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ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1970, Jg. 3, H. 9-11)

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Bibliographic data

fullscreen: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1970, Jg. 3, H. 9-11)

Collection Object

Persistent identifier:
1571051867188
Title:
ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Place of publication:
Aachen
Regularity of issue:
1.1968-
Shelfmark:
Archiv IGMA
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Structure type:
Periodical
Collection:
Periodicals
License:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/

Collection Object

Persistent identifier:
1571051867188_1970
Title:
ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung
Volume:
1970, Jg. 3, H. 9-11
Year of publication:
1970
Language:
german
Structure type:
Volume
Physical location:
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
License:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Collection:
Periodicals

Collection Object

Title:
Heft 11: Stadtplanung und Reformgeister
Structure type:
Issue

Collection Object

Title:
Stadtplaner und Reformgeister
Author:
Janssen, Jörn
Krausse, Joachim
Schlandt, Joachim
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
  • ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1970, Jg. 3, H. 9-11)
  • Heft 9: Advocacy Planning, Citizen Participation - zur Funktion des Architekten
  • Heft 10: Wissenschaftliche Intelligenz und proletarisches Klassenbewusstsein
  • Heft 11: Stadtplanung und Reformgeister
  • Editorial
  • Wohnen, Politik und Wohnungspolitik
  • Stadtplaner und Reformgeister
  • Gruppenarbeit in der Architekten- / Planer-Ausbildung
  • Diskussion: Alternative Studien- und Prüfungsordnung für die Studienrichtungen der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Berlin

