ein solltest, so wird er am nächsten Morgen sein Geld
zerlangen.
7. Hüte dich, Alles, was du besitzest, als dein Eigen—
hum zu betrachten und danach den Zuschnitt deines Lebens
zu machen. In diesen Fehler verfallt man leicht, wenn man
Kredit hat. Um ihn zu vertreiben, führe eine Zeit lang
ängstlich genaue Rechnung über deine Ausgaben und Ein—
rahmen. Wenn du dir die Mühe giebst, jede Kleinigkeit auf⸗
zuschreiben, so wirst du bald sehen, wie unbegreiflich schnell die
fkleinsten Ausgaben zu bedeutenden Summen anwaächsen, und
vieviel du ersparen kannst, ohne daß es dir lästig fällt.
Kurz, wenn du ernstlich willst, ist der Weg zum Wohl—
stand nicht beschwerlicher, als der Weg zum Markte. Fast
Alles beruht dabei auf den beiden Worten Betriebsamkeit und
Sparsamkeit; das heißt: verschwende weder Geld noch Zeit,
sondern nütze beides, so gut du kannst. Ohne dieses Beides
gelingt nichts, mit ihnen Alles — wenn das Wesen, welches
die Welt regiert, und dessen Segen wir zu jedem rechtschaffenen
Lorhaben erflehen sollen, in seiner göttlichen Weisheit nicht
ein anderes beschließt. Die Bücher eines Geschäftsmannes be—
urkunden seine Treue und seinen Glauben, seine Religiosität.
eine Gewissenhaftigkeit und seinen guten Ruf.
Vom Heizen.
Eine der wichtigsten Bedingungen des Wohlbefindens ist,
nsbesondere zur Winlerszeit, eine zweckmäßige Heizung.
Was die Brennmaterialien, Stein- und Braunkohlen, An—
ihracit, Coats, Torf, Holz usw. anbelangt, so bedingen dieselben
nehr oder weniger abweichende Konstruktionen der Oefen, Holz
ind Holzkohle werden ihres hohen Preises wegen immer mehr
»erdrängt und meist lediglich zum Anheizen benutzt; die meisten
Steinkohlenarten erschweren die, Verbrennung schr bei hoher
Schichtung oder Zusammenbacken, verstopfen die Zwischenräume
der Roste, sodaß das Feuer schließlich aus Mangel an „Zug“
erlöscht. Diesem Uebelstande wird dadurch entgegengearbeitet,
daß die Feuerstelle nur mit einer geringen Kohlenschicht bedeckt
vird, nach deren Verbrennung neuer Brenns. off aus einem obern
Lorrathsbehälter auf den Rost fällt: hierher gehören die sogenannten
Schachtöfen.
Prof. Dr. Meidinger an der Technischen Hochschule in
Karlsruhe suchte auf audere Weise, dem Zusammenbacken der
Steinkohlen beim Verbrennen zu begegnen. In seinem nach ihm
henannten Ofen werden die Kohlen in einen senkrechten Schacht
geworfen und oben entzündet. Durch die entwickelte Waͤrme
dilden sich brennbare Gase in den unleren Schichten, welche
ann zunächst zur Verbrennung gelangen; dieser Prozeß setzt sich
dis auf die unteren Theile des Schachles fort, über sich die
Kohle zurücklassend, welche dann erst allmälich zur Verbrennung
gelangt, in dem Maaße, als die Bildung der Hohlräume zunimmt.
Bei Anwendung von Füllöfen ist vor allem ein gutziehender
Schornstein nothwendig, da die Kohlen, mit welchen dieselben
deschickt werden, anfänglich nur zur uͤnvollkommenen Verbrennung
Jelangen, wobei die Bildung eines giftigen Gases, des Kohlen⸗
oxnds, stattfindet, dessen Abführung nur durch einen vorzüalich
virkenden Schornstein bewirkt werden kann.
Ganz besonders beliebt sind in neuerer Zeit die sogenannten
amerikanischen Füllöfen, die vorwiegend mit Anthracit geheizt
werden. Eine nicht unwesentliche hygienische Forderung bei der
Wahl eines Ofens ist die der leichten Reinigung desselben von
Staub. Jede lebhafte Erwärmung des Ofens befördert ein Zer—
etzen und Vergasen der Staubtheile, auch ohne daß eine eigent⸗
iche Verbrennung derselben statifindet. Iu dieser Hinsicht sind
esonders wagerechte Flächen, weite wagerechte Vorsprünge und
aͤbermäßige Schnörkeleien zu vermeiden
Von der Dichtigkeit der Fugen, von deren, Undichtigkeit man
eine Verschlechterung der Zimmerluft besorgt, wird meistens viel
iu viel Aufhebens gemacht. Ein gulter Schornsteinzug wird alle
iich entwickelnden Gase entfernen“ und derartige Ündichtigkeiten
des Ofens nur Zimmerluft einsaugen; ist dagegen kein guter
Zug, vorhanden, so wird der Ofen trotz dichter Fugen aus Heiz—
ind Aschethüren rauchen. Die gute Raucha bführung bleibt ARuf—
zahe des Schornsteins, und wir möchten, ohne uns an dieser Stelle
näher einzulassen, nebenbei erwähnen, daß einer der bedeutendsten
deizungstechniker der Jetztzeit, der schon oben erwähnle De Prei—.
9
Vom Heizen.
Ninger,
vor Jahren schon das Prinzip aufstellte: in jedes Zimmer
ein eigener Schornstein.
