daß zwei preisgekrönte Arbeiten vom Wettbewerb
ausgeschlossen werden mußten, weil die Verfasser
entgegen den Bestimmungen des Programms nicht
Reichsdeutsche waren. Bedauerlich est es, daß da-
mit die beste Arbeit des Wettbewerbes, der für den
ersten Preis vorgeschlagene Entwurf „Gleichge-
wicht II“ der Architekten Hans Hohloch und Franz
Donsbach, Dresden, ausscheiden mußte.
Diese Entscheidung gibt Anlaß zu einer Ermalhı-
zung an alle Wettbewerbsteilnehmer.
Verfasser von der im Programm ausdrücklich be-
onten Freiheit Gebrauch machten und bei der An-
‚rdnung der Gebäudemassen und der sie umgeben-
len Straßen eigene Wege gingen. Die städtebaulich
eizvollsten Lösungen finden sich in der zweiten
aruppe, und es ist bezeichnend, daß die beste (Kenn-
wort „Gleichgewicht II“) und drittbeste (Kennwort
„Ost-West‘“) Arbeit — die dann leider aus weiter
unten angeführten Gründen aus dem Wettbewerb
ausscheiden mußten — sowie der angekaufte Enl-
Abb. 1. I. Preis, „Gleichgewicht 1I“. Arch. Hohloch und Donsbach, Dresden.
(Weil Bewerber z. T. nicht Reichsangehörige, wurde der Preis nicht ausgezahlt.)
Die an jede Entscheidung eines Wettbewerbes wurf „Klare Gliederung“ dieser Gruppc angehören.
sich anschließende Kritik zeigt am deutlichsten, wie In künstlerischer Hinsicht bewegt sich die Mehr
schwierig und undankbar das Amt eines Preisrich- zahl der Arbeiten auf beachtlicher Höhe. Auf Ver-
ters ist. Die Wettbewerbsteilnehmer, die ein objek- wendung überlieferter Bauformen wurde meist ver-
lives, einwandfreies Urteil verlangen, sollten ihrer- zichtet und die architektonische Wirkung in der
seits alle Verstöße gegen die Bedingungen des Pro- Hauptsache durch gute Gruppierung und Verteilung
gramms vermeiden. Die Teilnahme nichtreichsdeut- ler Baumassen erreicht. Eine Anzahl Arbeiten er-
scher Architekten ist im vorliegenden Falle ein Ver- zielten durch Betonung der jeweils zwischen zwei
stoß, der das schon festliegende Urteil des Preis- Xlassen liegenden Lehrmittelzimmer einen starken
gerichts vollständig umwerfen mußte. Ebenso ist ıhythmus. Die fast ausschließliche . Verwendung
die Beigabe von über die Programmforderung les flachen Daches entspricht wohl nicht nur der
hinausgehenden Modellen und Zeichnungen, sowie ı1errschenden Tagesmode, sondern ist aus dem Pro-
die Darstellung in größerem als im Programm vor- zramm heraus begründet, das Bodenräume nicht
geschriebenen Maßstabe als Verstoß anzusehen. Bei vorsieht. Der Charakter einer‘ Berufsschule, das
strenger Auslegung der von dem Verband Deutscher Vorhandensein von Lehrklassen und Werkstätten, ist
Architekten- und Ingenieurvereine und dem B. D. A. Dei den meisten Arbeiten gut zum Ausdruck ge-
aufgestellten Grundsätze für das Verfahren bei Wett- bracht worden. Man kann wohl sagen, daß sich für
bewerben auf dem Gebiete der Baukunst müssen lie neue Bauaufgabe, wie ich sie einleitend skizzierte,
derartige Arbeiten von vornherein für die Beurtei- in eigener Typ herauszukristallisieren beginnt. So
lung ausscheiden. Sache der Ausschreiber aber wäre verdient dieser Wettbewerb öffentliches Interesse
es auch, auf diese Bestimmungen im Programm nd kann als ein Merkstein auf dem Weg der Ent-
jeweils ausdrücklich hinzuweisen. wicklung des Berufsschulwesens bezeichnet werden.
Das Ergebnis des Wettbewerbes ist als sehr gün- Über die Entschließung des Preisgerichts, dem als
stig zu bezeichnen. Es wurden insgesamt 131 Ar- Vertreter des B.D. A. und der Freien Deutschen Aka-
beiten eingereicht. lemie des Städtebaues die Herren Professor Dr.
Man unterscheidet dabei deutlich zwei Haupt- Wilh. Kreis, Dresden, und Professor Bruno Möhring,
gruppen. Zur ersteren, größeren, gehören die Ar- Berlin, angehörten, ist zum Schluß folgendes kurz
beiten, deren Verfasser die im städtischen Bebau- zu berichten:
ungsplane vorgesehene Stellung des Hauptgebäudes In mehrtägiger Prüfung wurden 18 Entwürfe zur
mit vorgelagertem Spielplatz beibehielten, zur zwei- :ngeren Wahl gestellt und die Preise wie folgt zu-
ten, kleineren, Gruppe diejenigen Arbeiten. deren rkannt: