Volltext : Beiträge zur Kenntniss der deutschen Baukunst des Mittelalters (Textband)

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seyn. Ein richtiger und reiner Umrifs schien daher einer entweder theuren
 oder mangelhaften Ausführung mit Schatten und Licht vorzuziehn.
Aufser den geometrischen Grundrissen , Aufrissen und Durchschnitten
 enthält dasselbe perspektivische innere und äussere Ansichten
und das Einzelne der Glieder und Verzierungen ins Grofse gezeichnet.
Da es bei so grofsen und zum Theil reich verzierten Gebäuden nicht
möglich war Alles zu geben , SO mufste man sich darauf beschränken,
dasjenige auszuheben, was vorzüglich schicklich schien, um von dem
Eigenthümlichen eines jeden Gebäudes einen Begriff zu geben. Von
manchen Gebäuden sind deshalb nur diejenigen, Theile gezeichnet WOrden,
 welche diesem Zwecke. vorzüglich entsprachen. _.
So z. B. ist bei dem Grundrifs des Doms zu Worms nur das alte
Hauptgebäude genommen , die in spätern Zeiten gemachten Anbaue
sind aber weggelassen worden.
Zu gröfserer Zweckmäfsigkeit sind die Kupfer der einzelnen Hefte
nicht numerirt, um am Schlusse ‚des Werks dieselben nach der Beschreibung.
 und in chronologischer Reihe ordnen zu können , wodurch
die Veränderungen und Uebergänge des Stils der verschiedenen Perioden
 deutlicher werden. Da wir über diese ältere Kunst und ihre
Werke. wenig oder gar keine schriftliche Ueberlieferungen besitzen ,
so sind die meisten der verschiedenen bisher aufgestellten Meinungen
über die Entstehung und F ortschritte dieser Kunst nicht viel mehr- als
Hypothesen. Ohne über den Werth derselben urtheilen zu. wollen,
kann man doch mit Bestimmtheit behaupten , dafs nur eine genaue Kenntnifs
 der Monumente selbst, und eine sorgfältige Vergleichung derselben,
 uns in den Stand setzen können, ein richtiges Urtheil zu fällen.
Es ist mir gelungen eine fast ununterbrochene Reihe derselben von
Karl dem Grofsen bis zum fünfzehnten Jahrhundert aufzufinden , und
            
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