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Es war deshalb, bis jetzt wenigstens, nicht möglich, aus der
Gegend von Metzingen ein größeres Quantum zu erhalten als
jährlich 800-1000 cl>m., welche aber nicht ausreichten um nur
einige der frequenteren chaussirten Straßen zu unterhalten.
Hinsichtlich der Qualität des Materials ist zu bemerken, daß
es nicht der feste und reine Basalt ist, wie er in der Rheingegend
vorkommt und znr Unterhaltung der dortigen Straßen verwendet
wird; es finden sich auch sogenannte Basalttuffe darunter und man
hat auch hier Mühe die Unternehmer zu dem nöthigen Auslesen
der Steine zu bringen; so viel ist aber durch die bisherigen Erfahrungen
nachgewiesen, daß eine Beschotterung aus Basaltsteinen
mindestens die dreifache Dauer einer solchen von Kalksteinen hat
und da, wie aus den im Eingang erwähnten Kosten für die Anschaffung
des Kleingeschlägs ersichtlich ist, der Preis der Balaltsteine
nicht höher ist, als der dreifache Preis der Kalksteine, so entsteht
nicht nur in finanzieller Beziehung kein Nachtheil, sondern wenn
noch in Betracht gezogen wird, daß die harten Gesteine weniger
Staub und Morast erzeugen, so liegt darin noch der weitere Vortheil,
daß das Publikum weniger belästigt wird.
In nachstehendem sind nun die Kosten einiger mit Basaltsteinen
unterhaltenen Straßen, nach möglichst genauen Angaben
der verwendeten Materialien sowie der Handarbeit rc., angegeben,
wobei vorauszuschicken ist, daß Anhaltspunkte über die Frequenz
der einzelnen Straßen, d. h. über die Anzahl Fuhrwerke, welche
täglich dieselben passiren, bis jetzt leider nicht erhoben wurden.
Es soll mit der ftequentesten der hiesigen Straßen, nämlich
mit der Königs st raße begonnen werden, woselbst nur eine kurze
Strecke vor dem Realgymnasium (alten Polytechnikum) mit Basaltsteinen
beschottert ist, ihre Quadratfläche mißt 1008 (Um. Die
erste Decklage mit Basaltsteinen in einer Dicke von 12 ein. wurde
vom 12.—26. Septbr. 1872 eingebracht und haben die Gesammtkosten
incl. Beifuhr der Steine und des Sandes als Bindemittel
zum Walzen, sowie das Begießen und Walzen gekostet 1865 fl. 32 kr.
den 15. Dezember 1872, 1. März, 15. Mai und
15. Dezbr. 1873 waren wiederholt vollständige
Beschotterungen nothwendig, welche zusammen
gekostet haben 3837 fl. 43 kr.
die kleineren Ausbesserungen bis zum 26. März
1874 haben gekostet 539 fl. 54 kr.
somit Gesammtaufwand . . 6243 fl. 9 kr.
innerhalb eines Zeitraums von 19 Monaten; wobei vorausgesetzt
wird, daß bis zum 1. Mai 1874 keine weiteren Ausbesserungen
nöthig wurden. Hienach kommt die Unterhaltung pro (Um. uud
pro Jahr auf 3 fl. 54 kr.
2) Die Eberhards st raße entlang der Krähenschule mit
567 dm. Flächengehalt, wurde den 9. Juni 1872 das erstemal
mit Basalt eingeworfen und hat gekostet . . . 492 fl. 43 kr.
die zweite Beschotterung wurde nothwendig den 22. April 1874
mit einem Aufwand von 525 fl. 11 kr.
Ausbesserungen waren in der Zwischenzeit nur in so unbedeutendem
Maaße erforderlich, daß deren Kosten nicht besonders
notirt wurden, es hat somit die erste Beschotterung 22 Monate
gehalten woraus sich pro Jahr und Hirn, ein Aufwand von 28,5 kr.
ergiebt.
