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Der Fragekasten enthält eine Anfrage nach dem Verhalten
der eisernen Eisenbahnquerschwellen, an Stellen wo der Boden
Frostbeulen bildet, und nach den Mitteln zur Geleisregulierung
in solchem Falle. Wird zur Beantwortung einer Kommission
überwiesen, bestehend aus den Herren Dimler, Bracher,
Köhler, v. Schlierholz und Eberhard
Nun hielt Professor Laißle den angekündigten Vortrag:
Notizen über die neuen Bahnhöfe zu Straßburg und
Metz (vergl. Beilage 2). Nach einigen allgemeinen Bemerkungen
über Zweck und Kosten der großartigen Bahnhofsumbauten
der Neuzeit bespricht er zunächst den Bahnhof Straßburg,
welcher aus der früheren beschränkten Kopfstation nunmehr
eine viel umfangreichere Durchgangsstation geworden ist,
erläutert an der Hand zahlreicher Zeichnungen die allgemeine
Anordnung, sodann der Reihe nach die charakteristischen neuen
Einrichtungen für den Personen-, Güter- und Rangierverkehr,
die Sicherheitsvorrichtungen, die elektrische Beleuchtung, die
Bedachung der Hallen rc., und schließt mit der Bemerkung,
daß die in Nr. 80 der deutschen Bauzeitung vom laufenden
Jahre als „Reiseglossen" abgedruckte abfällige Beurteilung der
ganzen Anlage durchaus ungerecht sei, vielmehr die letztere im
wesentlichen als wohlgelungen bezeichnet werden müsse.
Sodann geht Redner auf den neuen Bahnhof Metz über,
mit Kopfstation für Personen- und Lokalgüterverkehr und abgesonderter,
außerhalb angelegter Durchgangsstation für Güter
und Rangierung. Auch diese Anlage hat in Nr. 80 der deutschen
Bauzeitung ungerechten Tadel erfahren.
Zum Schluß erklärt sich Redner bereit, die Nutzanwendungen
auf unsere Bahnhofseinrichtungen in besonderem Vortrage
zu behandeln.
Der Vorsitzende dankt für die heutigen, mit vielem Beifall
aufgenommenen Mitteilungen und bemerkt, daß die hiesige
Eisenbahnverwaltung auswärts bewährte Verbesserungen sich
stets gern aneigne und dem Herrn Vortragenden der Vereine für
weitere Mitteilungen dankbar sein werde.
Direktor v. Knapp spricht, zugleich im Namen seiner anwesenden
nicht technischen Kollegen seinen Dank aus für die
ihnen gewordene Einladung und die heute empfangene Belehrung,
äußert sich im übrigen im Sinne des Vorredners und
erwähnt u. A. daß ihrerseits der Antrag gestellt sei, daß denmächst
durch eine Kommission der K. Generaldirektion auswärtige
größere Rangierbahnhöse besichtigt werden sollen, um die dort
gesanimelten Erfahrungen für uns nutzbar zu machen.
Der Vorsitzende bittet noch etwaige Wohnungsänderungen
der Mitglieder behufs Richtigstellung des neuen Verzeichnisses
ihm baldmöglichst anzuzeigen und schließt die Sitzung nach 10 Uhr.
Der Schriftführer:
Hänel.
Vierzehnte Versammlung am 6. Dezember 1884.
Vorsitzender: Oberbaurat v. Schlier holz.
Schriftführer: Reg.-Baumeister Ockert.
Anwesend l9 Mitglieder.
Nach Eröffnung der Sitzung erfolgt zunächst die Verlesung
des Protokolles der letzten Versammlung; dasselbe wird genehmigt.
Als Einlauf liegt ein Geschenk von Professor Schlebach
vor, bestehend in dessen Reisebericht über die Landeskultur in
Belgien, Elsaß-Lothringen, Holland, Bremen, Hannover, Bayern
und Hessen-Kassel, wofür der Vorsitzende dem Geber den Dank
des Vereines ausdrückt.
