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Jahreshefte des Wirtenbergischen Alterthums-Vereins (1844/69)

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Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Jahreshefte des Wirtenbergischen Alterthums-Vereins (1844/69)

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1554189511460
Titel:
Deutsche Konkurrenzen
Erscheinungsort:
Leipzig
Erscheinungsverlauf:
18XX
Signatur:
verschiedene Signaturen
Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Band

Persistenter Identifier:
XIX493_1554189511460_1898_99
Titel:
Deutsche Konkurrenzen
Herausgeber:
Neumeister, Albert
Häberle, Ernst
Jahrgang/Band:
1898/1899, Bd. 9, H. 97/108
Erscheinungsort:
Leipzig
Erscheinungsjahr:
1898
Sprache:
deutsch
Strukturtyp:
Band
Standort:
Universitätsbibliothek Stuttgart
Signatur:
XIX/493.4-9,1898
Lizenz:
https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de
Sammlung:
Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
Heft 4
Strukturtyp:
Ausgabe

Artikel

Titel:
Bergerdenkmal in Witten
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Jahreshefte des Wirtenbergischen Alterthums-Vereins
  • Jahreshefte des Wirtenbergischen Alterthums-Vereins (1844/69)
  • Einband
  • Titelseite
  • Erstes Heft.
  • Zweites Heft.
  • Drittes Heft.
  • Viertes Heft.
  • Fünftes Heft.
  • Sechstes Heft.
  • Siebtes Heft.
  • Das südliche Portal an der Stiftskirche zu Stuttgart
  • Der Rosenkranz in der Pfarrkirche zu Weilheim
  • Tafel XXVI: Das südliche Portal an der Stiftskirche zu Stuttgart
  • Tafel XXVII: Der Rosenkranz in der Pfarrkirche zu Weilheim
  • Tafel XXVIIa: Medaillons aus dem Wandgemälde in der Kirche zu Weilheim
  • Achtes Heft.
  • Neuntes Heft.
  • Zehntes Heft.
  • Elftes Heft.
  • Tafel XXXVIII: Die Stiftskirche Oberstenfeld
  • Tafel XXXIX: Der Hochaltar in der Stadtkirche zu Besigheim (Photographie)
  • Farbinformation
  • Einband

Volltext

der Heiligkreuzkirche bildete. Aus diesen wenigen Ueberrctten geht übrigens 
hervor, dass die ursprüngliche Heiligkreuzkirche gerade nicht so unbedeutend 
und auch nicht to leicht gebaut war, wie bis jetzt beinahe allgemein ange 
nommen wurde. 
2) Oer mit einem halben Achteck schliessende Chor, welchen Grat' Ulrich 
erbauen liess und der später theilweise einstürmte, enthält noch an der südlichen 
Seite einige im srüh germanischen Styl gehaltenen, mit edlem Masswerk ge 
zierten Spitzbogenfentter, während die übrigen Chorkentter erst in neuester Zeit 
verändert wurden. Auch die an der Südseite des Chors angebrachte, t'pitz- 
bogige Blendnische (vielleicht ein zugemauerter Eingang), welche in ihrem 
Bogenfelde ein vortresslich aus Stein gearbeitetes, leider theilweise verstümmeltes 
Bild des Gekreuzigten bewahrt, gehört unstreitig der srüh germanischen Periode 
an, und die Bildwerke unterscheiden sich strenge von den übrigen an der 
Kirche besindlichen. 