3) Die Hauptstätterstraße, von der Christophstraße bis
zum Tübingerthorplatz, mit einem Flächengehalt von 1887 (Hm.,
wird schon mehrere Jahre mit Basaltsteinen unterhalten, eine genaue
Aufzeichnung der Kosten hat jedoch erst seit dem 15. Februar
1873 stattgefunden; an diesem Tage wurde eine volle Decklage
eingebracht mit einem Aufwand von ... . 801 fl. 58 kr.
den 27. Septbr. wurde das erstemal ausgebessert mit einem Aufwand
von 236 fl. 15 kr.
desgl. den 5. Januar 1874 mit 78 fl. 42 kr.
den 25. März zweite Beschotterung mit . . . 873 fl. 12 kr.
eine weitere Ausbesserung wird bis 1. August nicht mehr nothwendig
werden, somit hat der Aufwand binnen 18 Monaten betragen
1990 fl. 7 kr.
was auf den mm. pro Jahr 42 kr. ausmacht. Zu bemerken ist,
daß in dieser Straße ein Pferdebahngeleise liegt, welches ihre
Unterhaltung in sofern wesentlich erschwert, als die ftüher zusammenhängende
Straßenfläche durch die beiden Schienenstränge in
drei Streifen getheilt wird, von welchen jeder einzelne bei der Unterhaltung
ganz besonders behandelt werden muß.
4) Die Böblingerstraße von der Tübinger-bis zur Cottastraße
mit 1740 (Um. Flüchengehalt, erhielt die erste vollständige
Basaltbeschotterung den 20. März 1872, deren Kosten aber nicht
genau notirt wurden; die zweite Beschotterung wurde nothwendig
den 1. Juni 1873 mit einem Aufwand von . 1721 fl. 12 kr.,
die dritte nicht ganz vollständige Beschotterung den 23. Februar
1874 mit 897 fl. 52 kr.,
zwischen der ersten und zweiten Beschotterung sind verstrichen
14 Monate, woraus sich der jährliche Aufwand pro (Hm. auf 51 kr.
berechnet.
Von den 4 erwähnten Straßen hat somit die Eberhardsstraße
am wenigsten, nämlich pro Jahr und (Um. . . 28,5 kr..
dann die Hauptstätterstraße 42 kr.,
die Böblingerstraße 51 kr.,
und am meisten die Königsstraße, nämlich . . . 3 fl. 54 kr.,
gekostet.
Der über alle Maßen hohe Aufwand der letzteren Straße
hat seinen Grund in erster Linie in der sehr ungünstigen Witterung
der beiden Winter 1872/73 unb 1873/74; bei den größtentheils
nur leichten Frösten hatten die Straßen gar nie eine geschlossene
Bahn, sondern mehrere Monate lang fand ein sich jeden
Tag wiederholendes Auf- und Zugefrieren statt, was bekanntlich
für den Zustand der chaussirten Straßen das allerschlimmste ist.
Wie schon erwähnt, wurde vom 12.—20. Sept. 1872 die erste
Decklage eingebracht, eine zweite vollständige Beschotterung wurde
in der Mitte des Dezembers, die dritte vom 4.—10. März 1873,
die vierte vom 20.—24. Mai und die fünfte im Dezember 1873
erforderlich, es waren somit binnen 15 Monaten 5 oder durchschnittlich
in je 3 Monaten eine vollständige Beschotterung nothwendig.
Wenn bei dieser Gelegenheit die Frage gestellt wurde,
ob nicht ein anderes Material gewählt werden sollte, so ist zu
bemerken, daß die Schulbehörbe wegen des sehr störenden Geräusches,
den numentlich schnell fahrende Fuhrwerke auf gepflasterten Straßen
verursachen, um Entfernung der Pflasterung gebeten und die
Stadtgemeinde der Bitte stattgegeben hat, wie dieses auch in anderen
Fällen in der Umgebung von öffentlichen Gebäuden, namentlich
Kirchen und Schulgebäuden geschehen ist; bei der Wahl eines
anderen Materials dachte man auch an den Asphalt oornxrirne,
aber ein Agent der Anglo-germanischen Gesellschaft in London,