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ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1978, Jg. 10, H. 37-42)

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

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Bibliografische Daten

fullscreen: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1978, Jg. 10, H. 37-42)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1571051867188
Titel:
ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Erscheinungsort:
Aachen
Erscheinungsverlauf:
1.1968-
Signatur:
Archiv IGMA
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/

Band

Persistenter Identifier:
1571051867188_1978
Titel:
ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen
Jahrgang/Band:
1978, Jg. 10, H. 37-42
Erscheinungsjahr:
1978
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Lizenz:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Sammlung:
Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
Heft 42: Ende des Massenwohnungsbaus?
Strukturtyp:
Ausgabe

Teil

Titel:
Focus: Architektur zum Aneignen
Strukturtyp:
Teil

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
  • ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1978, Jg. 10, H. 37-42)
  • Heft 37: Der Tod der Architektur
  • Heft 38: "Amerikanisierung" der Städte?
  • Heft 39: Eine Zukunft für den Raum?
  • Heft 40/41: Perspektiven der Aneignung
  • Heft 42: Ende des Massenwohnungsbaus?
  • Inhaltsverszeichnis
  • Schwerpunkt: Perspektiven der Wohnungsbaupolitik
  • An ARCH+
  • Focus: Architektur zum Aneignen
  • Zur Diskussion um Gebrauchsqualitäten: "Architekturschelte"

