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bete herbeizuführen und zur Klärung dieser Frage beizutragen, 
weßhalb er sich erlaube nachstehende Fragen an den Verein zu 
richten, und um gefällige Behandlung derselben zu bitten, als: 
1) Welche Arten von Beerdigungsmethoden in den civilisirten 
Staaten gibt es? 
2) Wo finden sie sich und wie sind die klimatischen Verhält 
nisse für die eine oder die andere beschaffen? 
3) Welche Einrichtungen und Vorschriften bestehen für solche? 
Wie äußern sich dieselben besonders in hygienischer Be 
ziehung, und welche haben sich bewährt? 
4) Wie stehen die verschiedenen Methoden zu einander bezüg 
lich des Platzbedürfnisses pro gm. Bodengrundfläche und 
dem Kostenpunkt nach, Lurusbauten ausgenommen. 
5) Warum ist z. B. die italienische Art der Beisetzung in 
Gaüerien-Cimeterien bei uns bis jetzt nicht eingeführt, 
würden sie wohl auch für unsere Verhältnisse und unser 
Klima geeignet sein, oder was steht ihrer Einführung ent 
gegen ? 
Herr Oberbaurath v. Egle ergreift zunächst das Wort und 
verbreitet sich über die bezüglichen Einrichtungen der großartigen 
und berühmten Friedhof-Anlagen zu Genua, Mailand und Bo 
logna, mit ihren Gräber-Anlagen mittelst Zellen, Grüften oder 
Grabkapellen, die gewiß auch bei uns schon Eingang gefunden 
hätten, wenn ihre Anlage nicht zu theuer wäre; v. Schlierholz 
erwähnt auch italienischer einfacherer Anlagen von Cimeterien 
sowie der Schachtanlagen aus dem alten Kirchhofe in Nürnberg. 
Oberbaurath Brockmann erwähnt ähnlicher Anlagen in 
seiner Vaterstadt Lübek, bei denen die Särge durch eiserne 
Stangen über einander gesondert und getragen werden. 
Baurath Günther wünscht, daß von einer weiteren ein 
gehenderen Behandlung der Frage abgesehen werde, da er die 
Möglichkeit, der Pietät für die Verstorbenen in wünschenswerther 
Weise Ausdruck zu verleihen, gefährdet sieht. 
Die Versammlung befürwortet dagegen eine gründliche Be 
arbeitung des immerhin interessanten Gegenstandes, und wählt 
hiezu ein Comite, bestehend aus den Herrn: Oberbaurath v. Egle, 
Baurath Wolfs, Prof. Walter und Tafel, Architekt C. Beck. 
Der Vorsitzende und zugleich Antragsteller übernimmt es, die 
genannten Herrn zu weiterer Behandlung einzuladen. 
Sodann referirt Baumeister Knoblauch ausführlich über 
die Denkschrift betreffend die Veröffentlichung der bedeu 
tenderen Bauwerke aus neuerer Zeit in Deutschland, 
die sowohl im Interesse der Techniker, wie für das Allgemeine 
vor allem dahin strebt, daß die Pläne eines jeden bedeutenden 
Bauwerkes gesammelt, und von einer kurzen Beschreibung be 
gleitet werden, welche das Bauwerk in seinen wichtigsten Eigen 
thümlichkeiten und die bei seiner Ausführung gemachtcn Erfah 
rungen erläutern, und gipfelt diese Denkschrift in den 2 Sätzen: 
1) Die betreffenden Behörden des Staats, der Provinzen, Städte, 
Gemeinden, Private k. sind zu ersuchen, ihre Techniker 
anzuweisen, schon während der Ausführung des Baues die 
nöthigen Notirungen, Ausmessungen rc. vorzunehmen, um 
nach Beendigung desselben genaue und vollständige, zur 
Veröffentlichung geeignete Zeichnungen in kurzer Zeit vor 
legen zu können, begleitet von einer Beschreibung des 
Baues und einer Zusammenstellung der dabei gemachten 
Erfahrungen. 
2) Besonders großartige oder besonders glänzend ausgestattete 
Bauwerke sind womöglich in Monographien auf Kosten 
oder unter namhafter Unterstützung der Bauherren aus 
führlich und in einer der Bedeutung des Baues entspre 
chenden Weise, mit möglichst vielen Details zu veröffent 
lichen, wofür die Kosten im Anschlage vorzusehen sind. Bei 
Bauten von geringerem Umfang wird in den meisten Fällen 
die Mittheilung der Grundrisse, eines Durchschnitts, und 
der Hauptansicht in kleinem Maßstabe, sowie der wichtigsten 
Daten über Kosten, Bauart rc. genügen, wozu den tech 
nischen Zeitschriften das Material unentgeltlich zur Ver 
fügung zu stellen ist; und gibt 2 Schema zu Tabellen, 
das eine für Architekten, das andere für Ingenieure. 
Der Vorsitzende bemerkt, daß die Denkschrift nur an die 
betreffenden Behörden und Corporationen versendet werde, ebenso 
die betr. Tabellen, wie bereits bemerkt, zur Ausfüllung an die 
jenigen Baumeister, welchen das geeignete Material hiezu zu 
Gebote steht, niit der Bitte, dasselbe in ihnen niederzulegen. 
Endlich bittet er bei leider schon vorgeschrittener Zeit Herrn 
Baurath Leib brand seinen angekündigten Vortrag über den der- 
maligen Stand des Straßenbaues und der Straßenunterhaltung 
in Baden, Elsaß, Hannover und Braunschweig zu halten. 
Der Vortrag mußte sich beschränken auf die Staaten Baden 
und Braunschweig, geschah aber wie in Beil. 2 derselbe gegeben 
ist, in eingehendster Weise für diese Länder und wußte Redner 
das gestellte Thema auch für Techniker anderer Branche durch 
Einflechten erläuternder Bemerkungen und durch die frische Vor 
tragsweise höchst interessant und anziehend zu machen, so daß 
der officielle Theil des Abends erst in später Stunde, 11 Vi Uhr, 
nachdem Seitens des Vorsitzenden der gebührende Dank dem 
Vorredner ausgedrückt worden, geschlossen werden konnte. 
Schriftführer: 
Seeger. 
„Eine aus den 20. Dezember angesagte Versammlung war 
wegen Festlichkeiten, die auf den gleichen Abend fielen, und wegen 
Unwohlsein vieler Mitglieder, namentlich auch solcher, die für 
diese Versammlung Mittheilungen zugesagt hatten, so wenig zahl 
reich besucht, daß auf den Wunsch der Anwesenden der vorhan 
dene Berathungsstoff für die nächste Versammlung zurückgelegt 
und eine förmliche Sitzung nicht eröffnet worden ist. Herr 
Fabrikant A. Stotz zeigt indessen seine eigenen sehr interessanten 
Thürbeschläge vor und auch an sonstigem Unterhaltnngsstoffe 
fachlicher und nicht facklicher Art war kein Mangel." 
— E. —
        

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