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Nr. 15
BAUZEITUNG
Von Stuttgart her kommend betreten wir zuerst den
großen, in seiner Mitte gärtnerisch angelegten Vorplatz
beim Zusammenschnitt der Wangener- und Schlachthausstraße,
der, umrahmt von den dem Schlacht- und Viehhof
gemeinsam dienenden Gebäuden, in seiner architektonischen
Gruppierung eine geschlossene Platzanlage für
sich darstellt.
Die Beamtenhäuser, im Erdgeschoß einesteils
Läden, andernteils Bäume für die von der Metzgerinnung
ins Leben gerufene Yiehmarktsbank und Schlachtviehversicherung
enthaltend, bieten in den übrigen Stockwerken
Wohnungen für Unterbedienstete der Schlachthausverwaltung.
Im gegenüberliegenden Verwaltungsgebäude befinden
sich im Erdgeschoß die Bureaus und Kassenräume
der Schlachthofdirektion, im ersten Stock Wohnungen
für den Direktor und den Obertierarzt sowie neben
weiteren Bureauräumen ein kleiner Sitzungssaal für
vieh und Schweine, aus einer solchen für Binder und
aus zwei Marktställen für Großvieh. Seine ausgedehnte
Gleisanlage steht durch eine ebenfalls von der Stadt
erbaute, den Neckar auf einer Brücke kreuzende Bahn
von nahezu 4 km Länge mit dem Bahnhof Untertürkheim
und dadurch mit der Staatsbahn in Verbindung. Die
gewöhnlich während der Nachtzeit mit der Bahn hergeführten
Schlachttiere werden an einer 430 m langen
Bampenanlage ausgeladen und in sog. Ausladebuchten
einer ersten tierärztlichen Untersuchung unterworfen,
nach der sie erst in die Markthallen und Ställe abgetrieben
werden dürfen.
Die Markthalle für Kleinvieh bietet Baum für
1500 Schweine und 800 Kälber. Sie ist durchweg mit
Buchten ausgestattet, in denen die Tiere zum Verkauf
gestellt und auch gefüttert werden. Die von der Schweinehalle
durch eine Wand abgetrennte Kälbermarkthalle ist
mit einer Niederdruckdampfheizung versehen. In den
Vorplatz mit Börsen- und Verwaltungsgebäude
Kommissionsberatungen. Durch einen Torbogen mit
dem Verwaltungsgebäude verbunden, reiht sich diesem
direkt die in üblicher Weise ausgestattete Polizeiwache
an. Angebaut an letztere ist eine öffentliche
Bedürfnisanstalt. Das Börsengebäude ist bestimmt
für den Viehhandel und den Gasthofbetrieb. Es enthält
im Erdgeschoß den großen Börsensaal mit anschließender
Tageswirtschaft und deren Nebenräumen, drei Zimmer für
Viehkommissionäre und die große Kleiderablage für die
Metzgermeister. Im ersten Stock sind Fremdenzimmer,
im Dachstock die Wohnung des Wirts und seines Personals
sowie drei weitere Fremdenzimmer untergebracht.
Ein geräumiger Wirtschaftsgarten, ein von Wagenremisen
an der Schlachthaus- und der Staatsstraße umschlossener
Hof mit dem Ausspannstall für Händlerpferde sind die
weiteren wesentlichen Bestandteile des Wirtschaftskomplexes.
Zwischen Verwaltungs- und Börsengebäude
trennt das Pförtnerhäuschen mit Wage die
beiden Toreingänge zum Vieh- und zum Schlachthof.
Damit kommen wir zur eigentlichen Vieh- und Schlachthofanlage.
Der Viehhof besteht aus einer Markthalle für Kleinvier
Ecken der Halle sind kleine Bäume für Hallenmeister,
Futterküchen und Aborte abgetrennt.
In der Markthalle für Großvieh können zirka
600—700 Binder untergebracht werden, für welche nur
einfache eiserne Holme zum Anbinden vorhanden sind.
Fütterungseinrichtung war nicht nötig, da hier die Tiere
nicht gefüttert werden. In ähnlicher Weise wie bei der
Kleinviehhalle sind auch hier kleine Bäume für Hallenmeister,
für den im Viehhof beschäftigten Tierarzt und
Aborte eingebaut.
Die beiden Großviehställe zerfallen in je vier
Abteilungen, in denen je 40 Binder, zusammen also
320 Stück untergebracht werden können. Die Futtertröge
stehen frei, so daß es den Tierärzten erleichtert
ist, Untersuchungen an den Köpfen der Tiere vorzunehmen.
üeber den Stallräumen sind Futterböden angeordnet,
von denen aus das Futter durch Schachtöffnungen
in die Stallgassen geworfen werden kann. In
kleinen Anbauten an jedem dieser Ställe sind Bäume für
Viehtreiber, Arbeiter, Hallenmeister usw. untergebracht.
Den Mittelpunkt des Schlachthofes bildet die
17 m breite und 162 m lauge Verbindungshalle, an