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Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung

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Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung

Monografie

Persistenter Identifier:
1568624571367
Titel:
Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung
Autor:
Adam, Albert Eugen
Verleger/Verlag:
Kohlhammer
Erscheinungsort:
Stuttgart
Erscheinungsjahr:
1919
Umfang:
233 S.
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Monografie
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
1J 55
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Kapitel

Titel:
10. Unter volksparteilicher Führung. 1895-1912
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung
  • Einband
  • Titelseite
  • Titelseite
  • Vorwort
  • 1. Flitterwochen. 1819-1821
  • 2. Ruhige Fahrt. 1821-1830
  • 3. Stürmische See. 1830-1838
  • 4. Im alten Fahrwasser. 1839-1848
  • 5. Umsturz und Neubau. 1848-1849
  • 6. Drei Landesversammlungen und sechs Verfassungsentwürfe. 1849-1850
  • 7. Reaktion. 1851-1864
  • 8. Neues Leben. 1864-1870
  • 9. Ins Deutsche Reich. 1871-1894
  • 10. Unter volksparteilicher Führung. 1895-1912
  • 11. Im Weltkrieg. 1913-1918
  • 12. Staatsumwälzung. 1918-1919
  • Inhaltsverzeichnis
  • Graukeil
  • Einband

Volltext

  
  
  
  
  
  
  
10. Unter Führung der Volkspartei. 
1895-1912. 
Zu den Neuwahlen am [. Februar 1895 zog die Volkspartei 
aus mit der Loſung: fort mit den Lebenslänglichen, fort mit allen 
Privilegierten aus der 2. Kammer, her mit der progressiven Einkommen- 
und Vermögenſsteuer! Eine allgemeine Einkommensteuer hatten auch 
die Nationalliberalen ſchon bei Beratung des Haushaltplanes für 
1889/91 beantragt, und die Kammer hatte den Antrag zu dem ihrigen 
gemacht. Nun forderten auch sie im Wahlprogramm weiter für die 
2. Kammer ausſchließlich die allgemeine, direkte und geheime Wahl 
und die Abſchaffung der Lebenslänglichkeit der Ortsvorsteher, aber 
unter Abnahme ihrer staatlichen Aufgaben und unter besserer Siche- 
rung ihrer Unabhängigkeit gegen unten und oben, endlich für die 
Volksſchyle fachmännische Schulaufsicht. 
Für die Regierung und ihre bisherigen Freunde im Landtag 
lagen die Verhältnisse bei den Neuwahlen nicht günstig. Die wirt- 
schaftliche Lage war gedrückt, die Landwirtſchaft in sichtlicher Notlage; 
in weiten Kreisen herrschte Unzufriedenheit über den Steuerdruck, ver- 
stärkt durch eine rückständige Gemeindebeſteuerung; die Ulasse der 
Handarbeiter drängte mächtig empor und griff das Bestehende in seinen 
Grundlagen an. Allenthalben herrschte Unzufriedenheit, gesteigerte 
Begehrlichkeit, Mißmut, Unruhe. Die hiergegen im Reichstag ange- 
kündigte Umiſsturzvorlage begegnete lebhaftem Widerspruch. Auch an- 
dere Vorgänge im Reich, namentlich manches Wort des jungen Kaisers, 
wurden scharf angefochten. So brachten denn die Wahlen einen Um- 
schwung und eine neue Parteigruppierung. Mit 31 Mitgliedern kehrte 
die Volkspartei als die stärkste Partei zurück; die Nationalliberalen 
errangen nur 153 Sitze; die katholischen Mitglieder der Landespartei 
und der Linken sammelten sich im Zentrum mit 20 Mitgliedern; die 
Uberbleibsel der Linken und der Landespartei, die Privilegierten und 
der neue Bund der Landwirte sſchloſſen sich als Freie Vereinigung 
lose zusammen. Daneben waren die zwei ersten Sozialdemokraten in 
den Halbmondsaal eingezogen. Nun übernahm die Volkspartei die 
Führung in der 2. Kammer. Sie war dabei in der glücklichen Lage, 
ihr in Payer einen ausgezeichneten Präsidenten zur Verfügung stellen 
zu können. Der Beobachter frohlockte, ein neuer Abschnitt in der 
Geſchichte Württembergs habe begonnen. 
Die Thronrede vom 20. Februar 1895 hatte das Vorgehen der 
Regierung in der Verfaſſungsfrage abhängig gemacht von einer Klärung 
  
 
	        

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