Volltext

Focus: Architektur zum Aneignen 
Janne Günter, Roland Günter 
Soziale Architektur und ihre Elemente 
1. METHODEN DER ARCHITEKTUR- 
ANALYSE 
Benutzungsfunk tionen 
Die Kriterien der Architekturbeobachtung 
die bisher entwickelt wurden, reichen nicht 
aus. Architektur wird mit allen Sinnen 
wahrgenommen und vor allem benutzt. Daß 
es nicht genügt, Architektur wie ein Bild zu 
beschreiben, darauf weist Walter Benjamin hin: 
„Bauten werden auf doppelte Art rezipiert: 
durch Gebrauch und deren Wahrnehmung. 
Oder besser gesagt: taktil und optisch ... Es 
besteht nämlich auf der taktilen Seite keiner- 
lei Gegenstück zu dem, was auf der optischen 
Seite die Kontemplation ist. Taktile Rezep- 
tion erfolgt nicht sowohl auf dem Wege der 
Aufmerksamkeit als auf dem der Gewohnheit. 
Der Architektur gegenüber bestimmt diese 
letztere weitgehend sogar die optische Rezep- 
tion” . 
Es ist daher notwendig, Architektur nicht 
bloß auf ihre Formen im Stein hin zu untersu- 
chen, also nicht allein mit den Augen, nicht 
lediglich als Voyeur, sondern vor allem ihre 
Benutzungsfunktionen zu erforschen. In der 
Arbeitersiedlung sind für die Bewohner weni- 
ger die Hauswände interessant, sondern weit 
mehr die Räume zwischen den Wänden und 
ihre Benutzbarkeit. Der Freiraum wird hier 
zur Bühne. Er hat eine Fülle von menschlich 
interessanten Situationen. Sie geben den Be- 
wohnern Möglichkeiten, spezifische Verhal- 
tensweisen zu entwickeln. 
Beziehungen zwischen konkreten 
räumlich-architektonischen Elementen 
und Verhalten 
Die sozialwissenschaftlich orientierte Ar- 
chitekturforschung ist ziemlich jung. Sie steckt 
auch heute noch in den Kinderschuhen. Es 
gibt nur wenige Forschungsarbeiten, die 
menschliches Verhalten im Hinblick auf seine 
Raumbezogenheit untersuchen ‚, also Verhal- 
ten in bezug auf überschaubare Kleinräumlich- 
keit. Dies ist jedoch dringend notwendig, 
wenn man unterstellt, daß bestimmte Raum- 
prägungen menschliches Verhalten beeinflus- 
sen: herausfordern, fördern, lenken oder ab- 
schwächen, behindern, verhindern. Dies ist un- 
mittelbar einsichtig, wenn wir an bekannte 
sehr eindeutige räumliche Situationen den- 
ken — etwa an die Faszination eines Schrott- 
platzes für Kinder, an den Bauspielplatz für 
Jugendliche oder an eine attraktive Urlaubs- 
szenerie. Auf der berühmten Spanischen 
Treppe in Rom kann jeder beobachten, wie 
selbst stocksteif erscheinende Leute ihren 
Gang lockern und locker Gehende geradezu 
zu tanzen anfangen. Wir wissen, welche 
„Gangart” die französischen Gärten den adli- 
gen Besitzern abforderten und beobachten heu- 
te noch Ähnliches bei den Touristen. 
Wichtiger als die Untersuchung dieser be- 
sonderen Situationen ist die Erforschung der 
Verhaltensweisen in Räumen des Alltags. 
Denn dort leben die meisten Leute — dort 
entscheiden die räumlichen Situationen zu 
einem nicht geringen Teil über ihr konkretes 
Wohlbefinden. 
Wie wichtig der Kleinraum, das Wohnum- 
feld, ist, zeigt die Tatsache, daß vor allem die 
sogenannten kleinen Leute größtenteils ihre 
Freunde im Nahbereich ihrer Wohnung und 
nicht in anderen Stadtteilen haben . Dasselbe 
gilt für Kinder und alte Leute. Dies sollte zu 
denken geben. Können die Beziehungen im 
Nahbereich einfach ersetzt werden durch Be- 
ziehungen in entfernten Ortsteilen oder Or- 
ten oder sogar durch Institutionen? Wie ver- 
ändern Beziehungen ihre Qualität, wenn der 
Grad ihrer Konkretheit abnimmt — zum Bei- 
spiel, wenn an die Stelle der face-to-face Be- 
ziehungen weitgehend nur noch Sekundärbe- 
ziehungen treten? 
Die räumliche Situation zwingt meist in 
direkter Weise zu einem bestimmten Verhal- 
ten. Sie stellt die Bedingung dar, daß 
etwas geschehen kann. Sie gibt Möglich- 
keiten. Oder sie schränkt Möglichkeiten 
ein. Zwingendes gibt es nur in wenigen Fällen 
(Wegeführungen, Distanzen u.a.). Aber es läßt 
sich feststellen: unter bestimmten Bedingun- 
gen steigt die Häufigkeit eines be- 
stimmten Verhaltens. Die jeweilige Gestalt 
des Raumes bzw. seiner Gegenstände stellt 
eine Variable für das jeweilige Verhalten der 
Bewohner dar. 
Die Aktualität des Nachweises von kon- 
kreten räumlichen Voraussetzungen für 
den Wohnungsbau 
Jeder einfache Landbaumeister entwarf 
noch in den zwanziger Jahren Wohnungen 
mit einem intensiven Erfahrungswissen über 