Es erfolgt nunmehr die Berichterstattung des Vorstandes über
die Verhandlungen bezüglich Gründung einer „Wochenschrift für
Baukunde"; derselbe legt dem Verein einen diesbezüglichen Vertrag
der beteiligten Vereine mit dem seitherigen Redakteur des
Wochenblattes für Architekten und Ingenieure Regierungsbaumeister
Scheck in Berlin zur Genehmigung vor, wornach eine
Verschmelzung mit dem genannten Blatte stattfinden wird, der
Sitz der neuen Zeitschrift ist Frankfurt a. M. In dem Vertrag
sind alle Wünsche unseres Vereines berücksichtigt, mit Ausnahme
der Abgabe eines Freiexemplares für die Vereine. Nach
Verlesung des Vertrages ergiebt die Abstimmung eine einstimmige
Annahme desselben. Der Vereinsvorstand drückt noch sein Bedauern
darüber aus, daß der badische Verein und ebenso der
oldenburgische ihre Beteiligung versagt haben.
Es erhielt nunmehr 0r. Huber das Wort, welcher kurz
über die Zuschrift der neugegriindeten Krankenkasse für Bautechniker
(Kassier Simon) in Berlin und des Schimmelpfeng'schen
Auskunftsbureaus referiert. Die erstere bittet, die übersandten
Statuten den Vereinsmitgliedern bekannt zu geben, was geschieht.
Weiter sich zu engagieren liegt uin so weniger Veranlassung
vor, als über die leitenden Persönlichkeiten und die Lebensfähigkeit
der Kasse keine weitere Daten vorliegen. Ebenso wird
Schimmelpfengs Ersuchen entsprochen, sein Institut den Mitgliedern
zu empfehlen, während sein anderer Antrag auf Abschluß
eines Kartells in Anbetracht der seltenen Benützung seines
Bureaus durch die Mitglieder beruhen bleibt.
Regierungsbaumeister Klett führt sodann seinen Vortrag
über die Kanalbauten im Bourtanger Moor Gewinnung und
Verwendung des Torfes in Norddeutschland zu Ende. Der
Vortrag ist in Beilage 1 angefügt.
An die Verwendung von Torsstreu als Desinfektionsmittel
knüpft sich noch eine Besprechung, woran sich der Vorsitzende,
sowie die Herren Köhler, Kaiser, G lock er, Knoll und
Canz beteiligen, woraus hervorgeht, daß mit dem erwähnten
Desinfektionsmittel sowohl von der Stadtbehörde Stuttgart,
als auch von der Kgl. Eisenbahnverwaltung Versuche angestellt
worden sind.
Schluß der Sitzung nach 10 Uhr.
Der Schriftführer:
Ockert.
Aünfzehnte Versammlung am 20. Dezember 1884.
Vorsitzender: Oberbaurat v. Schlier holz.
Schriftführer: Jngcnieurassistent Lai sin er.
Anwesend: 21 Mitglieder und 1 Gast.
Nach Eröffnung der Versammlung begrüßt der Vorsitzende
zunächst den als Gast anwesenden Herrn Baumeister Blum und
geht sodann zu den geschäftlichen Mitteilungen über. Der erste
derselben betrifft das Wochenblatt für Bautünde. Der hiewegen
abgeschlossene Vertrag ist nunmehr perfekt, so daß dem Erscheinen
des Blattes vom neuen Jahr an ein Hindernis nicht mehr im
Wege steht.
Weiter giebt der Vorsitzende bekannt, daß die Generalversammlung
nach Beschluß des Ausschusses am 10. Januar stattfinden
werde. Mit Beziehung hierauf bringt er in Vorschlag,
die H.H. Oberinspektor Schmoller und Jngenieurassistent Neuster
um Vornahme der Kassenrevision zu bitten, was seitens der
Versammlung gutgeheißen wird.
Anknüpfend an die Mitteilungen über die Generalversammlung
glaubt der Vorsitzende im Interesse einer wohlvorbereiteten
Wahlhandlung wiederholt die bestimmte Erklärung
abgeben zu sollen, daß er für seine Person nach 12jähriger
Vorstandschaft eine Wahl zum Vereinsvorstande nicht mehr annehmen
würde; er bittet die Mitglieder, rechtzeitig die Vorerhcbungen
und Besprechungen zu veranstalten, welche für die
Wahl eines Kollegen zum Vorstande Gewähr bieten, der mit
voller Hingabe den Verein nicht nur in seinein jetzigen Bestände
zu erhalten sondern in jeder Hinsicht zu heben und zu fördern
bestrebt sein wird.
Einen weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildet das
Referat über die dem Vereinsvorstande zugegangene Frage:
„Welche Erfahrungen sind im Vereinsgebiet mit eisernen
Querschwellen an solchen Bahnstellen gemacht morden.