3) Das Langhaus und der Hauptthurm an der Westseite tragen das ent 
schiedene Gepräge der spät germanischen Periode; die spitzbogigen Fenster 
sind aut'sallend breiter als die des Chors und enthalten in den Bogenfeldern 
Fit'chblafenmasswerk. Die nach Innen tretenden Streben werden an den Aufsen- 
seiten durch spitze, mit Krappen und Kreuzblumen gezierte Halbsäulen repräsen- 
tirt. Aus derselben Periode stammt auch der obere, im Jahr 1488 aufgesetzte 
Theil des unteren Thurms, die Sacrittei und der theilweise erbaute dritte Thurm, 
den man nach dem ursprünglichen Bauplane dem unteren alten Thurm gegen 
über an die Nordseite der Kirche setzen wollte, dessen Vollendung aber unter 
blieb. Der massive, viereckige, gegen oben in ein Achteck übergehende Haupt 
thurm hat aus der Westseite einen einfachen spitzbogigen Eingang, über welchem 
ein grossartiges, in neuerer Zeit jedoch verändertes Spitzbogenfentter angebracht 
itt. Die Strebepfeiler desselben tragen aut'reich verzierten Consolen die vier Evan 
gelisten, über denen sich Baldachine, welche als hoch aufstrebende, mit Krappen 
und Kreuzblumen gezierte Spitzsäulen endigen, sich erheben, Um diese sehr gut 
ausgeführten Standbilder schlingen sich Spruchbänder mit den Namen der Evan 
gelisten, und das des Matthäus enthält überdiefs noch die Jahreszahl 1495. 
Die reichste Fülle von architektonischen Schönheiten und Bildhauerarbeiten, 
welche mit dem übrigen, im Allgemeinen einfach gehaltenen Kirchenbau förmlich 
contrattiren, bietet 
das südliche Portal 
(sog. Apottelthor), 
ein nach Anordnung und Ausführung vortreffliches Denkmal mittelalterlicher 
Kuntt (s. die Zeichnung). *) Ueber dem eigentlichen, durch einen schmalen 
Pfeiler in zwei Hält'ten getheilten Eingang erhebt sich eine nach Innen gebogene 
Wimperge, die tich mit einer reichen Kreuzblume schliesst; das von der Wim 
perge eingeschlossene Feld enthält tresslich gearbeitete Basreliefs, und zwar unmit 
telbar über dem geradlinigen Thürsturz die Kreuztragung, und über dieser, 
mit einem elliptischen Bogen abgeschlossenen Scene die Auferstehung des Welt- 
heilandes. Aut' der Kreuzblume der reich gegliederten Wimperge steht Christus 
mit aufgehobener Rechten und in der Linken die Weltkugel haltend. Eine 
tiefe, finnige Anordnung, der wohl die Idee, „durch Leiden und Tod zur 
Verherrlichung" zu Grunde liegt. Zu beiden Seiten des Weltheilandes find 
unter reich verzierten Baldachinen die zwölt Apostel, aut' Consolen stehend, in 
nvei horizontalen Reihen angebracht. Unter den zu beiden Seiten der Wimperge 
als Fialen aufstrebenden Baldachinen fehlen leider zwei Figuren, die vermuth 
lich die Schutzpatrone der Kirche darstellten. 
Ueberblickcn wir das Ganze, so tritt uns hier ein Kunstwerk vor die 
Augen, das nach finniger Anordnung und ornamentaler Ausschmückung 
den vortret'slichften Lunttdenkmalen des Mittelalters an die Seite gestellt 
werden darf, und das wohl den reichsten Kuntttchatz Stuttgarts aus jener 
Periode bietet. 
Nach der an dem Baldachin, aut' welchem Petrus steht, angebrachten 
Iahrszahl wurde dieses Kunttwerk im Jahr 1492 (demnach zur Zeit der Er 
bauung des Langhauses) ausgeführt; dagegen konnte man bis jetzt weder das 
Monogramm noch den Namen des ausgezeichneten Meisters aukt'inden. An 
dem vortrefflich gearbeiteten Celberge bei der Leonhardskirche zu Stuttgart, 
finden wir die Iahrszahl 1501; demnach wurde derselbe nur neun Jahre später 
als das Portal an der Stiftskirche ausgeführt, was aut die Vermuthung leitet, 
’) Dir Zeichnung ist von Ärchilrkt L. Crhardt gefertigt und von Ä. Achaiiffele in Stein gravirt worden 
beide Kunttdenkmale feien von Einer Meisterhand gefertigt worden. Viele 
Aehnlichkeit mit dem Celberge an der Leonhardskirche hat das anerkannt 
schöne, aus Einem Steine gearbeitete Lrucit'ir in der Klosterkirche zu Maul 
bronn; dasselbe trägt an feiner Rückseite die Iahrszahl 1473, und die Initia 
len C. V. S., somit wurde dasselbe nur neunzehn Jahre früher als das Portal 
an der Stiftskirche und achtundzwanzig Jahre früher als der Oelberg an der 
Leonhardskirche ausgeführt. Nach der Zeit, wie nach der Ausführung, könnten 
diese drei Kunstwerke von Einer Künstlerhand bearbeitet fein, und in diesem 
Falle dürste das Monogramm an dem Maulbronner Crucifix einen Fingerzeig 
zur Erforschung des Meisters, welcher das Portal fertigte, abgeben. 
