küche.” 
Die ländliche Wohnweise ist im Begriff, 
von der ‚,Isotopie” (der Ort an sich — 
eigener Ort) zur „„‚Heterotopie‘ (der ande- 
re Ort — Ort der anderen) überzugehen, 
um die Konzeption von Henri Lef@bvre 
aufzunehmen. Räume werden aufgeteilt 
und damit auch gleichzeitig Personen und 
Aktivitäten. „A/s ich hierher kam, gab es 
nur einen großen Raum, wir haben dann 
drei Zimmer daraus gemacht.” „‚Es gab 
nur zwei Räume, jetzt sind es sechs, ich 
habe lieber viele kleine Zimmer als ein 
großes.” 
Die Unabhängigkeit jedes einzelnen 
Familienmitglieds ist zur Zeit das herr- 
schende Modell, an dem die Landbewoh: 
ner sich orientieren. Der Imperativ des 
„‚Sich-gegenseitig-nicht-Störens”” ist eines 
der tätigen Prinzipien bei der Transfor- 
mation der Wohnweise. „Manchmal sitzt 
mein Mann vorm Fernseher, während 
mich das nicht interessiert; er ist dann 
halt da drüben und ich bin hier; man muß 
sich nicht in die Quere kommen, er hat 
seine Ruhe und ich die meine.” 
Diese Unabhängigkeit drückt sich be- 
sonders deutlich in den Schlafräumen aus. 
Zuerst wird das Kinderzimmer vom Zim- 
mer der Eltern separiert, dann wird es 
selbst differenziert, nach Geschlecht und 
Alter der Kinder. 
Die individuelle Aufteilung und Ab- 
grenzung des Raums hat sich durchgesetzt, 
nachdem die ländliche Familie zur Kopie 
der städtischen Kernfamilie geworden ist. 
Vor nicht allzu langer Zeit bildete die 
ländliche Familie eine Wohngemeinschaft, 
die aus Eltern, Kindern sowie der näheren 
und manchmal auch der weiteren Ver- 
wandtschaft bestand. Diese Großfamilie 
vereinigte sich regelmäßig — selbst wenn 
sie unter verschiedenen Dächern verstreut 
war — zu einer Arbeitsgemeinschaft. In 
dem Maße, wie die Familie enger gefaßt 
wurde, wird die Güterteilung rigider ge- 
handhabt. Die Übertragung des Eigentums 
erfolgt zunehmend weniger verbal, dafür 
umso mehr in schriftlicher Form „vor dem 
Notar’. Die Aufteilung und Abgrenzung 
des häuslichen Raums ist nur der Gnaden- 
stoß einer bereits stark geschwächten Tra- 
dition der Gemeinschaftlichkeit: „Diese 
Tür hier war vorher nicht da, wir haben 
einen zweiten Eingang machen lassen, weil 
wir jetzt zu zwei Familien hier leben ... 
es ist nicht üblich, aber wenn wir wollen, 
können wir getrennt das Haus betreten . . . 
man muß Vorsorge treffen, in den alten 
Zeiten haben wir das nicht getan.” 
Im Gegensatz dazu offenbart sich bei 
den Städtern eine gewisse Nostalgie in 
Richtung Gruppenleben. Sie versuchen, 
den Gemeinschaftsraum wieder ins Leben 
zu rufen: „Was wir suchten, war, viel ge- 
meinschaftliche Fläche zur Verfügung zu 
haben, wir haben gerne einen gemeinsa- 
men Platz,wo wir zusammen sein können; 
wir laden genauso oft Freunde ein, wie 
die Kinder ihre Spielgefährten.” ‚Wenn 
ich noch mal ein Haus herrichten könnte, 
würde ich eine Lösung ins Auge fassen, 
die ländlicher ist, mit dem riesengroßen 
Gemeinschaftsraum . .. das Haus bestün- 
de praktisch nur aus einem einzigen 
Raum.” 
Aber auch die glühendsten Verfechter 
der Gemeinschaftlichkeit müssen der In- 
timität ein Minimum an Raum zugestehen. 
