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Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1580125921904
Titel:
Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre
Erscheinungsort:
Stuttgart
Erscheinungsverlauf:
18XX
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Band

Persistenter Identifier:
1580125921904_1882
Titel:
Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre
Autor:
Jaeger, Gustav
Jahrgang/Band:
Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12
Verleger/Verlag:
W. Kohlhammer
Erscheinungsjahr:
1882
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
XIX/218.4-2,1882
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de
Sammlung:
Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
Heft 3
Strukturtyp:
Ausgabe

Artikel

Titel:
Kleinere Mittheilungen
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre
  • Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)
  • Einband
  • Titelseite
  • Register
  • Heft 1
  • Heft 2
  • Heft 3
  • Fehler und Halbheiten
  • Das Normalbett
  • Nachtrag zur Krankheits- und Heilungsgeschichte in Nr. 2
  • Kleinere Mittheilungen
  • Werbung
  • Heft 4
  • Heft 5
  • Heft 6
  • Heft 7
  • Heft 8
  • Heft 9
  • Heft 10
  • Heft 11
  • Heft 12
  • Beilage zu Nr 11: Ueber Krankheit und Heilung
  • Einband

Volltext

40 
Kleinere Mittheilungen. 
Cin Opfer der Kleidung: Aus vem Briefe eines Korrespondenten mit 
einigen Kürzungen? „J< schlafe auf einer großen weißen Wollde>e, die 
Füße geste>t in große di>e Filzstiefel, außerdem ste>e ich in einem Pelz- 
ja>, der bis auf den Bauch reicht, und als Ueberdeke dient ein großer 
alter Pelz. Dazu habe ich des Nachts am Leibe: 1 gestrite Tricotjae, 
darüber zwei grobe Flanelljaken und über all das ein Leinenhemd.(!) 
Zu diesen Stücken hinzu gesellt sich bei Tag: 1) Ueberall das Jaenzeug 
der Reinlichkeit wegen (!), eine kurze dünne leinene Schwimmhose; 
2) über dieje eine lange gewirkte dicke wollene Unterhose bis zum Knöchel; 
3) im Sommer ein Paar, im Winter bis 3 Paar wollene So>en über- 
einander; 4) Als Oberkleidung: dicke Tuchhose, bis zum Hals zugeknöpfte 
Sammtweste, einen dünnen Orleansro>, zu dem sich Winters beim Aus- 
gehen ein di>der Tuchüberro> gesellt“. 
„3<h bin Schriftsteller, 58 Jahr, schreibe täglih von 7-12 und von 
3-9 in der dumpfen warmen Luft einer ca. 12 Fuß langen Stube, die 
sc<wer zu lüften ist, bin augenleidend, besonders am linken Auge, genieße 
Morgens 1 Glas Wasser und Milchkaffee mit wenig Brot, dann zünde 
ich die Pfeife an und schreibe. Bis dahin ist meine Nase troen, oft so- 
gar verstopft. Plößlich fängt sie an zu nässen, dann. zu rinnen, dann folgt 
Husten mit Auswutkf ganzer Massen gelben Schleims und das dauert ven 
ganzen Vormittag fort. Wenn “" nun um 12 Uhr gehen will -- kann 
ich anfangs nicht mehr gehen! J< habe keine Macht mehr über meine 
Beine, mir ist, als wären sie von Glas und sie knien bei jedem Versuch 
ein. Nur mit größter Vorsicht gelingt es endlich, die Treppe hinabzukriechen 
mit Hilfe des Sto>es und Anhalten an der Wand, stets in Gefahr, um- 
zufallen, mit solchem Schwindel, daß ich weder rechts noch links, noch in 
ie Höhe schauen darf ohne Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren. So 
lange ich nun auf den Straßensteinen des Fahrwegs schleiche, geht es noch er- 
träglich, der Tritt ist leidlich fest, nur fühle ich zeitweilige sekundenlange Schwin- 
delanfälle. Sobald ich aber das Asphalttrottoir betrete, bin ich wie ange- 
froren, die Beine zittern, versagen völlig den Dienst, ich vrohe umzu- 
fallen, die Vorübergehenden nehmen sich meiner an, bis ein Dienstmann 
herangerufen ist, an dessen Arm ich die 700 Schritte bis zu meinem Speise- 
hause zurücklege. Nun kommt das Sonderbarste: Wenn ich mich. pump- 
jatt gegessen, kann ich plößlich prächtig gehen, nur nicht zu lange, selbst 
auf Asphalt. So gehe ich ins Kaffee, trinke einen Schwarzen und =- 
während ich früher Folz darauf war, nach Tisch nicht zu schlafen, überfällt 
nich seit '/. Jahr bleierne Schlafsucht, aber mit 10 Kinten ist's" abge- 
than. Das Heimgehen um drei Uhr ist shon wieder schwer, auf Asphalt 
unmöglich. Nun schreibe ich zu Haus und bis Abend kann ich schon keinen 
Gang mehr machen, die Füße gehören wieder nicht mehr mein! Das 
Wosserlossen ist s<merzhaft und sporadisch habe ich rechtsseitigen Nieren- 
merz“, 
IWie nennt man wohl diesen Krankheitszustand ? Antwort: Hochgradige 
<ronische Selbstvergiftung durch eine die Selbstgiftausstoßung ganz unge- 
mein erschwerende polizeiwidrige Kleidung und Zimmergefangenschaft, ane 
nur zu verwundern ist, daß der Mann überhaupt noch lebt, denn, wenn 
man 3. B. ein Pferd so behandeln würde, - so bezweifle ich, ob es vas länger 
als ein halb Jahr aushält, ohne zu krepiren.
	        

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