An zwei Consolen der untern Apostelreihe sind Wappenschilde, der eine 
einen Sparren mit drei Sternen, der andere drei Lilien enthaltend, angebracht, 
die ohne Zweitel den Stiftern des Portals, oder vielmehr dem Stifter und dessen 
Gemahlin angehören; das Wappen mit Sparren und Sternen scheint das 
Wappen des Stifters zu fein, indem dasselbe auch an dem Sarcophag des 
Christus dargestellt itt. *) Aller Bemühungen ungeachtet konnten die Familien 
dieser Wappen bis jetzt nicht erforscht werden, um so weniger, als das des 
vermuthlichen Stifters mehreren Familien jener Periode zukommt. 
Das überraschend schöne Innere der Stiftskirche besteht aus drei ver 
schieden hohen Schissen unter einer gemeinschaftlichen Bedachung; die äusserst 
kunstvoll conttruirten, mit reich verzierten und vergoldeten Schlusssteinen ver 
sehenen Netzgewölbe werden von zwei Reihen spitzbogigen Arkaden und eilt' 
gegliederten Pfeilern getragen. An einem der letztern befindet sich die aus 
Stein kunstreich gearbeitete Kanzel, deren Brüstung mit Basreliefen, die vier 
Evangelisten vorstellend, geziert itt. Die Kapelle von I)r. Vergenhans lehnt 
ttch an das östliche Ende des südlichen Seitenschiffs an, und die meisterhaft 
gebaute St. Urbanskapelle bildet den östlichen Schluss des nördlichen Seitenschiffs. 
Durch einen sehr hohen, spitzen Triumphbogen gelangt man in den um 
drei Stufen höher gelegten Chor, der etwas störend aus der Achse des Mittel 
schiffs gerückt itt, was einen weitern Beweis liefert, dass das Langhaus und 
der Chor nicht Einer Periode angehören, indem man bei dem Aufbau des 
erttern den schon vorhandenen Chor und Theile der ursprünglichen Heiligkrcuz- 
kirche stehen liess und das Langhaus möglichst gut an dieselben anpasste. An 
der nördlichen Chorwandung ttnd eilt sehr gut gearbeitete, lebensgrosse Stand 
bilder der Graten von Württemberg aufgestellt, welche Herzog Johann Friedrich 
zu Ehren seiner Ahnherren ausführen liess. Die Abbildungen derselben, 
welche der Württ. Alterthumsverein der Munit'icenz Sr. Königlichen Hoheit 
des Kronprinzen verdankt, find in den Jahres-Heften des Vereins von 
II. —VI. in fortlaufender Reihe und mit erläuterndem Texte gegeben. Ueber- 
diets bewahrt der Chor wie das Schit'k der Kirche noch mehrere interessante 
Grabdenkmale, von denen wir, der Kürze wegen, nur noch folgende im Chor 
befindlichen anführen. 
1) Das Grabmal des Graten Ulrich des Stifters und feiner Gemahlin 
Agnes; eine liegende Grabplatte enthält, gut in Stein ausgeführt, die lebcns- 
grotsen Bilder des aut zwei Löwen stehenden Graten und seiner aut zwei Hunden 
stehenden Gemahlin mit der Umschrift: ANNO DOMINI MCCLXIIIII OBIIT 
DOMINA AGNES FILIA DUCIS POLONIAE COMITISSA DE WIRTENBERG, 
III. ID. MART. EODEM ANNO OBIIT ULRICUS COMES DE WIRTENBERG 
MARIT. PRAESCRIPTAE DOMINAE AGNET1S V. KAL. MARTH. 
