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ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1976, Jg. 8, H. 29-31)

Zugriffsbeschränkung

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Bibliografische Daten

fullscreen: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1976, Jg. 8, H. 29-31)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1571051867188
Titel:
ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Erscheinungsort:
Aachen
Erscheinungsverlauf:
1.1968-
Signatur:
Archiv IGMA
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/

Band

Persistenter Identifier:
1571051867188_1976
Titel:
ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen
Jahrgang/Band:
1976, Jg. 8, H. 29-31
Erscheinungsjahr:
1976
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Lizenz:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Sammlung:
Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
Heft 30: Materialien zur Unterstützung von Basisinitiativen
Strukturtyp:
Ausgabe

Teil

Titel:
Materialien zur Unterstützung von Basisinitiativen
Strukturtyp:
Teil

Artikel

Titel:
Lehrbauspiele. Architektur als politisches Medium
Autor:
Beck, Peter
Fuhrmann, Sigrid
Kuhnert, Nikolaus
Mailandt, Irmgard
Pieper, Heinz
Reiß-Schmidt, Stephan
Weicken, Andreas
Wölbeling, Detlef
Zwoch, Felix
Projektgruppe Lehrbauspiele
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
  • ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1976, Jg. 8, H. 29-31)
  • Heft 29: Stadterneuerung - Stadterhaltung
  • Heft 30: Materialien zur Unterstützung von Basisinitiativen
  • Inhaltsverzeichnis
  • Materialien zur Unterstützung von Basisinitiativen
  • Lehrbauspiele. Architektur als politisches Medium
  • Das StBauFG als Instrument zur Enteignung von Großgrundbesitz
  • Bundesbaugesetz-Novelle: Wo bleibt die Bürgerbeteiligung?
  • Kommunale Dezentralisierung und basisdemokratische Bewegung
  • Architekten-Arbeitslosigkeit
  • Initiativen und Dokumente
  • Heft 31: Stadtteilarbeit und Sozialpolitik

