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liche Quellen selbst lesen können, weßhalb die Referate auch nicht 
zu wenig ausführlich sein dürfen. 
Der Verein erklärt sich sodann nnt großer Majorität mit 
den Anträgen der Kommission einverstanden, wonach eine Aende 
rung in der Erscheinungsweise der Zeitschrift vorerst nicht ein 
treten und bis zum Ablauf des Vertrages mit dem Verleger 
verschoben werden soll. Fiir den Fall jedoch, daß die anderen 
betheiligten Vereine in ihrer Majorität für eine sofortige Aende 
rung sich aussprechen wurden, wird beschlossen, daß der gesauimte 
Redaktionsausschuß über diese Frage berathen solle, wogegen zur 
Wahl einer besonderen Kommission für diese Berathung kein 
Grund vorliege. 
Baumeister Lang kommt nochmals auf die literarischen 
Referate zurück, und beantragt die Beibehaltung derselben in 
ihrem seitherigen Umfang, worauf sich die Versammlung mit er 
heblicher Majorität für diesen Antrag erklärt. 
Schließlich referirt Professor Walter im Namen der hie- 
mit beauftragt gewesenen Kommission iiber die vom Vorstande 
des Verbands gestellte Frage, ob und eventuell durch welche 
Mittel dahin zu wirken sei, daß auch eine Vertretung des Ver 
bands deutscher Architekten- und Jngenieurvereine oder der Einzel 
vereine oder der Architekten und Ingenieure im Allgemeinen im 
deutschen Volkswirthschaftsrath angestrebt werden soll, wie folgt: 
Die in der Sitzung des Vereins für Baukunde vom 12. März 
d. I. zur Vorbereitung einer Beantivortung dieser Fragen gewählte 
Kommission hat sich eingehend mit dem Gegenstand beschäftigt 
und ist nach gründlicher Erwägung zu nachfolgender Ansicht ge 
langt: 
Zunächst muß konstatirt werden, daß es sich bei dem preußi 
schen Volkswirthschaftsrath dermalen lediglich um eine preußische 
Staatseinrichtung handelt, welche — insolange sie nicht auf das 
Reich ausgedehnt ist — uns Württembergern als solchen keine 
Gelegenheit bietet, eine Vertretung der Architekten- und Ingenieur- 
kreise anzustreben. 
Aber selbst wenn der Fast eintreten würde, daß der Volks 
wirthschaftsrath auf das übrige deutsche Reich ausgedehnt werden 
sollte, so haben wir es mit einer Institution zu thun, die nach 
deni klaren Wortlaut des Königl. Statuts keinen andern Zweck 
hat, als bei Entwürfen von Gesetzen und Verordnungen, welche 
wichtigere wirthschaftliche Interessen von Handel, Gewerbe, 
Land- und Forstwirthschaft betreffen, den Angehörigen 
dieser Stände Gelegenheit zu geben, ihre Interessen in Form 
von Gutachten zur Kenntniß des betreffenden Ministeriums zu 
bringen. — Damit ist keineswegs ausgedrückt, daß diese Gut 
achten — insoweit die Interessen der genannten Stände mit den 
jenigen anderer kollidiren — maßgebend für die Entschließungen 
der Regierung seien; vielmehr bleibt es den übrigen Ständen nach 
wie vor unbenommen, im Falle einer solchen Kollision bei den 
verschiedenen gesetzgeberischen Faktoren vorstellig zu werden und 
Gesetze und Verordnungen, welche ihre Interessen zu schädigen 
drohen, zu bekämpfen und abzuwenden. 
Die Architekten und Ingenieure befinden sich hierbei ganz 
in deni gleichen Falle, wie alle die übrigen — im Volkswirth 
schaftsrath nicht vertretenen — Stände und haben nach Ansicht 
der Kommission kein größeres Interesse daran, im Volkswirth 
schaftsrath vertreten zu sein, als jene. — Auch konnte sich die 
Kommission dem Eindrücke nicht verschließen, daß die Interessen 
der Architekten und Ingenieure, wenn sie von einzelnen Fragen 
berührt werden, durch die Mitwirkung der technischen Behörden 
bei der Gesetzgebung viel wirksamer vertreten sein dürften, als 
dieß durch einzelne wenige Mitglieder im Volkswirthschaftsrath 
der Fall sein würde. 
Insoweit aber die Interessen, wie dieß z. B. bei Privat- 
Architekten oder Ingenieuren je nach der Ausübung des Berufs 
vorkomnien kann, gleichartige mit jenen des Gewerbestandes sind, 
schließt das Statut auch in seiner jetzigen Form die Wahl solcher 
Interessenten nicht aus und kann es der Initiative derselben 
überlassen bleiben, die geeigneten Wege einzuschlagen, um bei 
den Wahlen Berücksichtigung zu finden. 