Full text

für wünschenswerte Nutzung wäre, galt als selbstver- 
ständlich.'' Diese Erkenntnis teilte jüngst der ameri- 
kanische Nationalökonom John Kenneth Galbraith euro- 
päischen Planern mit, die sich anschicken, Entwürfe 
für Europa im Jahre 2000 anzufertigen, Das Prinzip 
der privaten Aneignung hat sich bis heute nicht ver- 
ändert. Daher sind auch die Leitbilder städtebaulicher 
Planung seit mehr als hundert Jahren fast unverändert 
geblieben: 
Im Zentrum der Städte ballen sich festungsähnlich die 
Bauten der Herrschaft des Kapitals: Banken, Börsen, 
Warenhäuser, Regierung, Gerichte, Industrieverwal- 
tungen, Polizei, Feuerwehr, Museen und Theater, die 
wie früher die Zitadellen auf allerlei subtile Weise 
die Bevölkerung in Schach halten. Die Villenvororte 
der Bourgeoisie und arrivierten Angestellten des Ka- 
pitals befinden sich in bevorzugten Lagen meist west- 
lich der Stadt. Proletarische Massenquartiere befin- 
den sich möglichst in einer gewissen Entfernung vom 
Zentrum, in Vor- oder Satellitenstädten, durch breite 
Straßen und geräumige Plätze in handliche Blockein- 
heiten, sogenannte Nachbarschaften aufgeteilt und 
voneinander getrennt. Mittlere Angestellte und Beam- 
te, die eine positivere Einstellung zu privatem Eigen- 
tum und öffentlicher Obrigkeit haben, wohnen in der 
Nähe des Zentrums, ihres Arbeitsplatzes. Die in der 
Industriestadt vollzogene Trennung von Arbeits- und 
Wohnplatz, der Sphären von Produktion und Konsum, 
ist Ausdruck der Ideologie, welche den Ausbeutungs- 
zusammenhang leugnet. Familien und selbst Individuen 
verstehen sich zeitlich und räumlich getrennt jeweils 
als Produzenten oder Verbraucher, so daß die Erfah- 
rung der Ausbeutung in persönlichen und familiären 
Konflikten, fern dem Ort ihrer Entstehung, sich ent- 
lädt. Ein technisches und darum um so undurchschau- 
bareres Novum der Städte ist deren Ausbau nach den 
Erfordernissen des PKW-Individualverkehrs, der 
selbst eine Folge der oben erwähnten Standortprin- 
zipien ist. Das Dilemma dieser Entwicklung beschreibt 
Hans G. Helmst: "Das Auto regiert das Selbstver- 
ständnis des Arbeiters als vereinzeltes Individuum 
ebenso wie seine materielle Notdurft. Es hält ihn 
ideologisch, funktional und materiell an der Kandare, 
Politisch kann es von der Herrschaft als Druckmittel 
benutzt werden, weil ein Streik, der die Automobil- 
industrie trifft - und das gilt für 9 von 10 Streiks -, 
die Beschäftigung der Majorität der Arbeitenden, ja 
ihre soziale Sicherheit insgesamt gefährdet. '' 
Die ideologisch unterstützte Trennung der Sphären 
von Produktion und Konsum, die völlige Undurch- 
schaubarkeit wirtschaftlicher Planung und ihre glo- 
bale Steuerung in den Monopol- und Olygopolkonzer- 
nen einerseits, die Verfilzung von wirtschaftlichen 
und politischen Interessen andererseits führen dazu, 
daß dem einzelnen Bürger und Stadtplaner die im 
lokalen Bereich der Stadt auftretenden Erscheinungen 
rätselhaft bleiben. Durch die Auflösung der Wirkungs- 
zusammenhänge in wilde Konglomerate partieller 
Fakten und Sensationen des Tagesgeschehens tragen 
die Massenmedien mehr zur Verschleierung als zur 
Erklärung der Mißstände bei. Sie schüren lediglich 
eine unartikulierte Angst vor drohendem Chaos, Diese 
Angst aber bindet die vereinzelten Individuen an die 
herrschenden Parteien und Wirtschaftsunternehmen, 
die sich als Retter in der Not aufspielen. 
39 
Bollwerke im Klassenkampf 
Sanierungen werden die Gefahr des offenen Klassen- 
kampfes nicht vermindern, wie manche Sozialplaner 
versprechen. Elend wird nur umquartiert, ohne daß 
die Ursachen der sozialen Widersprüche dadurch be- 
seitigt würden. Auch der mit Sanierungen vielleicht 
intendierte Ausbau der Städte nach Maßgabe der Taktik 
und der Waffen, die man gegen Aufständische einzu- 
setzen gedenkt, kann nur vorübergehend Vorteile schaf- 
fen. Die Strategien der Aufständischen passen sich den 
jeweils vorfindlichen topographischen Verhältnissen 
an, seien es die Sümpfe des Mekong-Delta, die Ur- 
wälder Brasiliens, die Wüste Sinai, Harlem in New 
York oder das Märkische Viertel in Berlin. Organi- 
sation und Waffen des Klassenkampfes werden nach der 
jeweiligen Situation gewählt. Auch die Pariser Boule- 
vards, von denen aus der Klassenkampf beherrscht 
werden sollte, haben sich nicht bewährt. 1868 beur- 
teilte Auguste Blanqui den Wert der Boulevards in 
seinen ’ Instruktionen für den Aufstand’ völlig richtig: 
"Was man zum Beispiel aus der Liste der neuen Vor- 
teile des Feindes streichen muß, sind die strategi- 
schen Straßen, die jetzt die Stadt in allen Richtungen 
durchziehen. Man fürchtet sie zu Unrecht. Sie sind 
kein Grund zur Beunruhigung. Sie stellen keine weitere 
Gefahr für den Aufstand dar, wie man fälschlich an- 
nimmt; im Gegenteil, sie bieten ein Gemisch von Nach- 
teilen und Vorzügen für beide Parteien. Wenn die 
Truppe sich dort auch bequemer bewegen kann, so ist 
sie dort aber um so stärker der Gefahr ausgesetzt, 
entdeckt zu werden. - Unter Gewehrfeuer sind solche 
Straßen nicht zu benutzen. Außerdem ermöglichen Bal- 
kone, alle kleine Bastionen, Seitenfeuer, was die ge- 
wöhnlichen Fenster nicht zulassen. Kurzum, diese 
langen geraden Avenuen verdienen vollkommen den 
Namen Boulevards, den man ihnen gegeben hat. Es 
sind in der Tat wirkliche Bollwerke, die natürliche 
Verteidigungsfronten von sehr großer Stärke dar- 
stellen. '' 
Welche Bedeutung der Klassenkampf für städtebau- 
liche Planung immer noch oder immer wieder hat, 
geht aus einem Untersuchungsbericht "on the Causes 
and Prevention of Violence'' der "National Capital 
Planning Commission in Washington'' hervor, der im 
September 1970 vom Weißen Haus veröffentlicht wor- 
den ist. Im Vorwort zu einem auszugsweisen Vorab- 
druck des Berichts schreibt das "Journal of the 
American Institute of Planners'': '"'Gewaltverbrechen 
haben in den großen Stadtregionen der USA in einem 
alarmierenden Tempo zugenommen. Dieser Artikel. . 
untersucht Möglichkeiten, wie durch Planung und 
Gestalt städtischer Umwelt Gewalt kontrolliert, ver- 
hindert oder herausgefordert werden könnte. Es ist 
gegenwärtig eine nackte Tatsache des amerikanischen 
Lebens, daß Gewalt zur Ursache von Veränderungen 
in der städtischen Umwelt geworden ist. Fraglos wer- 
den unsere Städte mehr und mehr befestigt und histori- 
sche Beispiele führen uns zu dem Schluß, daß zeitge- 
nössische Verteidigungsstädte in Amerika Wirklichkeit 
werden könnten, wie beängstigend und wirtschaftlich 
als auch sozial zerstörerisch ihre Folgen auch sein 
würden. Obwohl der Verteidigungszweck der städti- 
schen Umwelt Art und Ort des Verbrechens kontrollie- 
ren kann, wird er gegen die Ursachen des Verbrechens 
nichts ausrichten, er könnte sie eher verstärken. ' 
ARCH+ 3 (1970) H. 11
	        

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