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ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

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Bibliographic data

fullscreen: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

Collection Object

Persistent identifier:
1571051867188
Title:
ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Place of publication:
Aachen
Regularity of issue:
1.1968-
Shelfmark:
Archiv IGMA
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
Structure type:
Periodical
Collection:
Periodicals
License:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/

Collection Object

Persistent identifier:
1571051867188_1985
Title:
ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen
Volume:
1985, Jg. 18, H. 79-83
Year of publication:
1985
Language:
german
Structure type:
Volume
Physical location:
Universität Stuttgart, Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen
License:
http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Collection:
Periodicals

Collection Object

Title:
Heft 83: Raum, Zeit und CAD-Architektur
Structure type:
Issue

Collection Object

Title:
Lust auf Lehm (II)
Structure type:
Part

Collection Object

Title:
Was bedeutet alternativ?
Author:
Weil, Thomas
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • ARCH+: Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
  • ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)
  • Heft 79: Abschied vom modernen Grundriss
  • Heft 80: Lust auf Lehm
  • Heft 81: Vom landschaftsgebundenen zum ökologischen Bauen
  • Heft 82: Gut Holz
  • Heft 83: Raum, Zeit und CAD-Architektur
  • Contents
  • Arch+-Zeitung
  • Raum, Zeit, CAD-Architektur
  • Lust auf Lehm (II)
  • Was bedeutet alternativ?
  • Arch+-Baumarkt
  • Gebrauchskultur
  • Stadt und Architektur im Film

Full text

L 
.LUST AUF LEHM (Il) - 
[homas Weil 
Grundrisse und Isometrien 
WAS BEDEUTET ALTERNATIV? 
Alternativ wird sein, die Synthese aus heuti- fer, bei näherem Hinsehen kratzt der Löffel naissance unkritisch nur die Thesis der städ- 
ger Zivilisation als Thesis und ihrer Antithe- und der Preis ist horrent hoch. Was tun? tischen Verschwendungskultur weiterent- 
se. Wie sieht eine solche Antithese aus? Erst Nicht aufgeben, sondern suchen, wie die wickelt. Der klassische Islam und der ferne 
wenn wir das wissen, können wir eine leb- Antithese aussieht: mit der Hand essen. Osten haben dagegen immer schon betont: 
bare und verallgemeinerbare Synthese fin- Viele Methoden gibt es auch hier, aber nur „die städtische Kultur, als Quelle der Ver- 
den, die dann die ersehnte Alternative zu wenige sind kultiviert. schwendung, ist Ziel und Ende der Zivilisa- 
unserer heutigen Verschwendung ist. Die Araber haben hierin die höchste Kul- tion und führt ihren Verfall herauf”, und ge- 
Der handgestrickte Wollsack zum Anzie- tur entwickelt und stellen für mich die Anti- nau da sind wir angelangt. Der Islam hatte 
hen, der braune Körnerbaaz als Nahrung, these dar. Synthese ist für mich die wohlge- als naturgegebene Antithese das Nomaden- 
die zusammengenagelte Gewächshaushüt- ([ormte Eßschale, die natürlich eine andere tum. Der Ferne Osten setzte als bewußte 
te und unökonomisches Handwerkeln sind Nahrungszubereitung und eine andere Eß- geistige Leistung, mitten aus der städti- 
zum Anzug, zur Plastiknahrung, zum weise, als unsere gewohnte impliziert. Aber schen Kultur heraus, die Antithese in der 
Wohnsilo und zum 8-Stundentag weder for- wenn ich mit der Hälfte an Material aus- Form des Buddhismus und Taoismus. Un- 
mal noch inhaltliche Alternative oder Anti- komme und ebenso kultiviert essen kann, sere Bettelorden im Mittelalter hatten in- 
these. dann stellt das eine Alternative dar. Hierin mitten unserer Städte eine ähnliche Funk- 
Zu unserer, größtenteils noch unbewuß- unterscheidet sich dieses Vorgehen grund- tion. In beiden Kulturen können wir studie- 
7 . ith jegend von unseren heutigen allgemeinen ren, wie die Synthese immer Kulturgewinn 
en Verschwendung kann nur das Anti CS Anstrengungen, aus der Sackgasse heraus- und nicht Verlust bedeutet hat. 
sein, was Zwar kultiviert ist aber mit dem ab- zukommen. Wir versuchen ständig neue ; 
soluten Minimum auskommt, ohne daß Methoden und. Technologien zu. entwik- Und so komme ich zur letzten Feststel- 
der Mensch dabei körperlichen, seelischen kein. um. unserc städtische Verschwen- lung: Reduktion bedeutet Kultur- und Qua- 
oder geistigen Schaden erleidet. Primitivität dungskultu taufechtzuerhalten. Was.nutzt litätsgewinn. Der Verschleiß von 3 Schlaf- 
kann nie die Antithese sein. Erst wenn wir aber: der. Sonnenkollektor. auf. dem Dach zimmereinrichtungen in einem Leben ist 
das richtig verstehen und nachvollziehen und die Wand aus Lehm, wenn das Haus in keine kulturelle Leistung, noch dazu, wenn 
können, werden wir eine lebbare Synthese sich falsch und immer noch zu teuer ist? Je- alle 3 nach 10 Jahren Gebrauch müllreif 
finden und wieder normal werden. der normale Mensch erwartet doch von ei- Sind. Da stellt der Bauernschrank, der in der 
Ein Beispiel: wir wollen ein Eßgeschirr ner Alternative, daß sie auch billiger ist, als Erstanschaffung teurer war, aber ein Leben 
kaufen. Wo gehen wir hin? In ein Kaufhaus! das, was wir jetzt haben. Hier komme ich lang zu halten hatte, eine geniale, wenn 
Eine riesige Auswahl erwartet uns, aber al- zur nächsten Feststellung: Die Synthese be- auch heute nicht unmittelbar übertragbare, 
les ist scheußlich. Wir gehen zu einem Töp- deutet Reduzieren. Wir haben seit der Re- Erfindung dar. Wir sichern keine Kultur
	        

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