2) Das von Bildhauer Schlör aus Hall verfertigte Grabmal des 1575 bei 
einem Turniere zu Stuttgart umgekommenen Graten Albrecht von Hohenlohe, 
welches im Jahr 1844 aut Kotten der Hohenlohe'tchen Fürttcnt'amilie durch 
den Bildhauer Professor v. Wagner würdig rettaurirt wurde. 
Unter dem Chor befindet sich die im Jahr 1008 unter Herzog Johann 
Friedrich von Württemberg erbaute fürstliche Grut'tz hieher brachte man die 
schon früher von Bcutelsbach herbeigeführten — und die aus den Gräbern aut 
dem Kirchhof und im Chor, im Beisein von Urkundspersonen, gesammelten 
Ueberrette der Württembergitchen Fürsten und fetzte tie in einem gemauerten, 
mit dem fürstlichen Wappen gezierten Grabe bei. Auch Herzog Johann Friedrich 
wurde noch in demselben Jahre feierlich hier beigesetzt und nach ihm haben, 
mit wenigen Ausnahmen, die Glieder der fürstlichen Familie ihre Ruhestätte 
hier gefunden. 
An die nördliche Seite des Chors schliefst sich die im germanischen Styl 
gehaltene, mit einem schönen Netzgewölbe gedeckte Sacrittei an; tte enthält ausser 
dem in Oel gemalten Bildnifs des Reformators Brenz nichts Bemerkenswcrthes. 
*) Her Graveur hat leider den dritte» Stern in dem Wappenschilde übersehen.
	            		
Nach mehreren an -er Stiftskirche im Laute -er Zeit vorgenommenen Veränderungen folgte im Jahr 1840—1841 eine durchgreifende, im Styl der Kirche gehaltene Perbetterung; die im Jahr 1811 aus dem Klotter Zwiefalten in den Chor der Stiftskirche versetzte Orgel, mit 64 Registern und 6384 pfeifen, wurde an die Westseite des Langhautes verlegt und nach dem Entwurf von C. Heideloff in rein germanitchem Getchmack verziert. Die mit Bildern aus der biblischen Getchichte bekleideten, fchwertälligen Emporenbrüttungen wurden weggeräumt und durch tchöne, mit germanitchem Matswerk durchbrochene, ersetzt. Die Kanzel iü durchaus vergoldet worden u. t. w. Den rcichtten und tchöntten Schmuck aber erhielt die Kirche durch die Muniticenz Sr. Majestät des Königs Wilhelm, welche in den Jahren 1848—1852 vier meitterhatt gemalte Glastentter in die Kirche Kitteten und zwar: drei in den Chor, die Geburt, die Kreuzigung und die Auferstehung des Weltheilandes darttellendz das vierte über der Orgel angebrachte stellt den König David vor. Diete vortrefflichen Kunttwerke, welche rin bleibendes Denk mal der Freigebigkeit, wie des künttleritchen und religiöten Sinnes Sr. Majettät bieten, wurden nach den Zeichnungen des protettors v. Neher, die architektoni- tchen und ornamentalen Verzierungen dagegen nach den Entwürten des Archikten C. Beisbarth von den Glasmalern Gebrüder Scheerer ausgeführt. Paulus. 27. Der Nafenkranz in der Pfarrkirche zu Weilheim. n einem anmuthigcn Alpthälchen (Neidlinger Thal), durch welches tich das Flüsschen Lindach jugendlich tritch tthlängelt, liegt l'/r Stunden tüdöttlich von der Oberamtsttadt Kirchheim, am Fuss des mit Neben und Obttbäumen bepflanzten, kegelförmigen Limbergs *), das freund liche Städtchen Weilheim. Der Ort kommt tchon im Jahr 770 vor, in welchem ein Hilderich und Sulman dem Klotter Lortch alle ihre Güter „in pago Neckargov^e in marca Wilheim vel in Bubsinga et in Bissinga,“ an mansis, silvis, dominibus, ädificiis, mancipiis etc. schenkten (s. Oberamts-Betchreibung von Kirchheim Seite 98). Frühe schon kam Weilheim an die Herzoge von Zähringen, und Gebhard von Zähringen, Mönch im Klotter Hirtchau, schenkte, dem Hirtchauer Codec zu Folge, um's Jahr 1080 diesem Klotter „preposituram in Wilhaim cum omnibus, que ad eandera preposituram pertinebant.