Full text: Rings fallen Sterne

wie die Quellen 
Winters 
im Norden. 
Hoch über Tannen 
blühendes Licht. 
Ich peitsche meinen Rappen 
und reite mein Blut tot. 
Nur Gletscher wehen mir zur Seite, 
kalt ist die Erde 
wie mein Wollen. 
Ich hebe meine Hände 
Sieg 
zu schlagen 
und 
bebe tastend erdenwärts. 
Denn zwischen Pferdehals und Schenkeln 
meine Fessel aus den Jahrhunderten: 
Weib! 
Das irgend-du 
ist groß und hat so ferne Lippen. 
Und meine Träne fühlt 
daß ich nicht mehr bin 
und mir von den Schultern gleite 
wie die jungen Jahre. 
* 
Durch stillen Gang des Klosters 
geht das Ave. 
Das gelbe Kleid der Mönche hat ein andres Auge 
und jedem ist ein eignes Schwert gegeben. 
Der fette Klang der Mittagsglocke 
holt sie fort. 
Im Säulengange bin ich bei den Steinen 
und senke tief die Stirne 
in Staub: 
O Stille 
die aus keiner Wunde fließt. 
Zerrissen 
sind die Abgründe 
Flüsse der Tränen fließen hinüber. 
Nicht ein Glockenschlag 
schlägt rein und voll 
und alles blutet wie der Erlöser. 
Die braunen Mauern sind mit Geld gebaut. 
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