Immer mehr werden in neurer Zeit die Centralheizungen
angewandt in öffentlichen wie in Wohngebäuden; und mit Recht,
denn sie halten Kohle- und Aschestaub aus der Wohnung fern,
machen das häufigere Betreten der Wohnräume durch das Dienst—
personal überflüssig und ermöglichen eine gleichmäßige Teeunr—
erhaltung.
Den Centralheizungen sind verschiedene Ideen zu Grunde
zelegt; man unterscheidet besonders Luft-, Waffer- und Dampf—
jeizung. Die Wasserheizung unterscheidet sich wieder als Warm—
vasserheizung und solche mit überhitztem Waͤsser in geschlossenen
Röhren, der Heißwasserheizung oder Hochdruckwasserheizung.
Sine Kombination bildet die Dampfheizung, ferner die Dampf—
ufts und Wasserluftheizung. Für Kirchen empfiehlt sich besonders
die Warmwasser⸗- oder Niederdruckheizung mit Röhrenleitung, die
dann mit Rosten bedeckt werden, zwischen welchen die erwaäͤrmte
Luft austritt.
Niederdruckwasserheizung wird auch häufig für kleinere Ge—
däude, Wohnhäuser, Gewächshäuser ꝛc. verwendei, obgleich dort
die Hochdruckwasserheizung mehr am Platze ist.
Die Betriebskosten dieser Heizung sind mäßig; dagegen er—⸗
heischt sie die relativ höchsten Anlagekosten. Da bei dieser
Heizung ein großes Quantum Wasser vorhanden ist, so hält die
Wärme längere Zeit an. In Wohnhäusern hat man die An—
iehmlichkeit, durch Anbringung verschiedener Hähne das Wasser
zu anderen häuslichen Zwecken benutzen zu koͤnnen, z. B. zur
Toilette, auch zu Brause-Donchen, welche man leicht damit in
Verbindung setzen kann, sodaß deren Wasser lemperirt wird.
Die Luftheizung ist die älteste der Centralheizungen und
serner vielfach für Verwaltungsgebäude und Anstalten, bisweilen
uuch, jedoch selten, für Kirchen angewandt worden.
Diese Heizung wird übrigens nur dann zufriedenstellende
Ergebnisse liefern, wenn die Luft in den Heizkammern nicht
übermäßig erhitzt wird, da sonst der unvermeidliche Staub auf
den Heizkörpern mehr oder weniger vergast wird und die Luft
eine die Schleimhäute der Athmungsorgane reizende Eigenschaft
rhält, die man vielfach mit Unrecht einer durch die Luftheizung
dermehrten Trockenheit der Luft zuͤgeschrieben, die jedoch nich
in höherem Maaße als bei anderen Heizuugen ftattfindet
Neuerdings wird die Luft in den Hetzkammern vielfach,
anstatt durch dauernde Feuerung mittels einer Dampfheizung
»der auch durch eine Heißwasserheizung erwärmt, sodaß ein
Blühendwerden des Heizkörpers und Verderbens der Luft dadurch
uusgeschlossen wird.
Die Anschaffungskosten sind bei diesem System erheblich
illiger, als bei anderen Centralheizungen, und der beanspruchte
Raum ist gering; aber die Klagen über die Belästigung durch
dieselbe sind allgemein, und liegt der Grund wohl wesentlich in
der ungenügenden Wartung der Heizung durch das bedienende
Personal, indem gerade die Luftheizuug recht sorgfame und auf—
nerksame Bedienung erfordert, um eine lieberheizung zu verhindern;
nan hat daher in Hamburg voriges Jahr die Idee angenommen,
die abgängig werdenden Feuerluftheizungen durch Centralheizungen
anderer Systeme zu ersetzen.
Die Dampfroͤhrenheizung ist hauptsächlich nur da räthlich,
vo Fabriken in nächster Nähe liegen, bezw. wo sie vorhandenen
Dampfkesseln angeschlossen werden können; insbesondere eignet
sie sich auch zur Heizung von Schiffskajüten.
Für größere Gebäude und Anstalten, wie Verwaltungs—
zebäude, Schulhäuser, Spitäler uswe, eignet sich sehr gut die
'ombinirte Dampfwasserheizung.
Da sich, der Dampf mit großer Schnelligkeit auf weite
Strecken vertheilen läßt, lassen sich die entlegensten Oefen eines
weitläufigen Gebäudes ebenso start erwärmen, wie die dem
Kessel zunächst liegenden; auch geht in den Zuleitungsröhren,
die gut eingehüllt sind, nur eine Minimalmenge Wärme verloren.
Es lassen sich bei dieser Heizung sehr einfaͤch einzelne Zimmer
ind Oefen oder einzelne Stockwerke von der Heizung abschließen;
auch können die Dämpfkessel oberhalb oder außerhalbedes Ge—
zäudes liegen.
Die Hochdruck- oder Heißwasserheizung eignet sich vorzüglich
für Wohnhäuser und kleinere Verwaltungsgebäude, zumal“ wenn
die zu heizenden Räume im gleichen Stocke liegen. Indem man
die Röhren an der Fensterseite entlang führt, wandelt man die
onst kühlen Fensterplätze in gemüthliche um. Da das Wasser
Rerbei in, geschweißten, schmiedeeifernen Röhren dicht eingeschloffen
st und, keine Verdampfung stattfindet, so läßt sich dasselbe be—
eutend über die Siedetemperatur hinans erhitzen, sodaß gegenüber