“ Nachdem Gebhard von Zähringen später Bischof von Conttanz wurde, war sein Kruder Herzog Berthold eitrigst bemüht, die probttei Weilheim zu einem Llotter mit einem Abte zu erheben; er gab detshalb dem Klotter Hirtchau „novem Kubas et dimidiam ecclesiain et diinidium mercatum in Gilestein“ und erhielt dagegen Weilheim zurück, in welchem er das neu gestiftete Llotter mit Gütern und Gefällen betchenkte, und mit zwölf Mönchen aus dem Llotter Hirtchau besetzte. Weilheim wurde somit ein Benediktiner-Llotter, das tich zu feinem Schutzpatron den heiligen Petrus erwählte und im Jahr 1089 von dem Bitthot Gebhardt von Zähringen ein geweiht wurde. Da aber die Mönche von den zahlreichen, den Ort umgebenden Burgen aus, vielfältig an ihrem Gottesdienst verhindert und angefochten wurden, so verlegte Berthold das Llotter tchon im Jahr 1093 in den Schwarzwald, wo er die Abtei St. Peter gründete; das zurückgebliebene Priorat Weilheim, welches mit einem pater öconomus und fünf bis sechs Conventualen besetzt ward, hatte bis zur Reformation die Güter zu verwalten, die Getälle einzuziehen und die dem Llotter einverleibte Pfarrei zu vertchen. In die Zeit der Gründung des Llotters Weilheim fällt nun auch die Erbauung der ursprünglichen Kirche datelbtt, was eine in derselben unter einem Wandgemälde angebrachte Inschrift bestätigt (t. unten). Die ursprüngliche Kirche itt übrigens längst spurlos verschwunden, und an ihre Stelle trat die gegenwärtige, im Jahr 1489 erbaute; diete Jahreszahl itt nicht nur an der Südteite des Chors über dem Wappen der Stadt Weilheim, sondern auch inner halb des Chors über einer Thüre eingemeitelt. Ausser ihr finden wir im Chorgewölbe die Jahreszahl 1493 und an der Südteite über dem tpitzbogigen Durchgang des Thurms 1495. Demnach wäre die Kirche in der Periode von 1489 bis etwa 1495 — oder, was wahrscheinlicher itt, bis 1499 erbaut worden, indem in letzterem Jahre die älteren Wandgemälde innerhalb der Kirche, welche wir wohl als die letzte Arbeit an derselben betrachten dürfen, ausgeführt wurden (t. unten). Mit dieser Periode stimmt auch der Bauttyl der Kirche voll kommen überein. Wenn tchon das Aeutsere der in einem einfachen, germanischen Styl gehaltenen, ansehnlichen Pfarrkirche einen angenehmen Eindruck hervorruft, fo wird dieser bei dem Anblick des ehrwürdigen Innern noch mehr gesteigert. Das geräumige Langhaus itt dreitchittig und, wie auch das füntteitig tchliefsende Chor, mit einem schön conttruirten, an den Gurtenkreuzungen und an den Schlusssteinen bemalten Netzgewölbe, das von acht Pfeilern unterstützt wird, gedeckt. Die an einem der Pfeiler angebrachte, aus Stein gefertigte Lanze! *) Auf Sem Limbcrg stand die Veste Limburg, uon der noch Spuren ehemaliger Sefestiguiigcn (Graben und Wall) sichtbar sind. stammt aus der gleichen Periode wie die Kirche; tie enthält, etwas roh gear beitet, die vier Evangelisten mit ihren Attributen und die