Full text : Deutsche Konkurrenzen (1905, Bd. 18, H. 205/216)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

z—— 10. —

Nr. 77 Kennwort ‚Hagestolz“
» 170 „Doppelreihig‘‘ (mit höchst wirkungsvollem
Aufbau, der aber durch Grundrissmängel
erkauft wurde)

#103 = „Hessenland‘“
Fünfte Sichtung — 7 zur engsten Wahl gestellte Entwürfe, nämlich:
Nr. ı3 Kennwort „Genzo loct‘“
nA AZ 5 „ Platzwand‘
„36 5 „Dasein und Wirken‘
#565 ® „Stadtbild“

„ 91 Kennzeichen „CGevterteltes Quadral“ (in roter Farbe)
„98 Kennwort ‚Quwousque tandem‘“
„106 # „Bei Nacht“.
Im einzelnen fanden die 7 vorstehenden Entwürfe folgende
Beurteilung:
Nr. 13. „Genio 1061,“
Das Streben nach einfacher aber selbständiger Gestaltung ist zu
loben. Jedoch erscheint der Mittelbau doch zu aufwendig, der Dachreiter
 ist eine überflüssige Zutat. Auch das Zurücksetzen der Frontmauern
 im zweiten Obergeschoss aus malerischen Gründen widerstrebt
dem Organismus des Baues.
Besondere Anerkennung verdient die Grundrissgestaltung; die
Flure sind übersichtlich und vorzüglich beleuchtet, alle Diensträume
stehen in bester Verbindung. Da bei der Berechnung der Bausumme
die Unterkellerung der Wohnräume und der Dachreiter unberücksichtigt
blieb, so erhöht sich die Bausumme auf rund 350000 Mark. Bei der
Einfachheit der Formengebung wäre aber der Bau für diese Summe
ausführbar. Die Platzgestaltung konnte keinen besonderen Beifall finden.

Nr. 17. „Platzwand.“

Der äussere Aufbau ist gediegen, aber etwas trocken und in
mancher Beziehung nicht einwandfrei durchgeführt; die Verschiedenartigkeit
 der Dachaufbauten und besonders die überflüssigen Dachreiter
müssen beanstandet werden. Auffallend und nicht von günstiger Wirkung
ist, dass die Höhenentwicklung des Gebäudes sich nach dem tiefsten
Punkte steigert, statt sich dem Gelände anzuschmiegen.
Der Grundriss ist von grosser Klarheit und Einfachheit und erfüllt
alle Bedingungen. Jedoch bringt das Heranrücken an die Nachbargrenze
 bis auf drei Meter Mängel in der Beleuchtung — vor allem bei
der Erweiterung — mit sich. Durch die Gruppierung der Diensträume
um einen Mittelhof ist für den Verkehr aufs beste gesorgt. Der Aufgang
mit Halle und Treppe ist monumental und besonders zweckentsprechend.
Die Bausumme, die auf 460000 Mark berechnet wurde, erscheint
sehr hoch, wenn auch berücksichtigt werden muss, dass der Verfasser
das Untergeschoss und Dachgeschoss zur Wittmannstrasse hin zu weiteren
Mietwohnungen ausgenutzt hat und die Rentabilität eines Teiles der
Bausumme nachweist, Mustergültig ist die Platzanlage, die bei verhältnismässig
 geringem Aufwand eine Menge Reize bietet.
            
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