Nach diesen Erwägungen kam die Kommission zu dem Vor 
schlag, die erwähnten Fragen des Verbandes dahin zu beant 
worten : 
Es sei vorerst kein genügender Grund vorhanden, eine 
Vertretung des Verbandes deutscher Architekten- und In 
genieur-Vereine, oder der Einzelvereine, oder der Architekten 
und Ingenieure im Allgemeinen, im deutschen Volkwirth 
schaftsrath besonders anzustreben. 
Die Versammlung erklärt sich mit dem Antrage der Kom 
mission einverstanden. 
Der Schriftführer: 
Kn oll. 
Achte ordentliche Versammlung am 30. April 1881. 
Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz. 
Schriftführer: Baumeister Lang. 
Anwesend: 18 Mitglieder und 1 Gast. 
Der Vorsitzende theilt dem Verein die Nachricht von deut 
Tode des früheren Mitgliedes und mehrjährigen Vorstandes 
Ludwig v. Klein, Präsident a. D. der königl. württ. Eisenbahn- 
baukommissiou mit. Die Versammlung erhebt sich zum ehrenden 
Andenken des Verstorbenen von den Sitzen. 
Eingelaufen: 
1) von der Verlagshandlung Schmidt u. Günther in Leipzig 
die 1. Lieferung des Werkes Rom in Wort und Bild von 
Dr. Rud. Kleinpaul. (Circulirt zur Subskription). 
2) Rombergs Zeitschrift für Baukunst, Zahrg. 1881. 
3) von Kreisbaumeister a. D. Hoffmann in Berlin eine 
Anzahl Autographien der Promenadenbrücke in Leipzig mit 
discentrischen Ziegelbögen, deutsches Reichspatent Nr. 8451. 
(Gelangt zur Vertheilung). 
Hierauf macht Architekt Gerok Mittheilungen über leuchtende 
Farben überhaupt und speziell über Balmains selbstleuchtende 
Farben, welche in England und neuerer Zeit auch in Deutsch 
land immer größere Verbreitung finden, z. B. zur Sichtbar 
machung von Bojen, Rettungsringen, Tauchergegenständen, zur 
Erleuchtung von Eisenbahnwaggons in Tunneln, Barrieren, Weg 
zeigern, Zifferblättern von Uhren, Firmenschilder rc., besonders 
eignet sich dieser Anstrich zur Erleuchtung feuergefährlicher Räume, 
Pulvermagazine re., weil er Licht ohne Wärmeentwicklung gibt. 
Es kommen zwei Sorten von solchen Anstrichfarben in den 
Handel, eine Oelfarbe und eine Wasserfarbe. Redner zeigt das 
in Blechbüchsen aufbewahrte Pulver vor, das zum Anstrich ver 
wendet wird, theilt mit, daß das Leuchten der mit solchen Farben 
angestrichenen Gegenstände dadurch hervorgerufen werde, daß man 
dieselben täglich einige Stunden dem Sonnenlicht aussetzt, worauf 
sie die ganze Nacht durch selbst leuchten. Wie lange diese Eigenschaft 
der Anstrichfarbe daure, sei noch nicht ermittelt, jedenfalls höre 
sie nicht auf, solange noch eine Spur von Farbe vorhanden sei, 
an geschützten Orten also länger als im Freien; die Leuchtkraft 
werde erhöht durch öfteres Aufträgen des Anstrichs. Statt durch 
Sonnenlicht könne das Leuchten der Gegenstände auch dadurch 
bewirkt werden, daß man ein zollgroßes Stückchen Magnesium 
draht vor den Gegenständen verbrenne; Gaslicht hingegen zer 
störe die Leuchtkraft. Redner lädt hierauf die Versammlung ein, 
ihm in den anstoßenden Dunkelraum zu folgen, wo Herr Cheniiker 
Kunz mehrere Statuetten, Annoncenschilder rc. aufgestellt habe, 
um sie dem Verein vorzuzeigen. Die Versammlung nimmt nnt 
großem Interesse Einsicht von diesen Gegenständen. Besonders 
schön ist die violette Farbe im Dämmerlicht, während im Dunkeln 
die Farbe ganz weiß leuchtet. Bei den en face gesehenen Gips 
köpfen lassen sich zwar die Gesichtszüge schwer unterscheiden, weil 
nirgends Schattiruug zu sehen ist. 
Nach Rückkehr in das Versammlungslokal dankt der Vor 
sitzende dem als Gast eingeführten Herrn Chemiker Kunz, Theil 
haber der Firma A. v. Kellenbach hier, welche den Vertrieb der 
Balmain'schen selbstleuchtenden Farben für Württemberg über 
nommen hat, für das Gesehene und derselbe theilt noch Folgendes
        

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