Inschrift: PARCE TUIS OVIBUS, OMNIS RAPTOR VEXAT INANIS. Vas gut geschnittene Gettühlwerk im Chor trägt die Iahrszahl 1490. Der reichste Schatz aber, den die Lirche birgt, find die alten Wandgemälde, mit denen tie beinahe durchaus ausgestattet itt. Die Gemälde tind um to interessanter, als tich in Württem berg nur wenige ähnliche Kirchen-Wandmalereien erhalten haben, obgleich tie früher in den Kirchen unteres Vaterlandes nicht zu den Seltenheiten gehörten. Allein die Sucht, in die Gotteshäuser mittelst einer weitsen Tünchung der Wände mehr Licht zu bringen, und der Mangel an Luntttinn, hat tie in neuerer Zeit, namentlich im Jahr 1817, als man zur Feier des Retormations- tettes die Kirchen zu verschönern glaubte, leider zerstört, und mancher unter dem weitsen Anstrich nun verborgen liegende Kuntttchatz itt ein Opfer der Unwissen heit und Geschmacklosigkeit geworden. Um to mehr gereicht es den geistlichen und weltlichen Behörden von Weil- heim zur Ehre, diese Denkmale der mittelalterlichen Luntt bis jetzt treu bewahrt und gepflegt zu haben. Betrachten wir die Weilheimer Lirchenwandgemälde im Allgemeinen, to finden wir, dass tie in verschiedenen Perioden und nicht von der gleichen Hand ausgeführt wurden, indem ein Theil derselben in die Zeit der Erbauung der Kirche, ein anderer theils in die Mitte des techszehnten Jahrhunderts, theils in den Anfang des tiebenzehnten Jahrhunderts (1601) lallt. In der letzteren Periode mögen nun auch die älteren Gemälde erneuert und gerade nicht zu ihrem Portheil theilweite übermalt worden sein; dessen ungeachtet liefern tie noch trctt'liche Belege tür die Auffattungs- und Darttellungsgabe älterer Luntt, und ein frommer genialer Sinn spricht tich in diesen ehrwürdigen Bildern entschieden aus. Unter ihnen sind es hauptsächlich drei, welche Einer geschickten Lünttlcr- hand aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts angehören und untere volle Bewunderung und Aufmerksamkeit verdienen. 1) Das über dem Chorbogen (porta triuraphalis) angebrachte Hauptgemälde, die Auferstehung, das Weltgericht, die Einführung der Frommen in das Paradies und die Perttotsung der Gottlosen in die Perdammnits vorstellend. 2) Ein vortreffliches Gemälde an der nördlichen Wand bildet ein Evangelium der Kindheit Jetu sammt Uorläut'ern und Jüngern. Auf einer Ruhebank sitzen die heilige Mutter Maria und die heilige Grossmutter Anna, in ihrer Mitte steht der kleine Jetusknabe, mit dem beide ttch beschäftigen; während rückwärts der heilige Joseph, der heilige Grofsvater Joachim und die Heiligen Cleophas und Salomon in die Familienttene hereintthauen. Ueber dem Gemälde steht die Jahreszahl 1499 und unter demselben die Intchritt: HEG IGITUR GENERATIO, OMNIS BONI ORIGO, TOTIUSQUE MUNDI CONSOLATIO, SINGULARI DILECTIONE AG SPECIALI VENERATIONE HABENDA. ANNO DOMINI M»CCCC* IX (1499). Unter dieser Intchritt befindet sich folgendes, um die Hältte verkleinertes Monogramm des Malers Hierdurch erfahren wir nicht nur die Zeit, in der das Gemälde ausgeführt wurde, sondern auch den Anfangsbuchstaben des Meitternamens, der übrigens nicht für Jette (Ioteph) Herlin, dem man diete Kunstwerke zuschreiben möchte

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