Volltext : Theatrum Pontificiale, Oder Schau-Platz der Brücken und Brücken-Baues

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Cap.  II.  VonBrücken-Bau.  Tab.I.

§-  4-ie
  durch  ein  Fischer-Kahn  Menschen  und  Thiere
über  Flüsse  gesetzec  werden,
zeiget  uns  der  Herr  Valvasor,  in  seinem  schönen  Wercke:  die  Ehre  des  Hertzogthumö
Crain,  genannt»  Lib.I.  pag.  200.  und  hier  ist  solche  Arth  Tabula  I.  Figura  I.  abgebildet: ­
  da  auf  dem  blossen  Kahn  nur  etliche  Breter  befestiget  sind,  daraufPferd  und  Reuter
stehet,  und  dadurch  die  Last  noch  viel  höher  über  das  Wasser  kommet,  als  wenn  das  Pferd
in  dem  Kahn  selbsten  stünde,  so  gewiß  eine  recht  verwegene  und  gefährliche  Passage  abgebet, ­
  die  ich,  obschon  eben  nicht  furchtsam  bin,  ungerne  mit  antreten  wolte.
§.  5.
Gine  fast  gleiche  Arth  mit  zwey  Kähnen  und
zwey  Pferden
folget  Figura  II.  dieser  Tafel.
Da  zwey  Saum-Rosse  mit  ihren  auf  sich  habenden  Güthern  aufzwey  Kähne  aufgepacket ­
  sind,  welches,  weil  es  die  Breite  bekommet^  lange  nicht  so  gefährlich  ist,  als  bey  vorhergehender ­
  Arth.  Inzwischen  muß  man  sich  wundern,  daß  ein  Thier  sich  in  ein  soschwanckendes
  Kahn  führen  lässet,  und  so  stille  stehet;  alleine  Gewohnheit,  und  daß  es  seinem  Herrn  zu
folgen  abgerichtet,  thut  viel  zur  Sache.  Der  Herr  Valvasor  hat  solche  eben  allda  pag.  201.
deutlich  abgebildet.
§.  6.
Mit  einem  Faß  über  einem  Strohm  zu  setzen.
Solche  III.  Figur  und  dessen  Beschreibung  giebet  uns  ebenfals  vorgedachter  und  hochbelobte ­
  Autor  pag.  204.  im  andern  Buch  dieses  Wercks  an:  da  die  Crainer  Landes-Leute
  ein  Faß  nehmen,  sich  in  solcher  Positur  darauf  setzen,  und  über  die  grösten  und  strengsten
Flüsse  fahren.
§.  7.

Kie  mit  Steltzen  über  oder  durch  einen  Fluß
zu  kommen.

zeiget  Figura  IV.
Da  die  Land-Leute  in  Crain  unterschiedliche  lange  Steltzen  halten,  und  derer  etliche  an
dis-und  jenseits  des  Ufers  liegen  lassen,  womit  sie  gar  füglich  und  bequem  durch  den  Fluß  kommen: ­
  an  beyden  Ufern  haben  sie  hohe  Steine,  darauf  sie  klettern,  und  von  dar  aus  aufihre
  Steltzen  steigen,  wie  Figura  V.  weiset.  Der  Herr  Valvasor  beschreibet  solches  gleichfals
  in  deml.Buch  pag.  153.  dieses  Wercks.  Es  brauchen  auch  dieses  Instrument  die
Land-Leute,  durch  tieffenKoth  zukommen,  wie  mir  denn  einsmahls  in  Thüringen  begegnet,
daß  ich  von  einer  Höhe  gegen  ein  Dorff  ritte,  und  sahe,  daß  die  Leute,  so  aus  der  Kirche  kamen, ­
  alle  gleichsam  in  derLufft  giengen,  welches  mich  noch  mehr  bestätigte,  weil  2  biß  3
Personen  neben  hergiengen,  die  jenen  kaum  biß  an  die  Knie  langten;  und  weil  ich  wegen
Entfernung  und  trüben  Wetters  zwar  dieLeute,  aber  nicht  die  Steltzen  erkennen  kunte,  es
mich  in  grosse  Verwunderung  setzte,  dahero  mein  Pferd  anspornete,  dieses  Wunder  desto  eher
zu  sehen:  aber  so  bald  ich  etwas  näher  kam,  und  die  Steltzen  erblickte,  darauf  mich  nicht  bes0Nr

            
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