Verhalten in konkreten räumlichen Situatio- 
nen. Es war durch Tradition konsistent ge- 
prägt und so selbstverständlich, daß er 
schriftlich darüber nur selten reflektierte. 
Ganz offensichtlich beruht darin auch die 
Attraktivität der historischen Wohnbereiche. 
Wenn wir jedoch Tag für Tag die Kritik an 
Neubauvierteln hören, die Klagen über Ver- 
einsamung, Mangel an Kommunikation, Kon- 
flikte durch bauliche Gestaltung (etwa die Be- 
nutzung einer Treppe durch sehr viele Fami- 
lien), dann muß man fragen, ob hier neben 
den bekannten Finanzrestriktionen mit unzu- 
länglichem Wissen über Verhalten und seine 
räumlichen Vorbedingungen gebaut wurde. 
Die Betroffenen behaupten es jedenfalls mit 
einer Häufigkeit und Intensität, die uns sehr 
nachdenklich machen sollte. Die Betroffe- 
nen haben das soziale Wissen, weil sie die Er- 
fahrungen am intensivsten machen. Die Be- 
troffenen müssen als Subjekte der Forschung 
ernstgenommen werden. Denn: humane Ar- 
chitektur paßt sich den Menschen an und 
nicht umgekehrt die Menschen der Architek- 
tur. 
2. SOZIALE ARCHITEKTURELE- 
MENTE: 
Der Freiraum als Aktionsraum 
In den Außenräumen der Arbeitersied- 
lung können die Bewohner in vielfältiger Wei- 
se körperlich tätig sein. Es muß 
davon ausgegangen werden, daß die Wohnbe- 
dürfnisse von Menschen in erheblichem Maße 
durch den ausgeübten Beruf beeinflußt wer- 
den. Wer tagsüber körperlich arbeitet, hat 
meist auch abends noch das Bedürfnis, sich 
körperlich zu betätigen. Hinzu kommt, daß 
Berg- und Hüttenarbeiter am Arbeitsplatz ex- 
trem ungünstige Umweltbedingungen haben: 
große Hitze, Lärm, Staub, Schwefel. Die Be- 
tätigung im Garten nach Feierabend hat für 
den Arbeiter nicht nur Hobbyfunktion. Sie 
ist als Ausgleichstätigkeit notwendig zur 
Reproduktion der Arbeitskraft. Außerdem 
hat sie für viele auch heute noch eine nicht 
zu unterschätzende ökonomische Funktion. 
Der Freiraum als Kommunikations- 
raum 
Eine empirische Untersuchung, die mit Hil- 
fe der „‚raumbezogenen Tätigkeitenkartierung” 
in einem Zeitraum von vierzehn Tagen Häufig- 
keiten und Formen von Kommunikation auf 
einer Straße in Eisenheim untersuchte, zeigte 
folgendes: 
Etwa 40% der Bewohner halten sich bei freund- 
lichem bis einigermaßen warmem Wetter im 
Freiraum der Siedlung auf. Da die Zählungen 
über den ganzen Tag verteilt waren, sind es in 
„Stoßzeiten”’, etwa kurz nach Feierabend we- 
sentlich mehr. Daraus wird ersichtlich, daß der 
Außenraum außerordentlich stark benutzt 
wird. Es wurde weiter festgestellt, daß von den 
Personen, die sich im Freien aufhalten, rund 
B0% nicht allein sind, sondern mit anderen in 
irgendeiner Form Kontakt haben. Dabei mach- 
ten verbale Formen der Kom- 
munikation (kurzer Wortwechsel, Unter- 
haltung) rund 50% aus, während die andere 
Hälfte handlungsorientierte 
Formen der Kommunikation 
darstellten, z.B. gemeinsames Arbeiten (Repa- 
raturen, Basteln) und gemeinsame Freizeitge- 
staltung (Grillen, Skatspielen u.a.). 
Selbstdagstellungsfunktion des Frei- 
raumes 
Wohnen, so sagt Walter Benjamin, „heißt 
Spuren hinterlassen”. In den Arbeitersiedlun- 
gen haben die Bewohner die Möglichkeit, auch 
im Außenraum „Spuren zu hinterlassen”. Sie 
können die Räume durch Eigentätigkeit und 
Eigenveränderung so prägen, daß sie als ihre 
Räume identifizierbar sind. Auf diese Weise 
können bestimmte Räume bestimmten Men- 
schen zugeordnet werden. Die Gestaltung des 
Außenraums ist eine unter vielen Selbstdarstel- 
lungsmöglichkeiten des Menschen. Besteht 
Verfügbarkeit über den Raum vor der Haustür, 
so erhält dieser Selbstdarstellungsprozeß ten- 
denziell Öffentlichkeitscharakter. D.h. Außen- 
stehende können die Formen der Selbstdarstel- 
lung betrachten, interpretieren und bewerten. 
Sie „‚erfahren”’ auf diese Weise ein Mehr an In- 
formation über die Person. In perfekt durchge- 
planten Räumen fehlt das Moment der Im- 
provisation und der Eigentätigkeit der Bewoh- 
ner. Sie können hier nichts Persönliches ein- 
bringen. Die Räume bleiben „‚neutrale”” Ku- 
lissen. 
3. ÜBERTRAGBARKEIT 
Generalisierbarkeit der Architektur- 
elemente 
Viele Architekturelemente der Arbeiter- 
siedlung finden wir auch in anderen Bereichen. 
Vieles von dem, was dargestellt wurde, ist 
statistisch gesehen in unserem Lande immer 
21
	        

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