Full text : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 142, 1987)

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GERHARD MAIER

Die Artenzusammensetzung, Dominanzstruktur und die Abundanzen der
Zooplankter hängen von verschiedenen Faktoren ab:
{. vom Fischbestand im jeweiligen See und von Konkurrenzbeziehungen zwischen
 den Zooplanktern,
2. von der Nahrungsqualität und der Nahrungsquantität.
Der Fischbestand setzt sich in allen untersuchten Seen im wesentlichen aus
verschiedenen Weißfischen zusammen. Die dominanten Arten sind Ukelei,
Rotfeder und Rotauge. Exakte quantitative Angaben zum Fischbestand sind
schwierig und können nur durch aufwendige Echolotungen zu verschiedenen
Tageszeiten und zusätzliche Netzfänge erhalten werden. Im Rahmen dieser
Untersuchung konnten nur einige Profile in jeweils einem der drei „Seetypen“
mit dem Echolot gefahren werden. Der zur Verfügung stehende Echograf wird
meist zu Vermessungszwecken benutzt und weist eine relativ niedrige Frequenz
 von nur 100kH auf, anstatt der für Fischlotung üblichen 200 kHz. Die
Fische werden auf dem Echogramm als Striche sichtbar. Eng nebeneinander
schwimmende Fische werden aufgrund der relativ niedrigen Frequenz nicht
mehr getrennt aufgelöst. Eine quantitative Auswertung der Echogramme war
nicht möglich. Die Echogramme konnten außerdem erst 1986 aufgenommen
werden. Der Fischbestand hat sich in den letzten Jahren — seit der Untersuchung
 des Zooplankton in den Jahren 1981 und 1982 — sicherlich etwas verändert.
 Beispielsweise hat der Weißfischbestand im See I abgenommen, da in diesen
 See eine große Zahl an Zandern eingesetzt wurde. Die in Abb.9
dargestellten Beispiele können deshalb bestenfalls einige Hinweise geben. Sie
deuten darauf hin, daß der Fischbestand in den Seen I und V höher ist als in See
II. Fische fressen vor allem große, stark pigmentierte Zooplankter (BRooxs et
al. 1965, STENSON 1972, ZARGET 1972, LYNCH 1979, KONECNY et al. 1982 etc.). In
fischreichen Seen dominieren kleine Zooplankter wie Rädertiere und Bosmina.
Möglicherweise sind die vergleichsweise geringe Daphniendichte in See V bzw.
die hohen prozentualen Anteile der Rotatorien und Bosminen zumindest teilweise
 auf Fischfraß zurückzuführen.
Die hohen Zooplankton-Abundanzen und -Biomassen im genannten See dürften
 darauf zurückzuführen sein, daß das Phytoplankton vorwiegend aus kleinen,
 direkt verwertbaren Algen besteht und daß dem Zooplankton neben dem
Phytoplankton noch andere Nahrungsquellen in Form von Bakterien zur Verfügung
 stehen. Für eine hohe Bakteriendichte spricht auch die vergleichsweise
starke Trübung von See V im Sommer. Die Bakterien sind sicherlich nicht nur
auf Exkrete und Abbauprodukte des Phytoplanktons oder auf Fischexkrete,
sondern zum Teil auch auf Exkrete und Abbauprodukte der in diesem See besonders
 zahlreich vorhandenen Makrophyten zurückzuführen. Makrophyten
scheiden, ähnlich wie auch Phytoplankter, gelöste organische Stoffe (DOM) aus
(WETZzEL 1969, WerTzeL et al. 1972, 1973). Diese organischen Stoffe werden vom
Periphyton vor allem aber von Bakterien genutzt (WRIGHT et al. 1966).

6. Zusammenfassung

In den Jahren 1981/82 wurde das Zooplankton von fünf unmittelbar benachbart
 liegenden Baggerseen (Abb. 1A) vergleichend untersucht. Die fünf Seen

Ih. Ges. Naturkde. Württ. 142 (1987)
            
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