Volltext

PUPPENSCHUPPEN in Aktion: mit Puppenmöbeln, Spielfiguren und selbstgebauten Einrichtungselementen können die Mitspieler Bedürfnisse und Kon- 
flikte darstellen und experimentieren. Mit kulissenartig aufgebauten Fassaden im gleichen Maßstab ( mit großen Fotos von Häusern aus dem Viertel be- 
klebt ) können Straßenraum— und Hof—Spielflächen gebaut werden. 
so verstehen wir unter 
a) der ökonomischen Dimension: Archi- 
tektur als Ort und Gegenstand der Kapital- 
verwertung, 
b) der sozialen Dimension: Architektur 
als Organisator für Lebens- und Gebrauchs- 
weisen und 
c) der kulturellen Dimension: Architektur 
in ihrer Bedeutungsfunktion für die Lebens- 
weisen ihrer Nutzer. 
Wenn Architektur als politisches Medium 
einen Beitrag zur Unterstützung von Basis- 
interessen leisten soll, muß die Diskussion 
um die Realisierungschancen und -bedin- 
gungen dafür unter Einbeziehung der gesell- 
schaftlichen Funktion von Architektur ge- 
führt werden, d.h. sämtliche Dimensionen 
müssen unter den Begriff Architektur sub- 
sumiert werden; dies bezeichnen wir als 
‘erweiterten Funktionsbegriff‘ von Archi- 
tektur. Hierbei taucht die Frage auf, wel- 
che der verschiedenen Dimensionen von 
Architektur Ansatzpunkte für eine alterna- 
tive „politische Berufspraxis‘‘ bietet. Um 
dieser Frage näher zu kommen, und unse- 
re Ausgangsthese zu begründen, daß nicht 
die Tauschwertseite als ökonomische Di- 
mension von Architektur, sondern ihre 
Gebrauchswertseite als ästhetisch-Kultu- 
reile Dimension primär Ansatzpunkte für 
eine politische Arbeit mit der Architektur 
als Medium 28) bietet, wollen wir den Pro- 
duktionsprozeß von Architektur etwas ge- 
nauer betrachten. Dabei kommt es uns vor 
allem auf die wechselseitigen Beziehungen 
der verschiedenen Dimensionen von Archi- 
tektur in ihrem Produktionsprozeß an. 
2.1.2 Der Produktionsprozeß von 
Architektur 
„In Wahrheit ist das, was im Bauwesen 
gegenwärtig vorgeht, nicht eine Sache des 
Geschmacks und der Mode, sondern eine 
gesellschaftliche Gesamterscheinung, in 
der Faktoren der allgemeinen Wirtschafts- 
lage, der Finanzlage, der Technik, der Pro- 
duktionsmethoden in Baustofferzeugung 
und Baugewerbe, der kommunalen Ent- 
wicklung der Gesellschaftsstruktur, der so- 
zialpsychologischen Entwicklung, des Klas- 
senkampfs und schließlich der Kunst zu- 
sammenwirken.“ 29) 
Diese These von A. Schwab trifft auch 
heute noch auf die Architektur zu. Jedoch 
ist im gegenwärtigen Bauwirtschafts-Funk- 
tionalismus die Gebrauchswertfunktion 
der Architektur lediglich auf ihren. ökono- 
mischen Zweck, nämlich Ort der Reproduk- 
tion des abstrakten Lohnarbeiters zu sein, 
reduziert. Die bewußte Veranschaulichung 
und Verdeutlichung der sozialen und kul- 
turellen Dimensionen von Architektur, ei; 
nerseits Organisator für bestimmte Lebens- 
weisen zu sein, und andererseits, diese Le- 
bensweisen der Subjekte über ästhetisch- 
kulturelle Formenzeichen und Bedeutungs- 
gehalte zu vermitteln, ist heute nicht mehr 
Gegenstand des Produktionsprozesses von 
Architektur. Um die Beziehungen zwischen 
den Dimensionen von Architektur bestim- 
men zu können, müssen wir den Produk- 
tionsprozeß von Architektur, dessen Re- 
sultate ja durch die verschiedenen Dimen- 
sionen definiert sind, näher betrachten. 
Der Produktionsprozeß von Architek- 
tur kann in drei verschiedene Phasen un- 
terteilt werden: 
Phase | : Konzeptionsbildung („„Entwurf”‘) 
Phase I! _: Materielle Realisation (Baupro- 
duktion) 
Phase II _: Gebrauch und Aneignung der 
Architekturen durch die Nut- 
zer („konsumtive Produktion‘‘) 
Innerhalb dieser Phasen haben die ver- 
schiedenen Dimensionen und damit die ge- 
sellschaftliche Funktion unterschiedliche 
Gewichte. Der verkürzte ökonomistische 
E 
Cr 
Funktionsbegriff setzt Architektur mit Pha- 
se II „Bauproduktion“‘ gleich; inwiefern 
kann man der Architektur nun einen ‘er- 
weiterten Funktionsbegriff‘, also eine ge- 
sellschaftliche Funktion beimessen? In der 
Tat unterliegt die materielle Realisation 
von Architektur den herrschenden Produk- 
tionsverhältnissen und wird bestimmt 
durch die Verfügungsgewalt über die Pro- 
duktionsmittel. Jedochgilt dieses deter- 
ministische Verhältnis nur eingeschränkt, 
in nicht so widerspruchsloser Weise für 
die Konzeptionsphase und die Phase der 
Aneignung und des Gebrauchs durch die 
Nutzer, was jedoch nicht ausschließt, daß 
die Restriktionen der unmittelbaren ma- 
teriellen Realisation sowohl auf Phase | 
als auch auf Phase Ill rückwirken können. 
So ist auch ein umgekehrtes Abhängig- 
keitsverhältnis zwischen den Dimensionen 
denkbar und realistisch, vor allem dann, 
wenn die ökonomische Entwicklung zu 
Schranken der Kapitalverwertung geführt 
hat: so kann z.B. eine geringere Nachfrage 
nach Wohnraum, der den Bedürfnissen der 
Subjekte nicht mehr entspricht, zu quan- 
titativen und qualitativen Veränderungen 
der unmittelbaren Baüproduktion und der 
Konzeption führen. Weitere Zweifel an der 
Richtigkeit des ökonomistischen Determi- 
nationsverhältnisses begründen sich daraus, 
daß die Resultate der materiellen Realisa- 
tion von den Subjekten angeeignet und in 
ihrer Gebrauchsweise verändert werden. 
Zwischen den verschiedenen Phasen 
der Produktion bestehen somit nicht ein- 
seitig ökonomisch bestimmte Abhängig- 
keiten und Determinationen, sondern 
wechselseitige, der widersprüchlichen Be- 
wegungsform des Kapitals entsprechende 
Bedingungsverhältnisse aller Phasen unter- 
einander. Richtig ist, daß die Produktions- 
verhältnisse bestimmte Ideologien und da- 
mit bestimmte kulturelle Momente hervor- 
ARCH+ 30,8. Ja.
	        

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