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welche durch Frostbeulen einseitig gehoben wurden und
welche Gleisregulierungsmethoden sind angewendet?"
Aus dem von Baurat Bracher verfaßten Referat ist folgendes
hervorzuheben:
Auf ergangene Anfrage sind von 19 inländischen und 1
ausländischen Bahningenieur (Oberbaurat Dr. Sch äff er in
Darmstadt) Beantwortungen obiger Frage eingelaufen. Dieselben
lauten meist dahin, daß keine Erfahrungen vorliegen, weil eiserne
Schwellen absichtlich an Stellen nicht verlegt werden, welche
zu Auftreibungen durch Frost geneigt sind. In einem Falle
wurde bei eingetretener einseitiger Hebung das Visier durch Unterkrampen
auszugleichen gesucht.
Im Bezirk der K. preuß. Eisenbahndirektion Elberfeld war
stets das Mittel des Unterstopfens angewandt, um ein ordentliches
Visier zu erhalten.
Das Referat kommt zu dem Schlüsse, daß
Erfahrungen im Bereich des Vereins in zu ungenügendem
Maße vorliegen, um gestützt hierauf eine zweckmäßige
Methode für die Geleiseregulierung empfehlen zu können.
Referent spricht am Schluffe seine persönliche Ansicht dahin
aus, daß — bis eine bessere Methode gefunden wird — bei
weniger erheblichen Auftreibungen das Geleise durch Einziehen
von Holzunterlagen zwischen Schiene und Schotter zu regulieren
ist, und daß bei stärkeren Hebungen zum Unterstopfen der Eisenschwellen
auf die Gefahr hin gegriffen werden sollte, daß das
Geleise im folgenden Frühjahr ganz regulirt werden muß.
An das Referat knüpfen sich noch einige Auseinandersetzungen,
an denen sich die Herren Dimler, v. Hänel, Köhler
und v. Schlierholz beteiligen.
Nunmehr erhält Hofbaudirektor von Egle das Wort, um
auf Ersuchen des Vorsitzenden einige Mitteilungen über ein von
ihm bearbeitetes architektonisches Werk zu machen.
Vor Beginn seiner Mitteilungen giebt derselbe mit Beziehung
auf die bevorstehende Generalversammlung die Erklärung
ab, daß ihm die Verhältnisse zu seinem Bedauern nicht mehr
gestatten, eine Wiederwahl in den Ausschuß anzunehmen, weil
es ihm nicht möglich sei, sich mit der Hingabe den Vereinsangelegenheiten
zu widmen, die man von einem Ausschußmitgliede
zu erwarten berechtigt sei.
Der Vorsitzende giebt dem lebhaften Bedauern über diesen
Entschluß Ausdruck, dankt Herrn von Egle für die aufopfernde
Thätigkeit für den Verein, die derselbe in den 30 Jahren seiner
Ausschußangehörigkeit entfaltet hat und gibt der Hoffnung Raum,
es mögen die Verhältnisse auch fernerhin dem Herrn von Egle
gestatten, sein reges Interesse an den Bestrebungen des Vereins
durch Rat und That zu bekunden.
Hofbaudirektor von Egle schreitet hierauf zu den erwähnten
Mitteilungen. Dieselben betreffen eine literaische Arbeit, welche
er „Baustil- und Bauformenlehre auf geschichtlicher
Grundlage" betitelt. Er ist mit deren Bearbeitung schon seit
längerer Zeit beschäftigt und stellt in Aussicht, daß davon im Laufe
des Jahres 1885 ein größerer Abschnitt „die romanische Baukunst"
erscheinen wird. — Dieses Werk soll hauptsächlich den praktischen
Bedürfnissen der Bautechniker entsprechen und demgemäß nicht
blos die äußere Erscheinung, sondern namentlich auch die Konstruktionen
der betreffenden Bauten und Bauteile mit der nötigen
Gründlichkeit behandeln. Auch soll es sich aus dem gleichen
Grunde auf die griechische, römische, romanische und gotische
Baukunst beschränken, woran aber späterhin, wenn Zeit und
Umstände es erlauben, sich noch die Baukunst der Nenaissanee
anreihen wird. Alle jene Stile, die nicht bireff auf unserer
Kulturlinie liegen, z. B. der Indische und Arabische, sind ausgeschlossen,
und von den dem griechischen vorausgegangenen
Stilen wird nur so viel gesagt, als zum besseren Verständnis
dieses letzteren, sowie des römischen Baustils, erforderlich ist.
Bezüglich der mittelalterlichen Baustile wird der Verfasser seine
Beispiele hauptsächlich dem Kreise der Deutschen Monumente
entnehmen und die Bauwerke fremder Länder, namentlich Frankreichs
nur insoweit hereinziehen, als sie zum vollen Verständnis
der Deutschen unerläßlich sind. Die Wiedergabe längst bekannter,
dazuhin oft recht ungenauer Abbildungen wird thunlichst vermieden.
Soweit es irgend angeht, werden Originalaufnahmen,
oder wenigstens selbständige Darstellungen zur Benützung kommen.
— Der Vortragende legt etwa 100 bereits autographierte
Tafeln aus den Abschnitten über griechische und romanische
Baukunst und etwa 20 bereits für die Autographierung bearbeitete
Handzeichnungen vor. Die autographische Vervielfältigung
ist gewählt worden, um das Werk möglichst billig in den Handel
bringen zu können. In der gleichen Absicht, und weil dadurch
auch Doppeltafeln und direkte Vergleichungen zweier Tafeln
möglich sind, werden die Abbildungsblätter beiderseits bedruckt.
Bis zum Schluß der gotischen Architektur sind etwa 380 Tafeln
in groß Quart und etwa 15 Druckbogen Text in gleichem Format
nötig, was im Ganzen — so hofft der Verfasser — nicht mehr
als 25 bis allerhöchstens 30 ,M>. kosten soll. Jede Hauptabteilung
wird auch besonders verkäuflich sein. — Um ein Bild des
Lehrganges zu geben, bespricht der Verfasser schließlich eine
Reihenfolge der Tafeln über romanische Architektur, womit er
zugleich seinen vor etwa 3 Jahren gehaltenen Vortrag über die
Entwicklung romanischer Gewölbe ergänzt, insofern er jetzt die
spätromanischen und frühgotischen Rippengewölbe zu eingehender
Erörterung bringt.
Nach Beendigung dieser mit allseitigem Interesse aufgenommenen
Mitteilungen richtet der Vorsitzende das Ersuchen an
die Versammlung, dem Vortragenden für seine Mitteilungen,
die ein Werk in Aussicht stellen, das in weiten Kreisen der
Technikerschaft mit Freude begrüßt werden werde, durch Erheben
von den Sitzen ihren Dank auszusprechen.
Nachdem dies geschehen und weitere Gegenstände nicht auf
der Tagesordnung stehen, schließt der Vorsitzende die Versammlung
nach 10 Uhr.
Der Schriftführer:
Laistner.