Die Sexualität fordert, auch wenn es ver- 
bal verdrängt wird („ein Zimmer ist nur 
zum Schlafen gut”) einen eigenen Raum 
und sei er auf eine „Zelle’”’ reduziert. „Nun 
gut, man muß schlafen . . . dafür haben 
wir diese kleinen Zellen eingerichtet, aber 
mit einem Minimum an Fläche, um ein 
Maximum zum Leben zu behalten . . das 
Leben besteht nicht nur aus Schlafen.” 
DAS HAUS UND SEINE UMGEBUNG 
Für die Städter ist die unmittelbare Um- 
gebung (das Gelände, der Garten) integra- 
ler Bestandteil der Wohnung. Sie be- 
schreibt einen Raum, der auf unterschied- 
lichste Art und Weise betrachtet und an- 
geeignet wird: man geht dort spazieren, 
man ruht sich aus, man ißt dort, man 
empfängt seine Freunde und vor allem, 
man pflanzt etwas an. Verschiedene archi- 
tektonische Elemente (Loggien, Balkons, 
Terrassen, Vordächer, Laubengänge) si- 
chern die Kontinuität zwischen gebautem 
Raum und Freiraum. 
Für die Landbewohner, speziell für die 
Landwirte ist die Angliederung der Au- 
ßenräume an die Wohnung etwas Neues, 
Der Einfluß des städtischen Modells ist 
unbestreitbar und wird auch als solcher 
erkannt: „Früher zählte das Äußere wenig 
... die Leute aus Paris haben ihre Außen- 
räume sehr angenehm gestaltet . . . die 
Bauern haben das immer mehr übernom- 
men ... unser Nachbar hat mit seinem 
Hof was Hübsches gemacht, in der Mitte 
ist ein üppiges Blumenbeet, der Rand 
ist Rasen mit Ziersträuchern bepflanzt; 
das ist eine echte Verbesserung des Lebens 
hier.” 
Die Anlagen um das Haus herum und 
vor allem vor dem Haus bilden Filter, die 
zwischen den neuerdings aufgewerteten 
Wohnbereich und die unangenehme Ar- 
beitssphäre geschoben sind. Auch die 
Wohnweise der Landbewohner integriert 
langsam die Übergangselemente zwischen 
Innen und Außen: „Die Terrasse haben 
wir noch nicht lange, es sind ungefähr drei 
Jahre 2” 
Die Integration der Außenräume, der 
Natur in die Wohnung ist augenscheinlich. 
„Ein Zimmer zu ebener Erde — meiner 
Meinung nach ist es angenehmer, wenn 
das Fenster sich zum Garten hin öffnet”, 
das meint im praktischen Sinn: „auf der 
Terrasse nehmen wir das Essen ein”, und 
im symbolischen: „ich habe was Grünes 
gepflanzt, das sieht freundlicher aus und 
macht das Haus lebendiger.” 
Der Rasen verdrängt den Gemüsegarten 
Die nützliche Umgebung weicht der 
visuell-ästhetischen, das Gemüsebeet dem 
Rasen. 
Auch für den Bauern hat sich der Au- 
Benraum in Landschaft verwandelt. Sein 
Haus öffnet sich mehr und mehr dem 
Grünen, der „‚Natur”’. 
Die Veränderung der Hausöffnungen . 
ist die erste Umwandlung, die der Landbe- 
wohner vornimmt. Er vergrößert die be- 
stehenden Türen und Fenster, bricht neue 
Öffnungen heraus und ersetzt festes Ma- 
terial durch transparentes. Er möchte 
„freie Sicht” haben und „drinnen leben 
als wäre er draußen”. Aus einer neuen 
Sichtweise wurde eine neue Landschaft 
geboren, beides rührt von der städtischen 
Kultur und den Wahrnehmungsweisen her, 
die sie verbreitet. _ 
Die Modifikationen, denen die ländli- 
che Wohnweise unterzogen wurde, sind 
ein wesentliches Element bei der Transfor- 
mation des Landes und seiner Lebensbe- 
dingungen. Obwohl die kulturellen Mo- 
delle, die diese Veränderungen geleitet 
haben, alle Produkt der städtischen Gesell- 
schaft sind, konvergieren sie nicht immer 
54
	        

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